Viel Schein, wenig Sein: Fokus liegt rein auf dem Verkauf
Verbesserungsvorschläge
Weniger Fokus auf reinen Verkaufsdruck und mehr Fokus auf bedarfsgerechte Beratung sowie eine ehrlichere Unternehmenskultur.
Arbeitsatmosphäre
Offiziell genießt man als Handelsvertreter zeitliche Freiheit. In der Realität herrscht jedoch ein hoher psychischer Druck: Geht man früher oder ist nicht „24/7“ in Terminen präsent, wird dies mit Unverständnis quittiert oder man wird zum Gesprächsthema im Team.
Kommunikation
Es werden viele Versprechungen gemacht, insbesondere was die Unterstützung und Perspektiven angeht. Letztlich ist man jedoch komplett auf sich allein gestellt, ob diese Zusagen auch in die Tat umgesetzt werden.
Kollegenzusammenhalt
Die Hilfsbereitschaft untereinander ist zwar vorhanden, wird aber durch einen massiven internen Wettbewerbsdruck überschattet. Da am Ende alle auf denselben Kundenstamm zugreifen wollen, steht man eher in Konkurrenz als in echter Kooperation.
Work-Life-Balance
Positiv hervorzuheben ist die tatsächliche Selbstständigkeit. Man kann sich die Zeit frei einteilen, was durch die angebotenen Schulungen unterstützt wird.
Vorgesetztenverhalten
Die Teamleiter sind menschlich nett, allerdings ist die Führung sehr einseitig auf Leistung und „Workaholic-Mentalität“ getrimmt. Zudem herrscht ein gewisser Zwang zur Teilnahme an Teamevents, selbst wenn man keine Zeit oder Motivation dafür hat.
Interessante Aufgaben
Der Einstieg im Trainee-Programm war noch spannend. Danach verfällt die Tätigkeit jedoch in eine monotone Routine: Es geht fast ausschließlich darum, Kunden Versicherungen zu verkaufen, die diese oft gar nicht benötigen.
Umgang mit älteren Kollegen
Ein Austausch findet kaum statt. In meiner zweijährigen Betriebszugehörigkeit gab es so gut wie keine Berührungspunkte. Man lebt in Parallelwelten nebeneinander her.
Gehalt/Benefits
Das Vergütungsmodell ist fair für diejenigen, die bereit sind, extrem viel Gas zu geben. Fleiß wird hier direkt monetär belohnt.
Image
Das Ansehen des Unternehmens nach außen ist schwierig. Mir war es anfangs unangenehm, meinen Arbeitgeber zu nennen, da das Geschäftsmodell auf dem Verkauf teurer Versicherungsprodukte basiert, was einen faden Beigeschmack hinterlässt.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt zwar zahlreiche Weiterbildungsangebote, diese sind jedoch sehr einseitig auf den Vertrieb fokussiert. Eine echte berufliche Entwicklung findet kaum statt. Am Ende bleibt man immer „nur“ Berater ohne echte Aufstiegsalternativen außerhalb des Vertriebs.


