Gut am Arbeitgeber finde ich
* Das Gehalt kommt teilweise schon zwei Tage vor Monatsende.
* Die Belegschaft außerhalb der Führungsebene (ausgenommen einiger Teamleiter) ist menschlich geblieben. Teilweise erinnert es an eine Selbsthilfegruppe.
* Die Mitarbeit im Team Service Desk.
* Der direkte Teamleiter, der fachliche Kompetenz mit Transparenz, Offenheit und Wertschätzung verbindet.
* Flexible Homeoffice-Regelung mit bis zu 50 % mobiler Arbeit.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
* Inkonsequente Führung durch Geschäftsführung und Abteilungsleitung. Entscheidungen werden entweder komplett ausgesessen oder basierend auf Gefühlen getroffen. Stimmen diese nicht mit den Fakten überein, werden die Fakten angezweifelt, anstatt über den eigenen Schatten zu springen.
* Unklare Grenzen zwischen Themengebiete und Aufgabenbereiche. Man redet andauern von ITIL und Servicelevel erhöhen, scheitert dann aber mit der Umsetzung. Es wird seit drei Jahren davon gesprochen, ein Überwachungsorgan innerhalb des IT-Ticketsystems einzuführen - leider kommt immer wieder was dazwischen und man vergisst diese Grundidee. Auffällig finde ich, dass solche Ideen besonders in Zeiten größerer Unruhe erneut thematisiert werden, ohne dass anschließend erkennbare Fortschritte folgen.
* Aktionismus. Vor geraumer Zeit gab es einige negative Bewertungen der porta IT, bei denen ein Teamleiter im Rampenlicht stand. Innerhalb der IT wurden dann massenweise Umfragen zu Vorgesetzten, Abteilungsleitern und dem Geschäftsführer gestartet. Nachdem man da für nen Monat drauf gepocht hat, wurde nie wieder was darüber gesagt. Man bekämpft gerne mit geschwellter Brust die Brände, sucht aber nur selten nach den eigentlichen Brandursachen.
Verbesserungsvorschläge
* Bezahlung auf ein faires und vor allem auch marktfähiges Niveau anheben.
* Entscheidungen treffen - aussitzen und Schadensbegrenzung zählt nicht.
* Informationen fair und transparent an die Belegschaft weitergeben.
* Probleme konsequent angehen und nicht durch Hauruck-Aktionen wie "wir würfen alles neu zusammen" lösen.
* Zu Fehlern und Fehlschritten stehen - auch vor den Usern im Markt. Manche Kollegen müssten einmal vom hohen Ross runterkommen und realisieren, dass man als IT-Dienstleister einen Dienst leisten muss.
* Eine realistische Personalplanung, damit Personalabgänge nicht dauerhaft zulasten der verbliebenen Mitarbeiter und des Teamleiters gehen.
* Verbindliche Zuständigkeiten zwischen den IT-Teams, konsequente Ticketbearbeitung und praktikable Arbeitsmittel.
* Wieder echte fachliche Entwicklungsmöglichkeiten und Weiterbildungsangebote schaffen.
Arbeitsatmosphäre
Zermürbend wäre zu harmlos. Absolut niederschlagend und frustrierend zu überspitzt. Es herrscht eine gedrückte Stimmung aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage, sowie der Übernahme von XXXLutz. Dazu kommt, dass aufgrund vieler Abgänge, die Personaldecke mehr als strapaziert ist. Untereinander äußern viele Kollegen den Wunsch, zu kündigen - einzig und allein die direkten Kollegen und die gewohnte Umgebung sprechen für porta.
