Außen hui, innen pfuii
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist häufig von Unsicherheit und Misstrauen geprägt. Seitens der Leitungen und der Geschäftsführung kommt es zu unverhältnismäßigen Kontrollen, Arglist, Stress und teilweise sogar Mobbing. Anerkennung, Wertschätzung und die angepriesenen christlichen Werte sucht man oftmals vergebens. C-Mitarbeiter, die als „Maulwürfe“ genutzt werden können, genießen hingegen Anerkennung und Freiheit.
Image
„Außen Hui, innen Pfuii“ oder „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert“, trifft den Nagel auf den Kopf. Auch wenn die Geschäftsführung alles erdenkliche tut, um das Image stets aufzupolieren, eilt der schlechte Ruf (zum Glück) inzwischen voraus.
Karriere/Weiterbildung
Individuelle Weiterbildung findet nicht statt. Klar, man möchte das Fussvolk klein halten, um die Hierarchie beizubehalten. Kollektive Weiterbildung findet statt, wenn es ein billiges Angebot gibt, oder sich im Rahmen der Vetternwirtschaft etwas ergibt.
Apropos Vetternwirtschaft: So kann man sogar mit absoluter Ahnungslosigkeit eine Stabsstelle bekleiden.
Gehalt/Benefits
Gehälter, die für C-Mitarbeiter und unqualifizierte Angestellte mehr als ausreichend sind. Fachkräfte, die gerne und fleißig arbeiten und sich ihrer Qualifikation bewusst sind, sollten sich nach einer anderweitigen Tätigkeit umsehen, wo Lohn, Wertschätzung und Anerkennung passen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt E-Fahrzeuge und Bienenvölker, damit der CO2-Satz verbessert wird. Umweltbewusstsein zählt nur, wenn es Ersparnisse und eine vermeintlich positive Außendarstellung mit sich bringt. Gleiches gilt für das Sozialbewusstsein. Mehr Schein als sein…
Kollegenzusammenhalt
In dieser Einrichtung ist jeder Hans und Franz willkommen, um Gelder für Fachkräfte zu sparen. Da man hier ohne jegliche (pädagogische) Qualifikation einem Job nachgehen kann, sind natürlich viele darauf bedacht, lediglich den eigenen Stuhl warmzuhalten. Egoismus, Missgunst und Tratschereien sind daher an der Tagesordnung, statt gemeinschaftlich gegen die herrschende Machtstruktur vorzugehen. Unzufriedenheit wird nur hinter vorgehaltener Hand kommuniziert. Hinzu kommt, dass man nach Abwesenheitsphasen immer wieder auf ein neue Kollegen trifft, da die Fluktuation einem Taubenschlag gleicht.
Umgang mit älteren Kollegen
Wer ins Raster passt, hat hier einen Job auf Lebenszeit.
Vorgesetztenverhalten
Zum Erhalt der Hierarchie und zur Machtdemonstration sind den Leitungen und der Geschäftsführung sämtliche Mittel recht. Werte, Normen und Moral legen sie hierzu auch problemlos ab. Ebenso ihre eigene Würde und Niveau.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind miserabel. Mangelhafte Technik, ungeeignete Räumlichkeiten und überholte Arbeitsabläufe sowie -Materialien. Budget für benötigte Materialien wird nur genehmigt, wenn es durch Kostenträger vorgeschrieben wird oder das Image zu verbessern scheint. Individuelle Förderbedarfe der Menschen mit Behinderung haben keine Relevanz. Der Mensch ist nur Mittel zum Zweck. Nicht der Mensch sondern der Umsatz zählt.
Kommunikation
Kommunikation ist nur dann erwünscht, wenn sie nicht zur Darlegung von Problemen oder Kritik dient. Ist das der Fall, wird alles versucht, um diese Themen unter den Teppich zu kehren. Gegebenenfalls scheuen die Leitungen und die Geschäftsführung kaum eine Methode, um die Thematik im Keim zu ersticken - den Angestellten in der Regel gleich mit. Rechtsschutzversicherung empfehlenswert und sinnvoll!
Gleichberechtigung
Das Geschlecht ist zunächst nebensächlich. Systemtreue zählt. Bevorzugt werden zwar Damen (im Idealfall nicht mehr im gebärfähigen Alter oder ohne familiäre Verpflichtungen), aber auch Herren, die ihre individuelle Meinung und Männlichkeit bereits abgelegt haben.