Dauerstress statt Balance
Arbeitsatmosphäre
Nach außen wirkt die Atmosphäre nachhaltig und kollegial, da Kolleg:innen häufig gemeinsam essen gehen. Aus meiner Sicht bleibt der Umgang jedoch oberflächlich und wenig authentisch.
Kommunikation
Die Kommunikation erscheint auf den ersten Blick strukturiert, in der Praxis ist es aber oft schwierig, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Offizielle und klare Kommunikationswege teilweise fehlen, was zu Verwirrung führen kann.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter Kolleg:innen funktioniert, solange alles im gewohnten Rahmen bleibt. Sobald es jedoch zu schwierigen Situationen kommt oder Interessenkonflikte entstehen, steht häufig der eigene Vorteil im Vordergrund, und der Zusammenhalt rückt in den Hintergrund.
Work-Life-Balance
Überstunden sind selbstverständlich und werden als Pflicht angesehen. Leider werden diese weder durch Gehaltsanpassungen noch durch Freizeitausgleich honoriert.
Vorgesetztenverhalten
Vorgesetzte verhalten sich häufig autoritär und sind kaum offen für Kritik. Eine offene und konstruktive Feedbackkultur ist nicht vorhanden.
Interessante Aufgaben
Positiv hervorzuheben ist, dass es in einzelnen Projekten durchaus interessante Aufgaben gibt. Allerdings ist dies projektabhängig und lässt sich nicht pauschalisieren.
Gleichberechtigung
Ich habe hierzu nur begrenzt Einblicke. Es scheint jedoch so, dass bei der Auswahl neuer Mitarbeitender stark auf Noten geachtet wird, anstatt auf Erfahrung. Z.B. Studies mit weniger überzeugenden Noten erhalten oft nicht einmal die Chance, ihre tatsächlichen Fähigkeiten in einem Vorstellungsgespräch zu zeigen.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kolleg:innen genießen offenbar einen Ehrenplatz im Unternehmen – nicht etwa wegen herausragender Leistung, sondern weil sie schon immer da waren. Fachliche Qualität? Spielt wohl eine untergeordnete Rolle, solange man weiß, wo der Kaffee steht und wem man wann zunickt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbelastung ist hoch, da regelmäßig deutlich zu viele Überstunden geleistet werden müssen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen setzt einige sinnvolle Umweltmaßnahmen um, z. B. den Einsatz von Wasserspendern anstelle von Flaschenwasser und Kaffeemaschinen mit Bohnen statt Kapseln. Dennoch gibt es Schwächen im Umgang mit Ressourcen: So laufen z. B. im Winter Heizungen dauerhaft auf über 20 Grad, selbst wenn die Räume nicht genutzt werden.
Gehalt/Benefits
Trotz vieler Überstunden bewegt sich das Gehalt unter der Nähe des Branchen-Lohns
Image
Viele Mitarbeitende sprechen während ihrer Zeit im Unternehmen positiv über die Firma. Dies gilt besonders für Berufseinsteiger:innen, die noch keine anderen Arbeitgeber kennengelernt haben. Nach einem Arbeitgeberwechsel folgt jedoch häufig die Ernüchterung, wenn man im Vergleich feststellt, wie hart die Arbeitsbedingungen tatsächlich waren.
Karriere/Weiterbildung
Die Karrierewege sind formal klar definiert – von Trainee bis Managing Consultant. Der tatsächliche Aufstieg hängt aber weniger von der individuellen Leistung ab, sondern stärker davon, wie zufrieden der persönliche Mentor mit einem ist. Wer die Erwartungen des Mentors erfüllt, hat bessere Chancen auf einen Aufstieg.