Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv finde ich den grundsätzlich guten Zusammenhalt mit vielen Kollegen und die abwechslungsreichen Aufgaben. Auch Weihnachts- und Urlaubsgeld, verschiedene Benefits sowie regelmäßige Lohnerhöhungen sind gute Punkte. Außerdem gibt es trotz allem Möglichkeiten, sich bei Problemen einzubringen – ich würde mir nur wünschen, dass die angesprochenen Themen anschließend auch konsequenter umgesetzt werden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht finde ich vor allem, dass sich viele Mitarbeiter in der Produktion mit ihren Problemen teilweise allein gelassen fühlen. Kritik und Verbesserungsvorschläge werden nicht immer ernst genommen und teilweise sogar belächelt – auch von Führungskräften oder anderen Bereichen. Gleichzeitig fehlt es meiner Meinung nach an Fairness und Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern, die viel leisten oder schon lange im Unternehmen sind.
Auch Entscheidungen wie das „Gangschaltungssystem“ empfinde ich als problematisch, da Zwang meiner Meinung nach selten zu mehr Motivation führt. Dazu kommt aus meiner Sicht unnötige Verschwendung von Ressourcen und Arbeitszeit. Insgesamt werden viele Probleme angesprochen, aber zu wenig davon nachhaltig gelöst. Das führt auf Dauer zu Frust, Demotivation und dem Gefühl, dass die Mitarbeiter vor Ort nicht ausreichend gehört werden.
Verbesserungsvorschläge
Ich weiß, dass diese Bewertungen auch von der Personalabteilung gelesen werden und dort regelmäßig Gespräche mit Mitarbeitern angeboten werden. Trotzdem haben viele Mitarbeiter meiner Meinung nach Hemmungen, Probleme offen anzusprechen, weil sie negative Folgen befürchten. Deshalb wünsche ich mir mehr Transparenz und eine Möglichkeit, Probleme auch anonym direkt an die Personalabteilung oder Geschäftsleitung zu melden. Nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Führungskräfte sollten regelmäßig ehrliches Feedback bekommen und sich Kritik stellen müssen. Gerade in der Produktion sollte stärker zugehört und bei Führungskräften mehr auf Kommunikation, Kritikfähigkeit und einen fairen Umgang mit Mitarbeitern geachtet werden.
Arbeitsatmosphäre
Seit dem Umzug in die neue Halle hat sich die Arbeitsatmosphäre meiner Meinung nach deutlich verschlechtert, vor allem in der Produktion. Die Halle wirkt kalt und grau, es gibt kein Tageslicht und insgesamt ist es deutlich ungemütlicher und lauter geworden.
Auch der Stress und der Aufgabenbereich sind für einige Mitarbeiter gestiegen. Die Arbeitsverteilung wird nicht immer als gerecht empfunden und zusätzliche Leistung wird meiner Meinung nach nicht ausreichend wertgeschätzt.
Der Zusammenhalt mit den richtigen Kollegen ist weiterhin gut. Allerdings bestehen viele der alten Probleme weiterhin und man hat teilweise das Gefühl, dass den Mitarbeitern nicht richtig zugehört wird. Vieles, was vor dem Umzug versprochen wurde, wurde aus meiner Sicht nicht umgesetzt. Viele Mitarbeiter wirken unzufrieden und schlecht gelaunt. Die Motivation sinkt immer weiter. Es dringend etwas getan werden, wenn man nicht weiter gute Mitarbeiter verlieren will. Großen Anteil haben auch die Teamleiter. Die Arbeitsatmosphäre leidet teilweise darunter, dass neue Mitarbeiter mit vielen Veränderungen und Ideen kommen, während die Erfahrung der langjährigen Kollegen zu wenig berücksichtigt wird.
Image
Die Firma hatte meiner Meinung nach vor einigen Jahren noch einen deutlich besseren Ruf. Leider wurde dieser Ruf aus meiner Sicht durch die Entwicklung der letzten Jahre immer mehr beschädigt. Es entsteht zunehmend der Eindruck, dass nach außen viel versprochen wird, während die Realität für viele Mitarbeiter anders aussieht. Themen wie fehlende Gleichberechtigung, der Umgang mit langjährigen Mitarbeitern und das Gefühl, mit Problemen teilweise allein gelassen zu werden, tragen meiner Meinung nach dazu bei.
