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Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Zu den Antworten der Personalabteilung auf die negativen Bewertungen:
Diese Antworten sind nicht nur enttäuschend – sie sind eine regelrechte Verhöhnung der Mitarbeiter.
„Vielen Dank für Ihre Bewertung“, „wir schätzen Ihre Offenheit“, „wir sind offen für einen Dialog“, „gemeinsam Lösungen erarbeiten“ – immer wieder dieselben abgedroschenen Floskeln. Ein paar Wörter austauschen, kopieren, einfügen – fertig ist die nächste „individuelle“ Antwort.
Nur dumm, dass die Realität in den Filialen mit diesen schönen Worten nichts zu tun hat.
Mitarbeiter berichten über Personalmangel, Überlastung, unzureichende Bezahlung, fehlende Anerkennung und respektlosen Umgang. Und was kommt zurück? Eine weichgespülte Antwort voller „Wertschätzung“, „Offenheit“ und „konstruktivem Austausch“.
Das ist kein Dialog. Das ist Augenwischerei.
Besonders dreist wird es, wenn von „Wertschätzung“ gesprochen wird, während diejenigen, die jahrelang an der Basis gearbeitet und den Laden am Laufen gehalten haben, sich offenbar immer wieder anhören müssen, dass von ihnen noch mehr Leistung erwartet wird.
Und dann die Krönung: „Wir laden Sie ein, sich an die Personalabteilung zu wenden.“
An welche Personalabteilung eigentlich?
Wenn die Aufgabe der Personalabteilung inzwischen darin besteht, negative Bewertungen mit vorgefertigten Textbausteinen zu beantworten, anstatt die darin geschilderten Probleme ernsthaft anzugehen, dann sollte man sich vielleicht fragen, wofür diese Abteilung überhaupt noch gebraucht wird.
Mitarbeiter brauchen keine Hochglanzantworten und keine künstliche Empathie aus dem Textbaustein-Baukasten. Sie brauchen faire Behandlung, Respekt, vernünftige Arbeitsbedingungen und Menschen, die tatsächlich zuhören und handeln.
Man kann noch so oft „Offenheit“, „Respekt“, „Dankbarkeit“ und „Zusammenarbeit“ schreiben. Irgendwann sollte auch die Führungsebene verstehen, dass Worte keine Probleme lösen.
Wenn die Antworten auf die Beschwerden der Mitarbeiter immer gleich klingen, während sich an den beschriebenen Zuständen nichts ändert, dann ist nicht die Kritik das Problem.
Dann ist das Problem die Realität, die diese Kritik überhaupt erst hervorbringt.
Vielleicht wäre es für die Verantwortlichen langsam an der Zeit, weniger Energie in perfekt formulierte Antworten zu investieren und mehr in die Menschen, die jahrelang dafür gesorgt haben, dass das Unternehmen überhaupt funktioniert.
Denn eines sollte die Führungsebene nicht vergessen:
Mitarbeiter sind keine Kostenstelle, die man möglichst billig verwalten kann. Sie sind die Menschen, die das Unternehmen am Laufen halten.
Und keine noch so schön formulierte Antwort der Personalabteilung wird diese Tatsache verdecken.


