100% Druck, 0% Vertrauen
Gut am Arbeitgeber finde ich
nichts. eine Handvoll ehemalige Kolleginnen und Kollegen, die ich bewundere für ihr Durchhaltevermögen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die 'hohe Ross' Mentalität. Das fehlende echte Interesse an den Menschen, die unter großen Anstrengungen die Erfolge erarbeitet haben. Die missgünstigen und intriganten Verhaltensweisen von Vorgesetzten.
Verbesserungsvorschläge
Führungsetage und Einstellung komplett ändern.
Arbeitsatmosphäre
Prio Nummer 1 ist Umsatz! Der Rubel muss immer rollen, egal zu welchem Bedingungen. Das Unternehmen ist stetig gewachsen und die Leitung erfolgsverwöhnt. Die Grätsche zwischen fairen Bedingungen, einem guten Arbeitsklima und angemessenem Erfolg wurde nie erreicht. (und offensichtlich auch nicht forciert) Viele Mitarbeiter sind gegangen und haben sich bessere Bedingungen gesucht. Es herrscht ständig Personalmangel. Die Atmosphäre ist durch Missgunst, Überforderung, Schuldzuweisungen und sehr hohen (Erfolgs)druck geprägt.
Kommunikation
Das große Manko! Sowohl menschlich als auch systemisch. Von oben wird klar vorgelebt, dass man sich zuerst um sich selbst kümmert und dann nach anderen oder gemeinsamen Zielen schaut. Entsprechend rau ist der Umgang. Bei Problemen wird grundsätzlich zuerst die Schuldfrage gestellt und nicht lösungsorientiert gearbeitet. Auf Augenhöhe und mit Wertschätzung zu kommunizieren? Leider nein. Systemisch wird sich in umständlichen und veralteten Arbeitsweisen verloren, die Zeit fressen durch Datenpflege und Wiederholungen.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb von kleinen Teams und Schichtgruppen gibt es herzliche Verhältnisse, allerdings schweißt hier vor allem der Mangel am Wohlfühlen zusammen. Man versucht zusammen durchzuhalten. Abteilungsübergreifend oder innerhalb von Hierarchien herrscht das große Misstrauen und eine Finger-zeig Mentalität. Es gibt Einzelfälle, wo sich unterstützt wird, aber leider alles unter dem Mantel der gemeinsamen Ohnmacht und Verzweiflung.
Work-Life-Balance
Es wird so getan als ob eine gesunde Work-Life-Balance möglich wäre. Das ist allerdings schon aufgrund der dünnen Personaldecke nicht möglich. Wer sich bereitwillig zeigt und schwer Nein sagen kann, wird Überstunden schieben. Ein ehrliches Interesse am Wohlergehen der Angestellten ist nicht vorhanden.
Vorgesetztenverhalten
Leider gab es in der Historie des Unternehmens kein Bestreben leitende Angestellte oder die Unternehmungsführung in Sachen Personalmanagement zu schulen oder sich echten Support zu suchen. Jeder leitet so, wie er es für richtig hält und das ist teilweise nicht nur unsachlich und unangemessen, sondern schlicht inkompetent. Hier fehlen nicht nur eine moderne Herangehensweise sondern überhaupt eine Basis für gute Personalarbeit. Wertschätzungen aussprechen, zuhören, verständnisvoll und individuell reagieren, echte Hilfe durch Mentoring und Moderation bei Problemen anbieten, Stärken fördern, transparent und ehrlich kommunizieren - all das fehlt. die leitende Ebene turnt das nach, was von ganz oben vorgemacht und gelebt wird. Und das ist leider ein sehr überhebliches, misstrauisches und herablassendes Gebaren.
Interessante Aufgaben
Die Branche ist an sich sehr interessant und vielfältig. Allerdings konzentriert sich die Leitung des Unternehmens lieber darauf seine Mitarbeiter in festen Schranken agieren zu lassen und fördert keine individuellen Talente. Mal abgesehen davon, dass aufgrund des überlasteten Kollegiums sowieso kein Raum bleibt sich mit Weiterentwicklungen und neuen Ideen zu beschäftigen. altmodische und sehr konservative Methodik ist das was bleibt.
Gleichberechtigung
Es herrscht generell eine sehr fragwürdige Einstellung zu Themen wie Diversität, Gleichberechtigung oder Inklusion. Es gibt flächendeckend ein sehr antiquiertes Frauenbild und definitiv ein Gender Pay Gap.
Umgang mit älteren Kollegen
Solange man gleichbleibend hohe Leistung bringt, darf man auch älter werden. Der Wunsch nach reduzierter Arbeitszeit, weniger Verantwortung oder gar Erkrankungen sind allerdings nicht gern gesehen.
Arbeitsbedingungen
Ein sauberes und aufgeräumtes Erscheinungsbild ist der Führung sehr wichtig. Dementsprechend ist der Look konstruiert. Es gibt in Büros auch Steh-Arbeitsplätze und andere Annehmlichkeiten. Allerdings sollte es nirgendwo gemütlich oder zu bequem zugehen. Das entspricht nicht der CI!
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen wirbt stark mit großem Umweltbewusstsein. Allerdings auch erst seitdem das Thema innerhalb der Branche wichtig geworden ist. Ein ehrliches Bewusstsein zum Thema Umwelt oder Sozialer Verantwortung gibt es nicht. Es gibt genau einen Fokus und der heißt maximaler Gewinn!
Gehalt/Benefits
Anscheinend ist die Herangehensweise schon immer gewesen 'Nur so viel, wie unbedingt nötig' - Leider wurde hier (wie auch in anderen Bereichen) am falschen Ende gespart. Das sieht man an der hohen Fluktuation. Die Löhne sind nach wie vor nicht angemessen. Da man jahrelang sehr schlecht gezahlt hat, kommt es innerhalb der Mitarbeiterschaft zu Unmut, weil neue Kollegen zu besseren Konditionen eingestellt werden. Sozialleistungen werden nur zähneknirschend eingeräumt, niemals proaktiv. Es gibt ein 'Anwesenheits' Bonus-System für Mitarbeiter, die nicht krank werden. Das kommt vor allem bei jungen Eltern richtig gut rüber.
Image
Nach außen verkauft das Unternehmen einen sehr cleanen und modernen Look. Aber auch dieses Image ist weder zeitgemäß noch reell. In der Region gehört der größere Mittelständler definitiv zu den Arbeitgebern mit einer schlechten Reputation. Die Umgebung ist nicht stark besiedelt. Jeder kennt jemanden, der schon mal da gearbeitet hat oder noch arbeitet.
Karriere/Weiterbildung
Auch dieses Thema bleibt im Tagesgeschäft auf der Strecke. Angebote sind rar und am Ende haben viele Mitarbeiter auch einfach keine Zeit. Wenn man doch etwas antritt, muss man dafür unterschreiben die Kosten zu tragen, falls man Jahre nach einer Weiterbildung auf eigenen Wunsch das Unternehmen verlässt.