The Good, the Bad and the Büroalltag
Gut am Arbeitgeber finde ich
Möglichkeiten sich einzubringen, viel Transparenz, offene Kommunikation, kostenlose Getränke, Hunde im Büro, schöne Büros, gemeinsames Frühstück. Dickes Sommerfest und schöne Weihnachtsfeiern. Offene Küchen, in denen Zusammensitzen mittags erwünscht ist und die viel von Mitarbeitern genutzt werden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Mir fällt tatsächlich spontan nichts ein. Außer, dass wirklich kein Mensch eine Popcornmaschine braucht.
Verbesserungsvorschläge
Perbility macht schon sehr vieles sehr richtig. Das ist auch das Wichtigste, denn was ist schon perfekt?
Arbeitsatmosphäre
Da die Firma mehrere Standorte hat, kann ich natürlich nicht für alle sprechen. Generell ist die Stimmung in der Entwicklung immer freundlich, kollegial und hilfsbereit. Problematisch ist, dass wir wesentlich mehr Stress ausgesetzt sind, als es sein müsste. Obwohl es schon besser geworden ist, arbeitet die Entwicklung seit Jahren unterbesetzt an Themen, für die andere Firmen eigene Teams haben oder wo sich gar die gesamte Firma um ein Thema kümmert, was bei uns in einem einzigen Modul landet. Wenn man dann aus anderen Teams der Firma nur negatives hört, ist das schon arg deprimierend.
Kommunikation
Von der Geschäftsführung her eine einmalige Transparenz. Was hier an Mitarbeiter weitergeleitet wird, ist wohl ziemlich einzigartig. Warum trotzdem nur vier Sterne? Auch wenn die Geschäftsführung uns regelmäßig Updates über wichtige Dinge gibt, hapert es innerhalb der Firma manchmal bei der Kommunikation von Deadlines oder anderen wichtigen Themen. In der Regel bemüht man sich redlich, allerdings fällt erfahrungsgemäß immer mal wieder etwas bei der Fülle an Themen hinten runter.
Kollegenzusammenhalt
Einmalig. Selbstverständlich kann ich nicht für die gesamte Firma sprechen, aber der Zusammenhalt in der IT, wie ich ihn bisher erlebt habe, ist angenehm und einmalig. Liegt aber vielleicht auch an den vielen miteinander erlebten Stürmen. Katastrophen schweißen nun einmal zusammen.
Work-Life-Balance
Hier kommen wir an einen der ausbaufähigen Punkte. Überstunden sammeln sich magisch an, viele Leute fühlen sich fertig und ausgebrannt, machen aber trotzdem weiter. Auch Fälle von klinischem Burnout gab es schon, weshalb mittlerweile von den einzelnen Teams sehr darauf geachtet wird, Überstunden in einem annehmbaren Rahmen zu halten. Hier ist auch jeder ein bisschen selber in der Verantwortung, aber da der Zusammenhalt so gut ist, hat man auch immer ein schlechtes Gewissen, seine Kollegen "hängen" zu lassen. Die Arbeitslast in der IT ist immer extrem hoch, es ist NIE genug, NIE schnell genug und die Fragen "Warum dauert das so lange? Ihr habt doch XY Sprints, wieso geht das nicht?" führt einem die Schattenseiten des agilen Arbeitens nach SCRUM eindrucksvoll vor Augen: Was man diese Woche als Lösung präsentiert, wird nächstes Jahr refactored, weil man die Probleme, die man direkt angesprochen hat, ignorieren musste, weil keine Zeit war, es ordentlich und rund zu machen. Ganz im Sinne des agilen Mottos: Fail fast, repeat faster. Allerdings muss man auch zugeben, dass dies kein exklusives Problem von Perbility ist, sondern in der IT-Branche an sich altbekannt ist.
Vorgesetztenverhalten
Vom Start-Up zur Firma mit Add-Ons ist es ein weiter Weg gewesen und man merkt auch hier, dass man irgendwo zwischen professionellem Mittelstand und "Perbility ist anders" steckt. Von Führungskräften wird Transparenz und wenig Überwachung, aber viel Rückhalt erwartet. An sich steht die Eigenverantwortlichkeit im Mittelpunkt bei der Arbeit; Vorgesetzte werden in der Regel erst bei ernsten Problemen involviert und solange man seine Arbeit macht, sitzt einem in der IT auch keine Führungskraft im Nacken.
