Viel gelernt – aber langfristig keine Perspektive
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die fachliche Vielfalt ist für mich der größte Pluspunkt. Durch die unterschiedlichen Kundenumgebungen und technischen Problemstellungen konnte ich mir über die Jahre ein sehr breites Wissen aufbauen.
Außerdem hatte ich viele kompetente und hilfsbereite Kollegen, mit denen die Zusammenarbeit im Alltag überwiegend gut funktioniert hat.
Wer praktische Erfahrung sammeln und verschiedene IT-Umgebungen kennenlernen möchte, kann hier definitiv viel lernen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die aus meiner Sicht fehlende Verbindung zwischen Verantwortung, Leistung, Karriere und Vergütung.
Über die Jahre wurden die Anforderungen und Verantwortlichkeiten größer, während sich die persönliche Entwicklung und insbesondere die Vergütung nicht entsprechend mitentwickelten.
Dazu kamen aus meiner Sicht teilweise Entscheidungen des Managements, bei denen die operative Perspektive zu wenig berücksichtigt wurde. Dadurch mussten Probleme, die bei einer besseren Einbindung vorhersehbar gewesen wären, anschließend von den operativen Mitarbeitern aufgefangen werden.
Das hat bei mir letztlich dazu geführt, dass trotz der interessanten technischen Aufgaben und der guten Kollegen die Nachteile überwogen haben.
Mein Fazit nach mehreren Jahren: Ich habe dort viel gelernt und nehme einige gute Erfahrungen mit – aber für meine weitere berufliche Entwicklung war irgendwann schlicht keine ausreichende Perspektive mehr vorhanden.
Verbesserungsvorschläge
Weniger organisatorischer Aktionismus und mehr Einbindung der Mitarbeiter, die von Entscheidungen unmittelbar betroffen sind.
Strategische Entscheidungen sollten stärker mit der operativen Realität abgeglichen werden. Gerade in der IT wissen die Mitarbeiter, die täglich Systeme betreiben und Kundenprobleme lösen, häufig sehr genau, welche Auswirkungen eine Veränderung in der Praxis haben wird.
Darüber hinaus sollten zusätzliche Verantwortung und erworbene Qualifikationen auch tatsächlich in Karriere und Vergütung berücksichtigt werden.
Kurz gesagt: Mehr zuhören, bevor entschieden wird – und anschließend auch entsprechend anerkennen, wer die zusätzliche Verantwortung übernimmt.
Arbeitsatmosphäre
Die Unternehmenskultur habe ich im Laufe meiner Zeit zunehmend als von Veränderungen, Reorganisationen und teilweise kurzfristigem Handeln geprägt wahrgenommen. Im Kollegenkreis war der Zusammenhalt dagegen überwiegend gut.
Mein größter Kritikpunkt ist die Diskrepanz zwischen Management und operativer Ebene: Entscheidungen wurden aus meiner Sicht teilweise getroffen, ohne die praktischen Auswirkungen ausreichend zu berücksichtigen. Gerade in der IT sollten die Mitarbeiter, die Systeme und Kundenumgebungen tatsächlich betreiben, bei solchen Entscheidungen stärker einbezogen werden.
Durch die unterschiedlichen Kunden, Branchen und IT-Umgebungen war die tägliche Arbeit fachlich sehr vielfältig. Man bekommt mit unterschiedlichsten Anforderungen und technischen Landschaften zu tun und kann dadurch ein breites Wissen aufbauen.
Was die Vielfalt der Aufgaben angeht, war das für mich definitiv eine Stärke des Arbeitgebers. Bei anderen Aspekten von Vielfalt habe ich während meiner Tätigkeit keine besonderen positiven oder negativen Erfahrungen gemacht, die ich hervorheben würde.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsumgebung war grundsätzlich in Ordnung und die Kollegen waren für mich einer der größten Pluspunkte. Gerade im technischen Alltag konnte man sich meistens aufeinander verlassen.
Gleichzeitig wurden die Arbeitsbedingungen durch steigende Anforderungen, organisatorische Veränderungen und teilweise hohe Arbeitsbelastung zunehmend schwieriger. Mein Eindruck war, dass zusätzliche Verantwortung nicht immer mit entsprechen
Gehalt/Benefits
Hier lag für mich letztlich der entscheidende Grund für den Wechsel.
Ich konnte mich fachlich über die Jahre deutlich weiterentwickeln, zusätzliche Verantwortung übernehmen und ein breites technisches Skillset aufbauen. Die Entwicklung von Position und Gehalt konnte aus meiner Sicht jedoch nicht mit dieser Entwicklung mithalten.
Die Vergütung lag meiner Einschätzung nach deutlich unter dem, was für vergleichbare Tätigkeiten und die tatsächlich übernommene Verantwortung am Markt erreichbar war. Auch die allgemeine Gehaltsentwicklung konnte diese Diskrepanz nicht ausreichend ausgleichen.
Wer bereit ist, sich fachlich weiterzuentwickeln, sollte deshalb genau darauf achten, ob diese zusätzliche Verantwortung auch tatsächlich zu einer entsprechenden Karriere- und Gehaltsentwicklung führt.