Auch außerhalb der Firma bekommt man diese Stimmung mittlerweile mit. Ehemalige Mitarbeiter berichten von ähnlichen Erfahrungen, wodurch das Bild nach außen entsprechend beeinflusst wird. Besonders schade finde ich, dass Probleme zwar regelmäßig durch Umfragen oder Aktionen angesprochen werden, danach aber aus meiner Sicht zu wenig passiert. Wenn Mitarbeiter sich die Zeit nehmen, konkrete Kritik und Verbesserungsvorschläge zu äußern, sollte daraus meiner Meinung nach auch etwas entstehen.
Work-Life-Balance
Eine wirkliche Work-Life-Balance merke ich im Zwei-Schicht-System leider nur wenig. Besonders die Spätschicht schränkt das Privatleben stark ein, da unter der Woche kaum noch Zeit für Familie und andere private Dinge bleibt. Auch der Freitag ist durch die Arbeitszeit nur eingeschränkt nutzbar.
Positiv ist, dass man je nach Arbeitsaufkommen manchmal spontan frei bekommen oder früher gehen kann. Allerdings ist das teilweise von der aktuellen Kapazität abhängig oder an Bedingungen geknüpft, was wiederum zu unnötigen Diskussionen führen kann. ("Du kriegst frei, wenn du Samstag kommst")
Insgesamt empfinde ich die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben deshalb eher als schwierig.
Karriere/Weiterbildung
In unserer Abteilung in der Produktion sehe ich nur sehr begrenzte Möglichkeiten für Karriere und persönliche Weiterentwicklung. Welche Möglichkeiten es in anderen Bereichen der Firma gibt, kann ich nicht beurteilen. Für die Produktion würde ich mir hier aber deutlich mehr Entwicklungsmöglichkeiten und gezielte Weiterbildung wünschen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist grundsätzlich nicht schlecht. Trotzdem könnte die Bezahlung meiner Meinung nach fairer an die tatsächlichen Aufgaben und Anforderungen der jeweiligen Abteilungen angepasst werden, da die bestehenden Lohngruppen teilweise schon seit vielen Jahren unverändert sind. Auch das Punktesystem sorgt immer wieder für Diskussionen und wird teilweise als nicht wirklich fair empfunden. Bei Mehrarbeit würde ich mir ebenfalls eine höhere Vergütung wünschen. Die 25% empfinden ich und viele andere Kollegen , als eher gering angesichts der höheren Belastung in der Schicht.
Positiv sind Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie regelmäßige Lohnerhöhungen. Auch bei den Benefits gibt es einiges, zum Beispiel Altersvorsorge, Jobrad und Kantine. Eine zusätzliche Prämie bei einem besonders guten Geschäftsjahr wäre aus meiner Sicht ebenfalls eine gute Möglichkeit, die Mitarbeiter stärker am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Gerade für die Mitarbeiter in der Produktion könnte meiner Meinung nach mehr getan werden. Beim Haut-, Hand- und Augenschutz sowie bei geeigneten und hautfreundlicheren Reinigungsmitteln sehe ich noch Verbesserungsbedarf. Es wird viel Leistung erwartet, deshalb sollte auch entsprechend in die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter investiert werden.
Kollegenzusammenhalt
Grundsätzlich ist der Zusammenhalt unter den Kollegen noch in Ordnung, besonders mit den richtigen Leuten kann man sich aufeinander verlassen und gegenseitig unterstützen.
Allerdings hat sich die Stimmung auch hier in den letzten Jahren verschlechtert. Es gibt deutlich mehr Lästereien, Missgunst und teilweise einen unnötigen Konkurrenzkampf untereinander. Dadurch ist das frühere „Wir ziehen gemeinsam durch“ meiner Meinung nach weniger geworden.
Ich habe den Eindruck, dass die Art, wie die Abteilung über die Jahre geführt wurde, diese Entwicklung zusätzlich begünstigt hat. Insgesamt funktioniert der Zusammenhalt noch, könnte aber deutlich besser sein.
