Nicht ernst zu nehmen – für echte Jobs ungeeignet
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Homeoffice-Konzept klang auf den ersten Blick interessant – gerade für Menschen, die flexibel arbeiten möchten. Außerdem war die Kommunikation mit meiner Ansprechpartnerin zu Beginn freundlich und bemüht.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Atmosphäre war extrem unprofessionell: Kommentare über Aussehen, nicht nachvollziehbare Arbeitszeiten, keine klare Aufgabe, kein Gehalt in Aussicht, keine Verträge. Es wirkte wie eine Mischung aus Strukturvertrieb, Verkaufsshow und Gruppendruck – ohne echte Grundlage.
Verbesserungsvorschläge
1. Strukturen schaffen statt Chaos verbreiten. Eine Einarbeitung sollte auf klaren Informationen und Aufgaben basieren – nicht auf vagen Andeutungen, Motivationsfloskeln oder Zoom-Monologen.
2. Respektvoller Umgang statt Oberflächlichkeiten. Aussagen über Äußerlichkeiten, Kleidung oder Make-up gehören nicht in ein professionelles Arbeitsumfeld. Wertschätzung entsteht durch Kommunikation, nicht durch Kommentare über das Aussehen.
3. Klare Arbeitszeiten & verlässliche Bezahlung. Spontane Meetings am Freitagabend oder Samstagmorgen ohne vertragliche Grundlage wirken nicht flexibel, sondern ausbeuterisch. Eine transparente Gehaltsstruktur und feste Arbeitszeiten wären ein erster Schritt in Richtung Seriosität.
4. Weniger Selbstdarstellung, mehr Substanz. Wer Mitarbeiter:innen gewinnen möchte, sollte sie nicht mit Marketingrhetorik oder künstlich erzeugtem Enthusiasmus überreden – sondern mit klaren Fakten, echter Aufgabe und fairen Bedingungen überzeugen.
5. HR-Strukturen etablieren. Ein professionelles Unternehmen braucht Ansprechpartner:innen für arbeitsrechtliche Fragen, eine vernünftige Einarbeitung und Schutz vor Übergriffen oder Machtmissbrauch. Momentan fehlt dafür jede Grundlage.
Arbeitsatmosphäre
Für mich sehr unangenehm: Viel Dazwischenreden, aufgesetzte Stimmung und eine Atmosphäre, die mehr an eine Verkaufsshow erinnert als an ein seriöses Unternehmen.
Image
Außen wirkt das Unternehmen modern, digital und zukunftsorientiert – das hat mich auch neugierig gemacht. Doch hinter der Fassade steckt ein System, das stark auf Eigenvermarktung, Gruppendruck und schwammige Versprechungen baut.
Das Unternehmen scheint sich selbst als Innovationsführer zu sehen, doch für mich wirkt vieles wie ein altes MLM-Prinzip im neuen Anstrich. Die Diskrepanz zwischen Außendarstellung und Realität ist leider enorm.
Work-Life-Balance
Von „Balance“ kann hier keine Rede sein. Es gab Meetings freitagabends um 17 Uhr und Eignungstests samstags ab 9 Uhr morgens – und das ohne Bezahlung, Vertrag oder klare Aufgabenbeschreibung.
Die Arbeitszeiten wurden als flexibel beworben, entpuppen sich aber als unberechenbar und fremdgesteuert. Wer nicht jederzeit abrufbar ist oder seine Wochenenden schützen möchte, wird hier Schwierigkeiten haben.
Es gab keinerlei Rücksichtnahme auf persönliche Zeitplanung, Nebenjobs oder familiäre Verpflichtungen. Für mich war das eine klare Grenzüberschreitung.
Karriere/Weiterbildung
Es wird viel von „Karrierechancen“ und „Aufstiegsmöglichkeiten“ gesprochen – allerdings ohne klare Strukturen oder Nachweise. Weiterbildung scheint hier eher ein leeres Schlagwort zu sein. Wichtige Prozesse und Anforderungen werden nicht erklärt, sondern nur vage angedeutet.
Wenn man fragt, bekommt man ausweichende Antworten oder wird auf spätere Phasen vertröstet. Für echte Weiterentwicklung fehlen sowohl Rahmenbedingungen als auch fachliche Führung.
Gehalt/Benefits
Eines der kritischsten Themen: Es gibt keine verlässlichen Angaben zur Vergütung. Angeblich soll man erst nach mehreren Monaten überhaupt entlohnt werden – genaue Beträge, Modelle oder Verträge wurden jedoch nicht vorgelegt.
Die Art der Bezahlung (wenn sie denn erfolgt) basiert offenbar auf einer Art Provision oder Teamumsatz, was für ein klassisches Angestelltenverhältnis nicht transparent und nicht fair ist. Sozialleistungen? Fehlanzeige.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Kein Fokus darauf bemerkbar
Kollegenzusammenhalt
Schwer zu beurteilen, da alles digital abläuft und man kaum echte Teamstruktur mitbekommt. Einige Kolleg:innen wirkten bemüht, andere sehr egozentriert.
Umgang mit älteren Kollegen
Kann nichts dazu sagen, aber bestimmt nicht gut
Vorgesetztenverhalten
Leider sehr fragwürdig. Aussagen über Äußerlichkeiten (z. B. man solle sich schminken oder „helle Kleidung tragen“) wirken übergriffig und unprofessionell.
Arbeitsbedingungen
Die Rahmenbedingungen wirkten von Anfang an unausgereift und chaotisch. Es gibt keine geregelten Arbeitszeiten, sondern spontane Meetings zu unmöglichen Uhrzeiten (z. B. freitags 17 Uhr oder samstags 9 Uhr). Die angebliche Flexibilität entpuppt sich schnell als völlige Verfügbarkeit.
Auch arbeitsrechtlich fragwürdig: Es gab weder einen klaren Vertrag noch eine transparente Gehaltsstruktur. Aufgaben waren nicht definiert, es gab keine echten Prozesse oder Verantwortlichkeiten.
Für Menschen mit festen Tagesstrukturen, Familie, Nebenjobs oder Selbstständigkeit sind die Bedingungen schlicht nicht tragbar.
Kommunikation
Sehr chaotisch. Es wird viel geredet, aber kaum etwas vermittelt. Klare Informationen sucht man oft vergeblich.
Gleichberechtigung
Aussagen über Aussehen und Kleidung lassen Zweifel an einem modernen Frauenbild aufkommen. Gender-Sensibilität? Eher Fehlanzeige.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben wurden nie wirklich erklärt. Es war kaum nachvollziehbar, was genau erwartet wird – alles blieb vage und wurde eher „motivational“ statt konkret kommuniziert.