Unserem Team wird immer wieder von den leitenden Führungskräften gepredigt, dass wir das Aushängeschild der IT seien, da wir den direkten Kundenkontakt haben. Gleichzeitig wird dieses Aushängeschild von besagter Führung mit Füßen getreten. Personalabgang wird toleriert, die Aufgaben werden dann an den Teamleiter abgegeben. Es kommen häufig nicht ins Themengebiet passende Aufgaben on top, da kein anderes Team sich dafür verantwortlich fühlt. Anstatt hier zu entlasten, werden weitere Maßnahmen ergriffen (z.B. Userberechtigungen eingeschränkt), die das tägliche Arbeiten teilweise unmöglich machen. Jedes bisschen Gehör der oberen Führungsebene muss sich über Wochen erkämpft werden. Es besteht das Gefühl, dass uns als Mitarbeiter nicht vertraut wird.
Image
Innerhalb der porta IT wird - vor allem von Seiten der Geschäftsführung und Abteilungsleitung - immer nur davon gesprochen, dass wir Macher und absolute Kämpfer sind. Das "normale Volk" der IT (ausgenommen einiger Erwählter) sieht den Arbeitgeber eher als geringeres Übel. "Wo anders könnte es noch schlimmer sein" oder auch "In meinem Alter finde ich nichts mehr" regiert hier die Welt.
Wer auf Kununu mitliest wird sehen, dass durchaus positive Bewertungen der Unternehmensgruppe existieren. Auffällig sind mehrere positive 5-Sterne-Bewertungen, bei denen als Tätigkeitsbereich „Geschäftsführung“ angegeben ist.
Porta ruht sich darauf aus, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Statt offener Kommunikation erlebe ich häufig Durchhalteparolen und zurückhaltende Informationsweitergabe. Auf mich wirkt das eher wie der Versuch, die Belegschaft zu beruhigen, als tatsächlich für Klarheit zu sorgen.
Work-Life-Balance
Es ist immer stark vom Vorgesetzten abhängig, aber porta lässt durchaus (noch) mit sich reden. Home Office ist bis zu 50% möglich.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt keine Weiterbildungsmöglichkeiten mehr - außer kurze, von Kollegen abgehaltene Infoschulungen zu bestimmten Themen. Diese kommen aber auch nur, wenn man künftig etwas in dem Themengebiet übernehmen soll.
Karriere bei porta ist möglich - mit massivem Vitamin B. Wer nicht zu diesem Kreis gehört, hat meiner Wahrnehmung nach deutlich schlechtere Aufstiegschancen.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung im Service Desk steht aus meiner Sicht in keinem angemessenen Verhältnis zum Aufgabenspektrum.
Neben klassischem Support gehören auch Infrastruktur, Warenwirtschaft, Logistik, Benutzerberechtigungen und Projektmanagement zum Alltag.
Das vergleichsweise niedrige Grundgehalt wird gerne mit den zusätzlichen Zahlungen für Samstagsdienste gerechtfertigt.
Ein Blick auf Tarifverträge, beispielsweise im öffentlichen Dienst oder in der Metall- und Elektroindustrie, zeigt jedoch, wie groß die Gehaltslücke ist.
Bei entsprechender Tätigkeit, Eingruppierung und Berufserfahrung sind dort Grundentgelte möglich, die ich bei porta selbst mit vier zusätzlich gearbeiteten Samstagen im Monat nicht erreiche.
Andere tarifliche Vergütungen werden wiederum bei deutlich kürzeren Wochenarbeitszeiten erzielt – teilweise bei 35 statt 40 Stunden.
Meiner Meinung nach sollten Samstagszuschläge eine zusätzliche Anerkennung für die Arbeit am Wochenende sein und nicht dazu dienen, ein niedriges Grundgehalt schönzurechnen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ich tu mir schwer, dieses Thema innerhalb der porta IT zu bewerten - da wir sogesehen ein eigenes Unternehmen sind. Ich kann sagen, dass zu Beginn meiner Zeit in der IT jedes benutzte Kabel (egal, ob für nen Monat oder drei Jahre) direkt in den Schrott gewurfen wurde. Inzwischen wird hier aussortiert und auf Weiterverwendung geachtet.
