Große Lücke zwischen Anspruch und Arbeitsalltag
Gut am Arbeitgeber finde ich
Grundsätzlich finde ich die Idee und das Konzept des Unternehmens weiterhin gut. Auch die Arbeit in einem modernen Mobilitätsunternehmen und der Blick auf neue Technologien wie autonomes Fahren sind spannend. Außerdem gibt es viele engagierte und hilfsbereite Kolleginnen und Kollegen, die den Arbeitsalltag deutlich angenehmer machen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die teilweise große Lücke zwischen Außendarstellung und dem tatsächlichen Arbeitsalltag. Besonders kritisch sehe ich den Umgang mit Konflikten, unterschiedliche Maßstäbe bei Beschäftigten sowie den Umgang mit Krankheit und Schwerbehinderung. Dazu kommen aus meiner Sicht ein unterdurchschnittliches Gehaltsniveau, begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten und teilweise sehr unterschiedliche Benefits.
Verbesserungsvorschläge
Mehr zuhören und Entscheidungen nicht nur aus einer Perspektive treffen. Führungskräfte sollten Konflikte konsequenter und fairer lösen und bei allen Beschäftigten die gleichen Maßstäbe anlegen.
Gerade bei Krankheit, gesundheitlichen Einschränkungen oder Schwerbehinderung braucht es deutlich mehr Verständnis, individuelle Lösungen und einen professionellen Umgang statt zusätzlicher Belastung.
Außerdem sollten Gehalt, Benefits und Entwicklungsmöglichkeiten stärker an den Markt angepasst werden. Weniger Unterschiede zwischen Beschäftigtengruppen, modernere interne Prozesse und mehr Transparenz würden ebenfalls viel verbessern.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist leider stark davon abhängig, in welchem Team man arbeitet. Teilweise entsteht der Eindruck, dass einzelne Kollegen einen ungewöhnlich großen Einfluss haben und Führungskräfte Konflikten mit diesen Personen eher aus dem Weg gehen. Gleichzeitig wird bei anderen sehr streng reagiert. Das sorgt für Unsicherheit und ein deutliches Gefühl von Ungleichbehandlung.
Image
Nach außen präsentiert sich das Unternehmen sehr modern, sozial und mitarbeiterorientiert. Im operativen Alltag entsteht jedoch teilweise ein deutlich anderes Bild. Gerade die sehr positive Außendarstellung und öffentliche Arbeitgeberbewertungen passen aus meiner Sicht nicht immer zu dem, was in internen Mitarbeiterbefragungen und im täglichen Arbeitsalltag wahrgenommen wird. Zwischen Image und Realität besteht daher teilweise eine spürbare Lücke.
Work-Life-Balance
Durch die Schichtarbeit ist die Work-Life-Balance ohnehin anspruchsvoll. Zusätzlich entsteht bei der Dienstplanung teilweise der Eindruck, dass einzelne Mitarbeitende bevorzugt berücksichtigt werden, während andere deutlich weniger Einfluss auf ihre Arbeitszeiten haben.
Karriere/Weiterbildung
Karrieremöglichkeiten sind sehr begrenzt. Viele Positionen sind über Jahre fest besetzt und werden häufig erst frei, wenn jemand das Unternehmen verlässt oder in den Ruhestand geht. Wirkliche Entwicklungsmöglichkeiten sind dadurch selten.
Auch das Unternehmenswachstum wirkt im operativen Bereich seit einiger Zeit eher rückläufig als dynamisch. Zwar wird weiterhin sehr optimistisch auf autonomes Fahren und die Zukunft gesetzt, für die Beschäftigten im heutigen operativen Geschäft ist jedoch nicht immer erkennbar, welche langfristige Perspektive daraus tatsächlich entsteht.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist für vergleichbare Positionen aus meiner Sicht inzwischen deutlich unter Marktniveau und hat mit der Entwicklung am Arbeitsmarkt nicht Schritt gehalten. Auch bei tariflichen Eingruppierungen entsteht teilweise der Eindruck, dass Verantwortung und tatsächliches Aufgabengebiet nicht angemessen abgebildet werden.
