Keine wirtschaftliche Stabilität, kein funktionierendes Geschäftsmodell
Gut am Arbeitgeber finde ich
Homeoffice, vordergründig offene Kommunikation, flexible Arbeitszeiten. Eigentlich viel Freiheit, aber das wird gerade zurückgefahren.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es gibt halt kein funktionierendes Geschäftsmodell.
Mikromanagement wegen schlechter wirtschaftlicher Lage und dadurch hohe Fluktuation, keine Gehaltsanpassungen, geringe Budgets für die eigene Arbeit. Alles hängt am Geld. Wenn das nicht vorhanden ist, ist es schwer was zu bewegen.
Verbesserungsvorschläge
Die wirtschaftliche Situation ist ein großes Problem.
1. Sie haben kein funktionierendes Produkt. Sie verkaufen eine Idee und wollen sich die Entwicklungskosten ihrer Produkte von den Kunden bezahlen lassen. Andere Unternehmen haben bereits ein Produkt und sind deswegen erfolgreicher am Markt. Dazu haben sie keinen Vertrieb. Auf gut Deutsch: sie malen die Fassade schön an, aber hinter der Fassade ist Rohbau.
2. Ihre Cashcow war die letzten Jahre das Thema Leiharbeit. Heißt, es wurde für gutes Geld ein ITler angestellt und für noch besseres Geld an Projekte größerer Player vermittelt. Eigene Projekte fanden so gut wie nicht statt. Leider funktioniert das Geschäft durch die Wirtschaftskrise nicht mehr so gut. Nun sitzt man aber auf ner Menge, gut bezahlter ITler, die Däumchen drehen oder für wenig Marge vermittelt werden. Steckt die Leute in die Produktentwicklung!
3. Man hätte früher ausschließlich auf KI setzen sollen. Aber der Zug ist nun fast abgefahren, da sind andere deutlich weiter.
Arbeitsatmosphäre
Man bekommt wenig mit aus anderen Abteilungen, da alle im Homeoffice sind. Dass alle im Homeoffice sind, finde ich gut. Dann muss man als Arbeitgeber aber auch Rahmen und Raum schaffen für den persönlichen Austausch. Das geschieht nicht, da in dieser Zeit natürlich kein Geld verdient wird. Schade!
Image
Ziemlich professioneller Außenauftritt, vor allem für eine Firma mit ca. 100 Leuten. In der Branche aber ein kleines Licht. Bekommen die Brotkrumen der großen Player am Markt ab und halten sich so über Wasser.
Work-Life-Balance
Super! Digital First, das heißt man kann komplett im Homeoffice arbeiten. Man hat komplett flexible Arbeitszeiten, aber zu Meetings sollte man schon da sein. Mitarbeitende, die der Chef auf dem Kieker hat, werden aber auch Freitagabends zu Regelterminen eingeladen.
Karriere/Weiterbildung
Kaum vorhanden, da Weuterbildung Geld erfordert, welches nicht da ist, und für richtig Karriere machen sind sie zu klein. Weiterbildungen werden eigentlich nur bezahlt, wenn man damit die ITler teurer am Markt verkaufen kann.
Gehalt/Benefits
Gutes Gehalt, nur 28 Tage Urlaub. Keine Anpassung des Gehalts in den letzten Jahren wegen schlechter wirtschaftlicher Lage des Unternehmens. Es gehen massiv viele Leute in der letzten Zeit, entweder von selbst, weil sie keine Gehaltserhöhung bekommen, zu viel Arbeit haben oder betriebsbedingt gekündigt werden. Absolutes Trauerspiel. Und neue eingestellt werden nicht. Heißt im Endeffekt, dass die verbleibenden Leute überlastet werden und auch gehen werden und es mit dem Unternehmen weiter den Bach herunter geht.
Keine Zusatzzahlungen wie Weihnachtsgeld, kein Zuschuss zu bspw. Fitness.
Es gibt Sommerfest und Weihnachtsfeier, aber das Orga-Team muss mit minimalen Budgets klar kommen. Die Leute sollen sogar mit ihren Kollegen in ein Doppelzimmer gehen, wenn sie in Weinheim zu Party geladen werden, um Geld zu sparen. Hab ich auch noch nicht erlebt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ja, wird schon auf die Fahne geschrieben. Aber richtig durchdacht ist es nicht. Man kann beispielsweise einen E-Firmenwagen bekommen. Muss dann aber massive Einbußen beim Gehalt in Kauf nehmen. Da haben die Mitarbeitenden keinen Bock drauf und fahren dann eher mit dem Privatauto und rechnen es über Spesen ab. Mit dem nicht Elektroauto kommen Sie dann nicht nur weiter, es ist auch günstiger als ein Firmenwagen. Und das ist nur ein Beispiel.
Kollegenzusammenhalt
Leider kaum vorhanden, nur unter den "Alteingesessenen", die schon vor Corona und der damit einhergehenden Homeoffice-Politik gemeinsam im Büro gearbeitet haben. Von den Verantwortlichen der Abteilungen HR und IT weht ständig eine negative Stimmung und fehlende Kollegialität herüber. Nicht nur in meine Abteilung, sondern überall, wenn man sich im Unternehmen umhört. Wird vom Chef toleriert.
Es passiert schon wirklich viel hinten herum. Hab ich so ehrlicherweise noch nie erlebt in Unternehmen. Normalerweise haben die Kollegen immer gut zusammen gehalten.
Umgang mit älteren Kollegen
Gibt viele ältere, auch langjährige Kollegen. Passt denke ich!
Vorgesetztenverhalten
War mal viel besser. Seitdem es der Firma so schlecht geht, geht es auch mit dem Verhalten des Chefs bergab. Es gab Freiheit, Vertrauen und Wertschätzung. Inzwischen sehr viel Mikromanagement und fragwürdige Entscheidungen. Liegt aber sicherlich an der angespannten wirtschaftlichen Situation, was ein Stück weit verständlich ist.
Arbeitsbedingungen
Gestellt wird lediglich Laptop und Headset sowie eine Mini Maus, die man nicht nutzen kann, wenn man älter als 8 Jahre ist. Und ein Handy der Wahl bekommt man dazu. Leider keinen Bildschirm, keine passende Maus, keinen Schreibtisch, keinen Schreibtischstuhl usw... etwas dünn für eine digital First Company in meinen Augen. Aber auch das liegt am fehlenden Geld denke ich.
Kommunikation
Ziemlich transparent und offen meiner Erfahrung nach. Und falls etwas nicht transparent kommuniziert wird, funktioniert der Flurfunk auch digital. Offboarding ist da leider die komplette Ausnahme. Da gibt es keinen Prozess, der eine geordnete und sinnvolle Übergabe regelt.
Gleichberechtigung
Kann absolut nichts aussetzen daran. Vorbildlich in meinen Augen!
Interessante Aufgaben
Ich hatte wirklich vielfältige, spannende Projekte. Nur die ständigen Richgungswechsel und das Mikromanagement haben genervt.


