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Bewertung

Zwischen Außendarstellung und Arbeitsalltag liegen Welten!

1,8
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 im Bereich Vertrieb / Verkauf bei Prodinger Verpackung OHG in Coburg gearbeitet.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Ich vermisse die Bereitschaft, Kritik ernst zu nehmen und daraus Konsequenzen zu ziehen. Der Eindruck entsteht, dass wiederkehrendes Feedback aus der Belegschaft kaum zu Veränderungen führt. Gleichzeitig haben in den vergangenen Monaten viele Mitarbeitende – darunter auch langjährige Kolleginnen und Kollegen – das Unternehmen verlassen. Für mich ist das ein deutliches Warnsignal, das Anlass zur Selbstreflexion geben sollte. Auch die kritischen Kununu-Bewertungen scheinen bislang nur begrenzt Einfluss auf notwendige Verbesserungen zu haben.

Verbesserungsvorschläge

Hören Sie auf Ihre Mitarbeitenden und nehmen Sie deren Anliegen ernst. Der Erfolg des Unternehmens basiert auf den Menschen, die täglich die Arbeit leisten und den Umsatz erwirtschaften. Investieren Sie wieder mehr in die Belegschaft – nicht nur in die Außendarstellung. Mehr Transparenz, faire Gehälter, echte Wertschätzung und bessere Arbeitsbedingungen würden mehr bewirken als jede Imagekampagne.

Arbeitsatmosphäre

Leider hat sich die Arbeitsatmosphäre in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert. Viele Mitarbeitende gehen mittlerweile mit einem unguten Gefühl zur Arbeit und fragen sich täglich, welche Veränderungen als Nächstes anstehen. Stellenabbau und wiederkehrende negative Nachrichten sorgen für große Unsicherheit und belasten das Arbeitsklima erheblich. Statt Zuversicht und Perspektive herrscht häufig Ungewissheit darüber, wie es weitergeht. Eine transparentere Kommunikation und mehr Planungssicherheit wären dringend wünschenswert.

Kommunikation

Die interne Kommunikation ist aus meiner Sicht einer der größten Schwachpunkte. Nach außen präsentiert sich das Unternehmen in den sozialen Medien und der lokalen Presse als modern und erfolgreich. Intern erfahren Mitarbeitende wichtige Neuigkeiten jedoch häufig erst über LinkedIn oder aus der Zeitung, anstatt direkt informiert zu werden. Das hinterlässt den Eindruck, dass die Außendarstellung einen höheren Stellenwert hat als eine transparente Kommunikation mit der eigenen Belegschaft. Die neu eingeführten „Klartext“-Veranstaltungen wirken eher wie einseitige Informationsveranstaltungen: Es werden die Sichtweisen und Entscheidungen der Führung präsentiert, echter Dialog findet jedoch kaum statt. Kritische Fragen oder Diskussionen sind nicht vorgesehen, wodurch der Name der Veranstaltung leider nicht dem tatsächlichen Format entspricht.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt innerhalb der einzelnen Teams ist nach wie vor eine große Stärke. Kolleginnen und Kollegen unterstützen sich gegenseitig und versuchen, den herausfordernden Arbeitsalltag gemeinsam zu bewältigen. Insbesondere seit der Einführung des neuen ERP-Systems helfen sich die Teams gegenseitig und gleichen gemeinsam Fehler und Probleme aus, die an anderer Stelle entstanden sind. Ohne diesen Zusammenhalt würde vieles im Tagesgeschäft vermutlich nicht funktionieren.

Umso bedauerlicher ist, dass der häufig kommunizierte Slogan „Wir alle zusammen“ oder „Gemeinsam zum richtigen Gesamtpaket“ im Arbeitsalltag nur bedingt erlebbar ist. Der Teamgeist existiert vor allem innerhalb der einzelnen Teams – unternehmensweit entsteht jedoch eher der Eindruck, dass Anspruch und Realität deutlich auseinanderliegen.

Work-Life-Balance

Die Möglichkeiten für eine gute Work-Life-Balance sind in den vergangenen Monaten deutlich eingeschränkt worden. Als einer der wenigen verbliebenen Vorteile gibt es zwar noch Gleitzeit, allerdings wird auch hier zunehmend erwartet, dass möglichst alle Mitarbeitenden zwischen 7:30 und 16:30 Uhr anwesend sind. Damit verliert die Gleitzeit einen Großteil ihrer eigentlichen Flexibilität.