Umgang mit älteren Kollegen
Hier sehe ich leider deutlichen Verbesserungsbedarf! Teilweise habe ich den Eindruck, dass langjährige Mitarbeiter mit viel Erfahrung und Wissen nicht ausreichend wertgeschätzt werden, während neue Kollegen teilweise deutlich mehr Anerkennung und bessere Bewertungen bekommen. Gerade Mitarbeiter, von denen andere über Jahre viel gelernt haben, sollten meiner Meinung nach mehr Respekt, Wertschätzung und Anerkennung für ihre langjährige Leistung erhalten.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten hat sich meiner Meinung nach in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Ich habe teilweise den Eindruck, dass Mitarbeiter unterschiedlich behandelt werden und nicht unbedingt die Leistung am meisten geschätzt wird. Mitarbeiter, die zuverlässig viel leisten, bekommen aus meiner Sicht häufig zusätzliche Aufgaben, während andere für vergleichbare Leistungen deutlich weniger Verantwortung übernehmen. Vor allem, wenn der Chef seine Lieblinge hat , die alles tun und lassen können!
Kritik und VVs kann man zwar ansprechen, allerdings werden diese nicht immer ernst genommen. Teilweise fühlt man sich dabei eher nicht verstanden oder sogar belächelt. Auch bei Entscheidungen und der Arbeitsverteilung fehlt mir häufig eine nachvollziehbare und faire Linie.
Insgesamt hat dazu geführt, dass Motivation und Vertrauen in der Abteilung deutlich abgenommen haben. Von einer Führungskraft würde ich mir mehr Fairness, Wertschätzung, Selbstreflexion und einen offenen Umgang mit Kritik wünschen.
Die Vorbildfunktion der Führungskraft gerade bei Arbeitszeiten, Anwesenheit und Pausen sind nicht immer vorhanden. Hier wünsche ich mir, dass auch diese kontrolliert werden.
Arbeitsbedingungen
Die neue Halle hat die Arbeitsbedingungen meiner Meinung nach nicht verbessert. Es gibt kaum Tageslicht, die Halle ist sehr warm und die Luft wirkt gerade im Sommer unangenehm; teilweise hatten wir über 28 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit, während die Büroräume klimatisiert sind. Auch bei Werkzeugen und Ausstattung wurde vieles aus dem alten Werk übernommen, während sich bei den eigentlichen Problemen wenig geändert hat. Dazu kommen aus meiner Sicht ungünstige Pausenregelungen und das ungeliebte „Gangschaltungssystem“, durch das sich Arbeitszeiten teilweise unnötig verlängern und die Belastung steigt.
Kommunikation
Die direkte Kommunikation mit meinem Teamleiter ist eher durchwachsen. Man erfährt meistens nur das Nötigste und wichtige Informationen werden teilweise nicht wirklich transparent kommuniziert.
Probleme und Verbesserungsvorschläge kann man zwar ansprechen, allerdings hat man häufig nicht das Gefühl, dass diese wirklich ernst genommen werden. Teilweise werden Anliegen sogar eher belächelt. Besonders ärgerlich ist, dass man Probleme mehrfach ansprechen muss und trotzdem oft wenig passiert. Gleichzeitig bekommt man dann irgendwann zu hören, warum man das Problem nicht früher angesprochen hat.
Insgesamt fehlt mir hier deutlich mehr Offenheit, Transparenz und vor allem das Gefühl, dass Anliegen der Mitarbeiter tatsächlich gehört und anschließend auch bearbeitet werden.
Gleichberechtigung
Leider habe ich häufig den Eindruck, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Bestimmte Mitarbeiter, insbesondere einige neue Kollegen, können sich Dinge erlauben, bei denen andere früher Probleme bekommen hätten. Auch Leistung und Punktebewertung werden meiner Meinung nach nicht immer nach denselben Maßstäben beurteilt, wodurch Motivation und Vertrauen in eine faire Bewertung leiden.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind grundsätzlich abwechslungsreich und es gibt immer wieder interessante Projekte. Manche Aufgaben sind anspruchsvoll und bringen einen auch mal an die eigenen Grenzen. Insgesamt würde ich die Aufgaben aber eher als solide und abwechslungsreich als besonders spannend bezeichnen.