Angesichts der aktuellen Medienberichterstattung über das laufende Prüfverfahren der EU-Kommission wegen möglicher Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme durch XXXLutz sehe ich von einer Bewertung des fairen Handels ab.
Kollegenzusammenhalt
Hier teile ich klar auf zwischen "In meinem Team" und "Innerhalb der porta IT Service GmbH & Co. KG".
Innerhalb des Teams gibt es nichts zu meckern. Als ich damals dazukam waren wir über zehn Mitarbeiter, inzwischen sind wir nur noch zu fünft. Es ist ein eingespieltes Team, das als Paradebeispiel für Zusammenhalt, Überzeugung und in gewissermaßen auch Aufopferung dienen kann.
Innerhalb der porta IT ist es durchwachsen. Es gibt viele Kollegen, mit denen ich mich gut verstehe. Zum Quatschen findet man immer jemanden. Leider war es das auch. Man ist respektvoll miteinander, aber häufig packe ich mir bei Entscheidungen von anderen Kollegen nur an die Stirn. Tickets werden manchmal ohne Rücksprache von A nach B geschoben. Bei manchen Kollegen mangelt es aus meiner Sicht am notwendigen Verständnis für die Anforderungen einer IT-Bereitschaft. Es gibt bei besagten Kollegen kein Verständnis dafür, dass man gerade einen (wahrscheinlich verärgerten) Kunden in der anderen Leitung hat, der vom Fachbereich Hilfe braucht. Dann kommt nur "Ist nicht mein Thema, keine Ahnung" oder "Das ist kein Thema fürs Wochenende". Es kommt sogar vor, dass es persönlich wird.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Bewerber werden eingestellt, das ist kein Problem.
Leider werden langdienende Kollegen oft nur belächelt.
Erfahrung und Einblicke durch besagte Kollegen in die (doch sehr komplizierte) porta-Welt werden ignoriert oder weg-relativiert.
Vorgesetztenverhalten
Mein direkter Vorgesetzter (Teamleiter) ist in diesen Bereichen ein Vorzeigechef. Ich habe in meinen ganzen Jahren als Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft noch nie einen so offenen, transparenten, wertschätzenden und gleichzeitig auch fachlich versierten Vorgesetzten erlebt. Wirklich, Chapeau!
Doch warum dann nur ein Stern?
In den Jahren, die ich nun schon bei der porta IT im Betrieb bin, habe ich noch NIE eine so abgrundtief schlechte Führung erlebt. Ich glaube, wir würden führungslos (also quasi Organisation auf Teamleiterebene) besser funktionieren. Die Abteilungsleitung trifft Entscheidungen, ohne direkt betroffene Mitarbeiter direkt zu informieren. Projekte werden von heute auf morgen umgemodelt, um Versäumnisse aus vorherigen Projekten aufzufangen. Meiner Erfahrung nach werden Kündigungen aufgrund unzureichender Bezahlung hingenommen; später stellt man für mehr Gehalt ein. Wenn man anspricht, dass man sich nicht gesehen fühlt (da das Gehalt nicht zu der geleisteten Arbeit passt), kommen Sätze wie "Du wirst wertgeschätzt und weißt das auch".
Sowohl Abteilungsleiter als auch Geschäftsführer wissen anscheinend nicht, was IT-Betrieb braucht und bedeutet.
Arbeitsbedingungen
Der Altbau der porta Zentrale (in der die meisten Organe der Verwaltung der porta Unternehmensgruppe untergebracht sind) ist in einem traurigen Zustand. Grade bei uns in der IT sind häufiger Lecks im Dach, wodurch es reintropft. Im Sommer wurde es dieses Jahr im Büro schnell über 30°c. Porta antwortet auf diese Probleme mit "Haushaltsmitteln" - also Mülleimer hinstellen, wenns mal wieder tropft oder Ventilator an, wenn die heiße Luft steht. Wobei die Lecks im Dach jedes Mal natürlich wieder verschlossen werden... Um dann wo anders aufzutreten.