Dabei hat das bisherige Modell gut funktioniert: In den Teams war sichergestellt, dass bis 16:30 Uhr ausreichend Kolleginnen und Kollegen für die Kunden erreichbar waren. Dennoch werden die Freiräume zunehmend eingeschränkt.

Hinzu kommt, dass Homeoffice inzwischen nicht mehr möglich ist und Überstunden zumindest indirekt erwartet werden. Insgesamt entsteht dadurch der Eindruck, dass Flexibilität vor allem von den Mitarbeitenden erwartet wird, während ihnen selbst immer weniger entgegengekommen wird.

Auch bei gestiegenen Lebenshaltungskosten, beispielsweise durch höhere Kraftstoffpreise, gab es aus Sicht der Mitarbeitenden keine erkennbaren Unterstützungsmaßnahmen. Das verstärkt den Eindruck, dass wirtschaftliche Belastungen der Belegschaft nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Vorgesetztenverhalten

Von den Mitarbeitenden wird ein hohes Kostenbewusstsein erwartet. Sparsamkeit und wirtschaftliches Handeln werden regelmäßig eingefordert und als Maßstab vorgegeben. Umso irritierender wirkt es, wenn gleichzeitig der Eindruck entsteht, dass für aufwendige Veranstaltungen, Summits oder repräsentative Maßnahmen erhebliche Mittel eingesetzt werden. Das vermittelt den Eindruck, dass bei der Außendarstellung andere Maßstäbe gelten als im Arbeitsalltag der Mitarbeitenden.

Führungskräfte sollten die Werte und Erwartungen, die sie an ihre Teams stellen, selbst vorleben. Wenn zwischen den eingeforderten Sparmaßnahmen und dem tatsächlichen Umgang mit Unternehmensressourcen eine Diskrepanz wahrgenommen wird, leidet die Glaubwürdigkeit der Führung und damit auch das Vertrauen der Belegschaft.

Arbeitsbedingungen

Die Büroräume wurden zwar modernisiert, dennoch gibt es weiterhin Verbesserungspotenzial. So sind die Büros nach wie vor mit Teppichböden ausgestattet, was insbesondere für Allergiker problematisch sein kann.

Positiv hervorzuheben sind der Wasserspender sowie frisches Obst an zwei Tagen pro Woche. Diese Angebote tragen zu einem angenehmeren Arbeitsalltag bei.

Weniger positiv fällt der Zustand der sanitären Anlagen auf. Aus meiner Sicht wäre eine häufigere Reinigung – idealerweise mehrmals täglich – sinnvoll, um dauerhaft einen sauberen und hygienischen Eindruck zu gewährleisten.

Auch bei der Einführung neuer Systeme besteht Verbesserungsbedarf. Neue Software sollte erst dann produktiv eingesetzt werden, wenn sie ausreichend getestet wurde und im Arbeitsalltag zuverlässig funktioniert. Unfertige Systeme führen zu vermeidbaren Problemen, Mehraufwand und zusätzlicher Belastung für die Mitarbeitenden.

Gehalt/Benefits

Die Gehaltsentwicklung ist aus meiner Sicht enttäuschend. Gehaltsanpassungen werden wiederholt verschoben oder mit dem Hinweis vertröstet, dass es „im nächsten Jahr“ möglich sein könnte. Das sorgt bei vielen Mitarbeitenden für Frustration, insbesondere vor dem Hintergrund gestiegener Lebenshaltungskosten.

Einen Inflationsausgleich oder vergleichbare finanzielle Entlastungen gab es nicht. Auch bei den deutlich gestiegenen Fahrtkosten wurden aus Sicht der Mitarbeitenden keine unterstützenden Maßnahmen angeboten.

Zwar gibt es Corporate Benefits und die IGB-Card, was grundsätzlich positiv zu bewerten ist. Allerdings bleiben viele Möglichkeiten ungenutzt, um die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden auch finanziell oder durch zusätzliche Benefits zum Ausdruck zu bringen. Gerade in Zeiten steigender Kosten wäre hier ein stärkeres Entgegenkommen wünschenswert.


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