Märtyrium der KC-Leitung – wenn Führung zur Dauereskalation wird
Verbesserungsvorschläge
Führungskultur stärker reflektieren und professionalisieren
Klare Regeln für Mitarbeitergespräche und Einladungen schaffen, um spontane Eskalationen zu vermeiden
Kommunikation von der Führungsebene zu den Teams transparenter und frühzeitiger gestalten
Führungskräfte stärker in Verantwortung nehmen, statt ihnen faktische Narrenfreiheit einzuräumen
Eine vertrauensbasierte Arbeitskultur etablieren, die auf Dialog statt auf kurzfristige Autorität setzt
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre wird in erster Linie durch die direkten Kolleginnen und Kollegen getragen. Viele versuchen, trotz schwieriger Rahmenbedingungen professionell miteinander zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen. Ohne diesen kollegialen Zusammenhalt wäre der Arbeitsalltag vermutlich deutlich schwieriger.
Gleichzeitig wird das Klima stark durch die Führungsebene beeinflusst. Insbesondere im Bereich der KC-Leitung entsteht immer wieder der Eindruck einer permanenten Eskalationskultur. Mitarbeitende werden teilweise sehr kurzfristig oder ohne nachvollziehbaren Anlass ins Büro zitiert. Gespräche werden spontan angesetzt und wirken nicht selten wie Kontrolltermine, statt wie konstruktive Abstimmungen. Dadurch entsteht ein Arbeitsumfeld, das eher von Unsicherheit als von Vertrauen geprägt ist.
Karriere/Weiterbildung
Fachlich interessante Aufgaben sind durchaus vorhanden, und viele Mitarbeitende verfügen über hohe Kompetenz und Engagement. Entwicklungsmöglichkeiten wirken jedoch teilweise zufällig und stark abhängig vom jeweiligen Vorgesetzten. Eine klar erkennbare Strategie zur langfristigen Mitarbeiterentwicklung ist nicht immer ersichtlich, zudem ist es nicht möglich Senior zu werden.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden ist ein klarer Lichtblick. Viele Kolleginnen und Kollegen unterstützen sich gegenseitig und versuchen, den Arbeitsalltag gemeinsam zu bewältigen. Probleme werden oft eher im Team aufgefangen als durch strukturelle Unterstützung von oben.
Dieser Zusammenhalt ist allerdings auch eine Folge der beschriebenen Rahmenbedingungen: Mitarbeitende verlassen sich stärker aufeinander, weil sie sich von der Führungsebene nicht immer ausreichend unterstützt fühlen.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der KC-Leitung wird von vielen Mitarbeitenden als schwer einschätzbar wahrgenommen. Entscheidungen wirken teilweise spontan oder situationsabhängig. Statt strukturierter Kommunikation kommt es häufig zu kurzfristigen Einbestellungen oder Gesprächen, deren Anlass im Vorfeld nicht klar ist. Diese Praxis führt dazu, dass Mitarbeitende jederzeit damit rechnen müssen, „ins Büro gerufen“ zu werden.
Besonders kritisch wird wahrgenommen, dass innerhalb der Führungsebene kaum korrigierende Mechanismen erkennbar sind. Die Teamleitung scheint in vielen Situationen über eine Art Narrenfreiheit zu verfügen. Entscheidungen oder Vorgehensweisen werden selten hinterfragt, selbst wenn sie im Team für Unverständnis sorgen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass problematische Führungspraktiken intern kaum reflektiert oder korrigiert werden.
Kommunikation
Auf Mitarbeiterebene funktioniert die Kommunikation in der Regel gut. Kolleginnen und Kollegen stimmen sich miteinander ab, teilen Informationen und versuchen, Probleme gemeinsam zu lösen. Der Informationsfluss innerhalb der Teams ist daher oft deutlich besser als die formale Kommunikation im Unternehmen.
Problematisch ist jedoch die Kommunikation von oben nach unten. Entscheidungen der Führungsebene werden häufig verspätet, unvollständig oder gar nicht erklärt. Hintergründe bleiben unklar, und Mitarbeitende erfahren von Veränderungen teilweise erst indirekt oder sehr kurzfristig. Diese mangelnde Transparenz führt dazu, dass Unsicherheit entsteht und Vertrauen in Entscheidungen verloren geht.