Die Tische und Stühle sind befriedigend. Wer Rückenprobleme hat, bekommt die Möglichkeit auf einen elektrisch höhenverstellbaren Tisch. Die IT Ausstattung ist nicht high-end, aber auch nicht das Billigste. Man kann arbeiten - sollte aber auch gewillt sein, mal beim Öffnen von Programmen wie der Windows Druckerverwaltung ein paar Minuten zu warten.
Es gab mal Probleme mit Feinstaub, für die Büros wurden Filter angeschafft. Der Lärmpegel innerhalb der Büros ist akzeptabel - hier stören höchstens mal die eigenen Kollegen, die förmlich ins Telefon schreien... :^)
Kommunikation
Auf der einen Seite gibt es einigermaßen regelmäßige Termine, in denen die gesamte IT über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Unternehmensgruppe aufgeklärt wird. Dafür gibts einen Stern mehr.
Auf der anderen Seite ist eine riesengroße Diskrepanz zwischen der oberflächlichen "Wir sind alle ganz toll miteinander und vertrauen euch" der Leitung der IT und dem, was wirklich passiert. Entscheidungen werden in kleinsten Kreisen getroffen, um Reibungen zu vermeiden. Anschließend werden diese Entscheidungen an die betroffenen Personenkreise verteilt mit einer Friss-oder-stirb-Atttüde. Sinngemäß: "In zwei Wochen nehmen wir euch eins der wichtigsten Tools weg, die ihr für die Arbeit braucht. Eine Lösung, wie ihr dann arbeiten könnt, haben wir nicht. Viel Glück."
Interessanterweise wird über die Fehlentscheidungen und Misstritte nicht berichtet - das fällt dann beim Projektleiter hinten runter.
Kommunikation von IT in die Möbelhäuser lässt häufig zu wünschen übrig. Teilweise wird IT intern gesagt, dass die Außenwirkung der IT auf die Mitarbeiter im Markt (also quasi DEN IT-KUNDEN!) primär egal ist - als IT-Dienstleister ein Armutszeugnis!
Gleichberechtigung
Zum Thema Frauenquote kann ich nur sagen, dass man hier gar nicht drüber diskutieren muss. Bei der porta IT kann man über viele meckern, aber nicht über den Umgang mit Frauen und anderen unterrepräsentierten Gruppen. Ebenso wenig über die Integration von anderen Minderheiten.
Interessante Aufgaben
Momentan ist die porta IT im Lebenserhaltungs-Modus. Projekte, die in Richtung Zukunftsvision oder Innovation gingen, wurden eingestampft. Es dreht sich aktuell nur noch um den Erhalt des laufenden Betriebes. Es wird eine buddhistische Einstellung von "Leben im Heute" gepflegt, was leider auch bedeutet, dass das Morgen dabei verloren geht und das Gestern nur zu selten kritisch hinterfragt wird.
Für den Service Desk gibt es leider mehr Fleißarbeit als wirklich interessante Aufgaben. Aktuelle Kollegen wurden als 1st-Level-Support eingestellt - dies gibt es inzwischen nicht mehr direkt. Stattdessen müssen Tickets verteilt/abgearbeitet werden, die vom Kunden oder Dienstleister stellenweise sogar ungenügend aufgenommen werden. Manchmal wird man dazu dann noch von den eigenen IT-Kollegen angepampt, dass man ja auch gefälligst selber was lösen solle. Dazu kommen komplett Service Desk untypische Aufgaben wie das Planen und Umsetzen von Projekten, Aufbauten in Filialen oder sogar das Prüfen von Mails, bei denen im Empfänger Tippfehler sind (what?????). Man ist quasi der 1.5-Level support und internes Abstellgleis - was auch jeder spürt.