Schon lange keine Potentialentdecker mehr
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Erst als meine Kündigung absehbar wurde, hatte man mir eine Gehaltsanpassung angeboten, die aber weit unter dem war, was ich gefordert hatte. Zudem war die neue "Rolle", die ich einnehmen sollte, nicht klar definiert, weder die Anforderungen noch die Aufgaben. Anstatt also erst zu reagieren und Angebote zu machen, wenn ein Mitarbeiter droht zu kündigen, sollten stattdessen die Mitarbeiter, die noch motiviert sind, gefördert werden.
Verbesserungsvorschläge
Ein faires und transparentes Gehaltsmodell einführen, das individuelle Leistung, Engagement und mehr Verantwortung auch abseits der jährlichen Gießkannen-Runde belohnt.
Kommunikation
Flurfunk war oft sehr aktiv und wichtige Infos kamen dort schon schneller an als über offizielle Wege. Dabei hätte es so viele Bühnen gegeben, um offen auch über kritische und wichtige Dinge zu sprechen, wie das montägliche Frühstück oder die Strategietage. Das ist über die Jahre immer mehr zu einer Informationsveranstaltung von Führungskräften geworden, auf der kritische Fragen ungern gesehen waren und Zahlen so lange jongliert wurden, dass sie auch dem Investor gefallen.
Kollegenzusammenhalt
Teamintern hat alles gepasst, deswegen war ich auch so lange bei PERBILITY. Zwischen manchen Abteilungen hätte die Zusammenarbeit besser laufen können, aber allgemein gab es niemanden im Unternehmen mit dem ich nicht einen kurzen Plausch am Kaffeeautomaten gehalten hätte.
Work-Life-Balance
Die Zahlen mussten stimmen, egal, ob ein Team unterbesetzt war oder nicht. Ein Beispiel dafür war meine Elternzeit, in der keine Vertretung gesucht oder gar eingestellt wurde. Es wurde einfach erwartet, dass mein Team die Arbeit kompensiert. Hat sich für mich wenig wertschätzend angefühlt, als ob ich tagtäglich nichts leisten würde und gleichzeitig mussten meine Kollegen schauen wie sie die erhöhte Belastung kompensieren. In anderen Abteilungen sah man auch welche Kollegen kurz vorm Burnout waren und letztlich auch deshalb ausgefallen sind.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten meiner direkten Vorgesetzten war letztlich der ausschlaggebende Grund für meine Entscheidung, PERBILITY nach so vielen Jahren zu verlassen. Es mangelte spürbar an guter und moderner Mitarbeiterführung. Wer Wert auf eine unterstützende, wertschätzende Führungskraft legt, die sich für ihr Team einsetzt und motiviert, wird hier leider enttäuscht. Letztendlich hat dieses Umfeld für mich nicht mehr gepasst und mich zur Kündigung bewogen.
Interessante Aufgaben
Kam stark auf die Abteilung an.
Gleichberechtigung
Frauen in einer bestimmten Altersklasse wurden nicht gefördert aus Sorge um eine potentiell drohende Schwangerschaft. Natürlich nie offiziell, aber selbst im Teamgefüge wurde über Neueinstellungen dazu diskutiert,ob man eine Frau einstellt oder nicht.
Arbeitsbedingungen
Ein Großteil der Räume war modern eingerichtet und es wurde auch in anderen Stockwerken, die dazu gemietet wurden, versucht an das Design anzupassen, allerdings verfügen beide Bamberger Gebäude über keine Klimaanlage, was es im Sommer oftmals sehr unangenehm gemacht hat. Ventilatoren halfen da nur bedingt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mülltrennung und regionale Produkte wurden gefördert, aber der Neubau ohne PV-Anlage, Parkplätze anstelle einer Tiefgarage, um Versiegelung zu vermeiden und keine Ladesäulen für Mitarbeiter sind in der heutigen Zeit nicht mehr zu rechtfertigen.
Gehalt/Benefits
Es gab zwar bis dato einmal im Jahr eine allgemeine Gehaltsanpassung für alle Mitarbeiter, was positiv zu erwähnen ist. Abseits davon war das Thema Gehalt jedoch extrem frustrierend. Individuelle Spitzenleistungen oder die Übernahme von deutlich mehr Verantwortung wurden finanziell nicht honoriert. Die Standardbegründung war stets das fehlende Budget. Das demotivierte auf Dauer enorm, da besonderes Engagement schlichtweg nicht wertgeschätzt wurde. Wenn man nicht zum Einstieg gut verhandelt hatte, war die Gehaltsentwicklung eher bescheiden.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten waren hier leider größtenteils eine Frage von Glück und Timing. Es wurde nur dann etwas bewilligt, wenn zufällig noch Budget übrig war. Eine strategische oder individuelle Personalentwicklung fand praktisch nicht statt. Trotz mehrfacher, offener Kommunikation, dass man sich innerhalb der Firma in eine andere Abteilung entwickeln möchte, kamen fadenscheinige Begründungen zurück, weshalb man nicht für eine Position geeignet wäre (s. Gleichberechtigung).