Auch bei den Benefits gibt es deutliche Unterschiede zwischen Beschäftigtengruppen. Manche erhalten beispielsweise JobRad oder kostenlose Fahrgutscheine, andere wiederum nicht oder nur reduzierte Vergünstigungen. Die betriebliche Altersvorsorge und weitere Zusatzleistungen empfinde ich insgesamt als eher unterdurchschnittlich.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Bei den Sozialleistungen gibt es aus meiner Sicht deutlichen Verbesserungsbedarf und teilweise schwer nachvollziehbare Unterschiede zwischen Beschäftigtengruppen. Einige erhalten beispielsweise JobRad oder Gutscheine für kostenlose Fahrten, während andere diese Vorteile nicht bekommen bzw. lediglich 50 % Rabatt erhalten.
Auch die betriebliche Altersvorsorge ist wenig attraktiv: Der Arbeitgeberzuschuss liegt nach meiner Erfahrung lediglich bei 15 % und damit auf dem gesetzlichen Grundniveau. Beim Weihnachtsgeld gibt es ebenfalls deutliche Unterschiede; teilweise fällt es mit etwa 200 oder 300 € zudem sehr überschaubar aus.
Für ein Unternehmen dieser Größe und mit diesem modernen Anspruch hätte ich bei den Sozialleistungen deutlich mehr erwartet.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist sehr unterschiedlich. Viele unterstützen sich gegenseitig, gleichzeitig wird unkollegiales Verhalten einzelner Personen teilweise über längere Zeit toleriert. Das kann das Vertrauen im Team deutlich beeinträchtigen.
Umgang mit älteren Kollegen
Rentner werden nach meinem Eindruck grundsätzlich nicht weiterbeschäftigt und bei Befristung nicht verlängert.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Führungskräfte ist sehr unterschiedlich. Besonders kritisch sehe ich den Umgang mit Fehlern: Auch bei gesundheitlich eingeschränkten oder schwerbehinderten Beschäftigten werden Fehler teilweise sehr streng und aus meiner Sicht unverhältnismäßig mit Abmahnungen geahndet, obwohl vergleichbare Fehler auch bei anderen vorkommen. Schade ist zudem, wenn vor einer solchen Maßnahme offenbar nicht immer beide Seiten ausreichend angehört werden. Gerade von der Personalabteilung hätte ich hier mehr Neutralität und sorgfältige Prüfung erwartet.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsumgebung empfinde ich insgesamt als sehr belastend. Dazu tragen nicht nur die Bedingungen vor Ort bei, sondern auch der Umgang mit wiederholt auffälligem Verhalten einzelner Personen. Wenn solche Situationen über längere Zeit hingenommen werden, wirkt sich das spürbar auf das tägliche Arbeitsumfeld aus.
Kommunikation
Die Kommunikation ist leider nicht immer transparent oder einheitlich. Gerade bei schwierigeren Themen fehlt teilweise eine klare und frühzeitige Kommunikation. Entscheidungen wirken dadurch nicht immer nachvollziehbar und Informationen erhält man teilweise erst auf Nachfrage.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wird nach außen stark betont, im Arbeitsalltag entsteht jedoch nicht immer dieser Eindruck. Teilweise scheint es unterschiedliche Maßstäbe zu geben – je nachdem, um welche Person es geht. Gerade bei gesundheitlichen Einschränkungen oder einer Schwerbehinderung erwartet man mehr Fairness und konsequente Gleichbehandlung. Dabei scheint teilweise auch das Verständnis dafür zu fehlen, dass Gleichbehandlung nicht bedeutet, gesundheitlich eingeschränkte oder schwerbehinderte Beschäftigte einfach genauso zu behandeln wie gesunde Beschäftigte. Gerade hierfür gibt es besondere gesetzliche Schutzregelungen.
Interessante Aufgaben
Bei den Aufgaben werden regelmäßig Tätigkeiten übertragen, die mit dem eigentlichen Aufgabengebiet oder der Position nur noch wenig zu tun haben. Teilweise entsteht der Eindruck, dass vor allem Aufgaben weitergegeben werden, die sonst niemand übernehmen möchte.

