Führung als größte Baustelle
Verbesserungsvorschläge
Die größte Baustelle ist die Führungskultur. Viele Probleme beginnen aus meiner Sicht an der Unternehmensspitze und ziehen sich mittlerweile durch große Teile der Organisation. Es braucht mehr Präsenz, Vertrauen, klare Entscheidungen und eine stärkere Orientierung an Leistung statt am Nasenfaktor. Nur so können Motivation, Zusammenarbeit und die Attraktivität als Arbeitgeber nachhaltig verbessert werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hat sich in den letzten Jahren spürbar verschlechtert. Mitarbeiter werden häufig nicht ausreichend ernst genommen, Entscheidungen wirken oft von oben herab getroffen. Vertrauen ist nicht die Grundlage der Zusammenarbeit, stattdessen prägen Kontrolle und Misstrauen vielerorts den Arbeitsalltag.
Image
Das Arbeitgeberimage hat in den letzten Jahren deutlich gelitten. Der frühere Ruf als attraktiver Arbeitgeber und starker Ausbildungsbetrieb ist kaum noch spürbar. Dies zeigt sich auch an den aus meiner Sicht rückläufigen Bewerberzahlen und der sinkenden Attraktivität für potenzielle neue Mitarbeiter. Viele der heutigen Probleme werden nach außen sichtbar und tragen dazu bei, dass die Arbeitgebermarke zunehmend an Strahlkraft verliert.
Work-Life-Balance
Ist in Ordnung, Schichtarbeit macht es nicht immer leicht.
Karriere/Weiterbildung
Karrierewege und Entwicklungsmöglichkeiten sind wenig transparent. Bei Beförderungen entsteht häufig der Eindruck, dass weniger Leistung, Kompetenz oder der Beitrag zur Verbesserung des Unternehmens zählen, sondern vielmehr der sogenannte „Nasenfaktor“. Wer zur Führungskraft passt, hat oft bessere Chancen als Mitarbeiter, die Veränderungen vorantreiben und Verantwortung übernehmen. Gerade in unserer Fertigung wurde dies in letzter Zeit mehrfach deutlich sichtbar. Eine faire und leistungsorientierte Personalentwicklung ist aus meiner Sicht kaum erkennbar.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist insgesamt noch in Ordnung, liegt jedoch nicht mehr auf dem Niveau, das häufig intern vermittelt wird. Im Vergleich zum Markt hat die Attraktivität nachgelassen. Leistungsbereitschaft und Verantwortung spiegeln sich nicht immer angemessen in der Vergütung wider.
Kollegenzusammenhalt
Finde ich persönlich gut bis sehr gut. Hängt allerdings stark vom Personenkreis ab.
Vorgesetztenverhalten
Aus meiner Sicht ist dies die größte Schwäche des Unternehmens. Führung wird vielfach mit Kontrolle verwechselt. Mitarbeiter erhalten oft wenig Vertrauen und Eigenverantwortung. Viele Führungskräfte wirken überfordert oder verfügen nicht über die notwendigen Führungsqualitäten. Eine moderne und motivierende Führungskultur ist nur selten erkennbar.
Kommunikation
Die Kommunikation im Unternehmen weist deutliche Schwächen auf. Eine klare strategische und operative Linie, insbesondere im Operations-Bereich, ist oft nicht erkennbar. Informationen werden teilweise unzureichend oder verspätet weitergegeben, Entscheidungen sind nicht immer nachvollziehbar und Prioritäten wechseln häufig. Dadurch entstehen Unsicherheit und Frustration bei den Mitarbeitern.
Besonders problematisch erscheint die mangelnde Abstimmung zwischen den Abteilungen. Das gegenseitige Misstrauen ist spürbar und erschwert eine offene sowie lösungsorientierte Zusammenarbeit. Statt Transparenz und Dialog herrscht häufig das Gefühl, dass wichtige Themen nicht konsequent angesprochen oder bis zur Belegschaft kommuniziert werden.
Trotz regelmäßiger Informationsformate fehlt oft der Eindruck, dass Feedback aus der Belegschaft tatsächlich gehört und in Entscheidungen einbezogen wird. Hier besteht aus meiner Sicht erheblicher Verbesserungsbedarf.