Interessante Aufgaben
An sich bietet die Firma genug interessante Aufgaben. Leider geht das im Alltag fast immer unter und auch Dinge, mit denen man sich gerne beschäftigen würde, müssen liegen bleiben weil die nächste Deadline, der nächste Bug, die nächste Eskalation ansteht. Offiziell steht einem aber nichts im Wege, interessante Aufgaben als Weiterbildungen oder im Rahmen von OKRs weiterzuverfolgen. Einmal im Jahr versuchen wir einen Hackathon durchzuziehen, was immer Spaß macht, weil man endlich mal ein paar Tage am Stück an etwas ordentlich schrauben kann.
Gleichberechtigung
Mitspracherecht ist selbstverständlich. Jede Stimme wird zumindest angehört und wer nicht offen sprechen möchte, kann sich an Klassensprecher wenden. Nicht jede Meinung wird allerdings auch gleich ernst genommen (wie überall eben). Finden sich aber genug Leute (oder besser: die richtigen Leute) so werden manchmal Dinge plötzlich möglich, wie z. B. Hunde im Büro. Miserabel empfinde ich allerdings die Einführung einer "Frauenquote" bei den Klassensprechern. Eine Demokratie, in der einem quasi vorgeschrieben wird, wen man wählen soll, hat einfach für mich einen faden Beigeschmack.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich habe bisher in der Firma nichts erlebt, was für einen schlechten Umgang spricht. Bei Krankheiten wird entgegengekommen und auch für andere private Umstände hat sich meines Wissens nach immer eine Lösung finden lassen.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind modern und angenehm. Es gibt kostenlose Getränke, ein gemeinsames Frühstück und vor allem vernünftiges Arbeitsmaterial. Lenovo Laptops, zwei Bildschirme und ein Headset sind Standardausstattung und für alle gleich. Kaputtes wird ohne Brimborium schnellstmöglich ersetzt. Veränderungswünsche können eingebracht werden, und werden (wenn sinnvoll) meist auch berücksichtigt, selbst wenn es individuell ist. Hunde dürfen nach Absprache mit ins Büro kommen, was hervorragend funktioniert. Home Office gilt regulär zwei Tage die Woche. Muss z. B. wegen persönlichen Terminen getauscht werden, ist das in der Regel nach Absprache im Team problemlos möglich.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Man versucht umweltbewusst zu sein. Inwiefern man die Welt mit Hafermilch im Kaffee rettet, mag dahingestellt sein. Das Sozialbewusstsein ist relativ ausgeprägt, zumindest kann man sich in schwierigen Lagen auf seine unmittelbaren Kollegen gut verlassen und auch von oben wird meistens versucht, einem so gut es geht entgegenzukommen.
Gehalt/Benefits
Die Gehälter sind bei Perbility von jeher transparent - das hat Vor- aber eben auch Nachteile, denn ob jemand so viel leistet wie er verdient ist immer auch ein bisschen eine subjektive Frage. Strukturelle Anpassungen sind möglich und generell entfällt das persönliche Aushandeln für Gehaltserhöhungen in der Regel, weil man einmal im Jahr einen Gehaltstopf hat, der im Team ausgegeben wird (auch hier wieder: Vor- und Nachteile, denn manche Teams kommen besser weg als andere weil das Durchschnittsgehalt dort höher liegt).
Besonders für Leute, die nicht dauernd zum Chef rennen und ihm erzählen wollen, wie geil sie sind und warum man die Firma quasi im Alleingang zum x-ten Mal gerettet hat, ist der jährliche Gehaltstopf aber ein Segen. So hält man auch viele gute Leute, die einfach keinen Bock haben andauernd rumzudiskutieren, warum sie für ihre anständige Arbeit auch anständig entlohnt werden wollen. Solche Leute kündigen sonst eher und suchen sich was neues. Unser Standard in der Entwicklung ist auch nur zu halten, weil der Durchlauf relativ gering ist.
Image
Generell ist das Image (zu recht) gut. Ansonsten leider wir immer noch ein bisschen an Unbekanntheit in der Stadt.
Karriere/Weiterbildung
Theoretisch immer möglich. In der Praxis sind die meisten froh, wenn sie irgendwie den stürmischen Alltag überstehen und anstatt sich bei zwei Tagen Flaute auf Fortbildungen zu stürzen, arbeitet man eben lieber unter Deck und kümmert sich um Dinge, die andere vielleicht nicht sehen, die aber eben doch ins Gewicht fallen. In der Hoffnung, dass es mit mehr Personal besser wird, verbessern sich aber vielleicht auch die Aussichten, Weiterbildungen aktiver betreiben zu können. Momentan verzichten viele, weil die Kollegen dann die Mehrarbeit ausbaden dürfen. Generell werden aber die (Teil-)kosten von der Firma erstattet und Fortbildung wird aktiv gewünscht.

