Ein Arbeitsumfeld mit hoher Mitarbeiterfluktuation.
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Gute Work-Life-Balance mit einem hybriden Arbeitsmodell, das gut funktioniert.
- Pünktliche Gehaltszahlungen.
- Keine übermäßige Kontrolle / kein Micromanagement.
- Das Unternehmen investiert stark in die Weiterbildung der Mitarbeitenden, was positiv hervorzuheben ist.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ein zentraler Kritikpunkt aus meiner Erfahrung ist, dass externe Bewerber:innen häufig für Positionen eingestellt werden, die auch intern besetzt werden könnten. Neue Mitarbeitende geraten dadurch in eine Situation, die sie nicht beeinflussen können. Aus meiner Sicht entsteht dadurch ein Integrationsproblem, da die Teamdynamik und bestehende Erwartungen bereits vor der Ankunft neuer Kolleg:innen bestehen.
Ich empfehle Bewerber:innen, während des Vorstellungsgesprächs nach der Historie der Position zu fragen, insbesondere, warum frühere Besetzungen nicht langfristig erfolgreich waren, da sich ähnliche Herausforderungen wiederholen können.
Insgesamt ist das Unternehmen ein guter Arbeitgeber. Aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen kann ich jedoch nicht uneingeschränkt empfehlen, denselben Weg zu gehen.
Verbesserungsvorschläge
- Mehr Diversität auf Managementebene, um eine bessere Integration von Mitarbeitenden mit internationalem Hintergrund zu ermöglichen.
- Keine Samstagarbeiten für Abteilungen, die es nicht nötig haben.
- Mehr Fairness bei zusätzlichen Leistungen wie Weihnachtsgeld, Gehaltserhöhungen und Budgets für neue Positionen.
- Kritische Reflexion der Struktur von Stellenprofilen, um die Häufigkeit von Personalwechseln zu reduzieren und die Arbeitgeberreputation zu stärken.
- Den Fokus im Büro stärker auf fachliche Arbeit legen und private Gespräche weniger fördern, damit Mitarbeitende ihre Energie auf die Aufgaben konzentrieren können.
- Neue Mitarbeitende aktiv willkommen heißen, Integration nicht ausschließlich als Eigenverantwortung sehen und bei Konflikten im Team direkt vermitteln, statt kurzfristig Personal auszutauschen.
- Interne Beförderungen stärker priorisieren, bevor externe Neueinstellungen erfolgen, um die Motivation der bestehenden Mitarbeitenden zu fördern und Konflikte für neue Mitarbeitende zu reduzieren.
- In ergonomische und moderne Arbeitsplätze investieren, um das Wohlbefinden und die langfristige Gesundheit aller Mitarbeitenden zu unterstützen.
- Mehr objektives und nachvollziehbares Feedback wäre wünschenswert, da inkonsistente Rückmeldungen und kurzfristige Beendigungen zu Unsicherheit bei Mitarbeitenden führen und die Reputation des Unternehmens beeinträchtigen können.
Arbeitsatmosphäre
Arbeitszeit wird teilweise für private Themen genutzt, was für leistungsorientierte Mitarbeitende als ineffizient empfunden werden kann
Image
Ein Unternehmen, das mit seinen Produkten das Leben vieler Menschen verbessert.
Work-Life-Balance
Das hybride Arbeitsmodell funktioniert sehr gut und ermöglicht eine ausgewogene Work-Life-Balance – bis auf die Samstage, an denen man arbeiten muss, obwohl es gar nicht nötig ist. Wochenendarbeit wird zudem nicht zusätzlich entlohnt.
Karriere/Weiterbildung
Zwar liegen die Gehälter nach meiner Erfahrung unter dem Marktdurchschnitt und Gehaltserhöhungen fallen eher gering aus, das Unternehmen investiert jedoch deutlich in die Weiterbildung der Mitarbeitenden, was sehr positiv hervorzuheben ist.
Kollegenzusammenhalt
Die Integration neuer Mitarbeitender erfolgt vor allem eigenständig, während vom bestehenden Team nur begrenzte Unterstützung erwartet wird.
Vorgesetztenverhalten
Die Führungskräfte treten grundsätzlich freundlich und professionell auf. Aus meiner Erfahrung verändert sich der Umgang jedoch deutlich, sobald die Entscheidung getroffen wurde, ein Arbeitsverhältnis zu beenden. Die Art und Weise der Trennungsprozesse habe ich als wenig professionell empfunden, da Mitarbeitende teilweise weiterhin arbeiten, obwohl eine kurzfristige Beendigung bereits absehbar ist. Dies führte aus meiner Sicht zu unnötiger und vermeidbarer Belastung.
