Familienunternehmen, Karrierechancen, Zukunft, Sicherheit und ,,Immer besser'' würde ich dazu nicht sagen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich war über fünf Jahre als Kundendiensttechniker tätig. Meine Erfahrungen waren leider überwiegend negativ.
Die Prämienregelung war aus meiner Sicht einer der größten Schwachpunkte. Die Anreize waren insgesamt sehr gering, sodass viele Kollegen gar nicht erst versucht haben, die Prämien zu erreichen. Nach Steuern blieb aus meiner Sicht zu wenig übrig, um den zusätzlichen Aufwand zu rechtfertigen. Hinzu kam, dass die Prämie nur einmal jährlich ausgezahlt wurde. Auch die angebotenen Prämienpakete und die Staffelung empfand ich als wenig attraktiv. Viele neue Mitarbeiter waren anfangs motiviert, verloren diese Motivation jedoch nach einiger Zeit und verließen das Unternehmen wieder.
Auch die Führungskultur hat mich enttäuscht. Meinem Eindruck nach wurden nicht immer die fachlich oder menschlich geeignetsten Personen zu Führungskräften gemacht. Gute Verkaufszahlen allein machen aus meiner Sicht noch keine gute Führungskraft. Teilweise entstand der Eindruck, dass Kritik nicht angenommen und eigene Fehler nicht eingestanden wurden. Das wirkte auf mich arrogant und erschwerte eine offene Zusammenarbeit.
Als Servicetechniker arbeitet man sehr selbstständig und ist die meiste Zeit allein unterwegs. Dafür empfand ich die Vergütung insgesamt als nicht angemessen. Zusätzlich wurde täglich die Fahrzeit zum ersten Kunden sowie vom letzten Kunden nach Hause jeweils um 15 Minuten nicht als Arbeitszeit berücksichtigt. Das summiert sich über Wochen und Jahre zu einer erheblichen Zeit, die ich als ungerecht empfunden habe. Bei einigen Wettbewerbern sind diese Regelungen nach meinem Kenntnisstand deutlich mitarbeiterfreundlicher.
Während meiner Zeit im Unternehmen hatte ich außerdem den Eindruck, dass wirtschaftlicher Druck von oben an die Führungskräfte weitergegeben wurde und sich dieser letztlich bis zu den Servicetechnikern fortsetzte. Dadurch entstand aus meiner Sicht eine angespannte und teilweise toxische Arbeitsatmosphäre. Planungssicherheit und Motivation litten darunter erheblich.
Was mich ebenfalls gestoert hat, war der Umgang mit Vertraulichkeit. Ich hatte den Eindruck, dass persönliche oder vertrauliche Gespräche teilweise an andere Führungskräfte oder den Regionalleiter weitergegeben wurden. Außerdem empfand ich den Umgang zwischen einzelnen Abteilungen teilweise als geprägt von Lästereien und gegenseitigem Anschwärzen.
Insgesamt hatte ich nach mehr als fünf Jahren Betriebszugehörigkeit nicht mehr das Gefühl, dass die Interessen der Servicetechniker ausreichend berücksichtigt wurden. Ich kann die Position als Kundendiensttechniker daher persönlich nicht weiterempfehlen.
Verbesserungsvorschläge
Ein weiterer Punkt, der mich gestoert hat, waren die regelmäßigen Halbjahresgespräche. Dort wurde man häufig mit Kollegen verglichen, die bessere Verkaufszahlen oder andere Kennzahlen erreicht hatten. Statt individuelle Leistungen oder unterschiedliche Einsatzbedingungen zu berücksichtigen, entstand bei mir der Eindruck, dass der Fokus fast ausschließlich auf Zahlen lag. Das empfand ich langfristig als demotivierend.
Auch bei der Besetzung höherer Positionen hatte ich persönlich häufig den Eindruck, dass nicht immer die aus meiner Sicht geeignetsten Personen ausgewählt wurden. Fachliche Kompetenz, Führungsqualitäten und der Umgang mit Mitarbeitern schienen für mich nicht immer die entscheidenden Kriterien gewesen zu sein. Insgesamt entstand bei mir der Eindruck, dass Kennzahlen und wirtschaftliche Ergebnisse deutlich stärker gewichtet wurden als soziale Kompetenz oder die Fähigkeit, ein Team nachhaltig zu führen. Aus meiner Sicht hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren auch beim Arbeitgeber- und Kundenimage an Ansehen verloren. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, findet sowohl in der Presse als auch auf Bewertungsplattformen zahlreiche kritische Berichte und Erfahrungsberichte von Mitarbeitern und Kunden. Mein persönlicher Eindruck aus meiner Zeit im Unternehmen deckt sich in vielen Punkten mit diesen öffentlichen Rückmeldungen.
Ich hoffe, dass das Unternehmen die geäußerte Kritik künftig ernst nimmt und insbesondere die Arbeitsbedingungen, die Führungskultur sowie die Wertschätzung gegenüber den Servicetechnikern nachhaltig verbessert. Denn letztendlich sind es die Techniker, die täglich beim Kunden das Unternehmen repräsentieren.