Sobald eine Entscheidung zur Trennung gefallen ist, hätte eine klare und zeitnahe Lösung aus meiner Perspektive für alle Beteiligten mehr Fairness und Transparenz geschaffen.
Zudem empfand ich Feedbackgespräche teilweise als wenig konsistent, da positives Feedback nicht immer mit späteren Entscheidungen übereinstimmte, was langfristig zu Frustration führen kann.
In meiner Beobachtung wurden bestimmte Positionen mehrfach neu besetzt, anstatt die strukturellen Anforderungen der Rolle kritisch zu hinterfragen. Dies führte dazu, dass Probleme eher auf Mitarbeitende als auf die Ausgestaltung der Position zurückgeführt wurden.
Arbeitsbedingungen
Die Büroausstattung ist uneinheitlich. Es gibt sowohl modernere, höhenverstellbare Arbeitsplätze als auch ältere Schreibtische, die ergonomisch nur eingeschränkt geeignet sind. Die vorhandenen Bildschirme sind überwiegend älteren Modells.
Die Vergabe der Arbeitsplätze erfolgt ohne feste Zuordnung, sodass die Ausstattung des jeweiligen Arbeitsplatzes vom Zeitpunkt des Erscheinens im Büro abhängt. Dadurch entsteht aus meiner Sicht ein unnötiger Wettbewerbsdruck, frühzeitig vor Ort zu sein, um ergonomisch besser geeignete Arbeitsplätze nutzen zu können.
Führungskräfte verfügen hingegen über feste Arbeitsplätze mit modernerer Ausstattung, was zu einer spürbaren Differenz in den Arbeitsbedingungen zwischen Management und Mitarbeitenden führt
Kommunikation
Die Kommunikation wirkt vorhanden, jedoch nicht immer nachhaltig, da positives Feedback während der Probezeit aus meiner Erfahrung keine langfristige Sicherheit bietet
Gehalt/Benefits
Die Vergütung liegt nach meiner Beobachtung häufig unter dem Marktdurchschnitt für vergleichbare Positionen, was die Rekrutierung von Fachkräften, insbesondere im Senior- und Managementbereich, erschwert.
In meiner Erfahrung werden manche Mitarbeitende von zusätzlichen finanziellen Leistungen wie dem Weihnachtsgeld ausgeschlossen. Dies wird teilweise damit begründet, dass die Mitarbeitenden bereits ein höheres Grundgehalt erhalten. Aus meiner Sicht ist dies eher ungewöhnlich und führte bei Betroffenen zu Unzufriedenheit.
Gleichberechtigung
Aus meiner persönlichen Wahrnehmung bestehen im Arbeitsumfeld indirekte kulturelle und weltanschauliche Erwartungen, die es bestimmten Mitarbeitendengruppen erleichtern, sich in das Team zu integrieren, während andere dies als deutlich schwieriger empfinden.
In meiner Erfahrung wurde bei der Integration neuer Mitarbeitender ein stärkerer Fokus auf deutsch sozialisierte Mitarbeitende gelegt, während Mitarbeitende mit internationalem Hintergrund weniger strukturelle Unterstützung erhielten.
Zudem hatte ich den Eindruck, dass internationale Fachkräfte im Vergleich als weniger nachhaltig eingeplant wurden, was sich in einer geringeren langfristigen Bindung widerspiegelte.
Auffällig war für mich außerdem, dass Führungsebenen überwiegend homogen besetzt sind und Diversität auf Managementebene nur eingeschränkt vertreten ist.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben selbst sind interessant und fachlich ansprechend. Aus meiner Erfahrung erschweren jedoch ausgeprägte soziale Erwartungen im Arbeitsalltag die Konzentration auf die eigentlichen Tätigkeiten. Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit wurde für private Gespräche genutzt, was es mir erschwerte, meine Energie auf die fachlichen Aufgaben zu fokussieren.
Zusätzlich empfand ich es als herausfordernd, dass während der Arbeitszeit häufig Hintergrundmedien wie Podcasts liefen, was die Konzentration weiter beeinträchtigte.
Die insgesamt langsame Systemlandschaft verstärkte diese Herausforderungen zusätzlich.