Guter Arbeitgeber, solange es dem Unternehmen gut geht
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Onboarding, den fachlichen Austausch und den Zusammenhalt unter den Kolleg:innen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die intransparente, unfaire Gehaltsstruktur, den Umgang mit der gescheiterten Betriebsratsgründung und die pauschale Schuldzuweisung an die Belegschaft bei Umsatzrückgängen.
Verbesserungsvorschläge
Eine transparente, nachvollziehbare Gehaltsstruktur mit klaren Kriterien für Aufstieg und Gehaltserhöhungen würde viel Frust nehmen. Zudem würde ich mir wünschen, dass echte Mitbestimmung (z. B. ein Betriebsrat) ermöglicht wird und dass bei Auslastungsschwankungen die Zeit für sinnvolle interne Projekte statt für Bench-Zeiten genutzt wird.
Arbeitsatmosphäre
Das Onboarding war das mit Abstand beste, das ich je erlebt habe, und es gab regelmäßige Mitarbeiterevents sowie Formate zum fachlichen Austausch. In den letzten zwei Jahren hat sich das Klima jedoch spürbar verändert – von einer offenen, ehrlichen Kultur hin zu einer eher angespannten Atmosphäre.
Unter Kollegen war die Atmosphäre durchweg gut. Seit das Management die Belegschaft pauschal für Umsatzrückgänge verantwortlich macht, herrscht allerdings ein spürbares Klima der Angst.
Kommunikation
Auf den Versuch, einen Betriebsrat zu gründen, wurde mit Townhalls reagiert statt mit echtem Dialog – das hat sich für mich eher wie Abwehr als wie Kommunikation angefühlt. Fachlicher Austausch untereinander war dagegen gut organisiert.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleg:innen war eine der großen Stärken – viele Formate für internen fachlichen Austausch und ein gutes Miteinander im Team.
Work-Life-Balance
28 Tage Urlaub sind für ein Unternehmen dieser Größe aus meiner Sicht nicht mehr wettbewerbsfähig. Jedoch war die Home-Office Option sehr angenehm.
Vorgesetztenverhalten
Seit rund zwei Jahren wird bei Umsatzrückgängen pauschal die gesamte Belegschaft verantwortlich gemacht, statt differenziert auf einzelne Ursachen einzugehen. Das hat das Verhältnis zwischen Management und Team stark belastet, obwohl der überwiegende Teil der Mitarbeitenden gute Arbeit leistet.
Interessante Aufgaben
Bei geringer Auslastung wurde ein großer Teil der Belegschaft auf die "Bench" gesetzt, ohne an internen Themen wie technischen Schulden, Hardening oder Testing arbeiten zu dürfen – das habe ich als vertane Chance und demotivierend erlebt.
Gleichberechtigung
Bei der Gehaltsfindung konnte ich keine nachvollziehbare Logik erkennen, weder in Bezug auf Qualifikation noch auf Leistung – Gehälter scheinen stark vom Verhandlungsgeschick beim Einstieg abzuhängen.
Arbeitsbedingungen
Bei geringer Auslastung wird ein großer Teil der Belegschaft auf die Bench gesetzt, statt die Zeit sinnvoll für interne Verbesserungen zu nutzen – das verschärft aus meiner Sicht die wirtschaftliche Lage zusätzlich.
Gehalt/Benefits
Die Gehaltsstruktur ist intransparent und liegt insgesamt spürbar unter Marktniveau – nach meiner Einschätzung liegen die Gehälter im Entwickler-Bereich teils rund 25–30 % unter dem branchenüblichen Marktdurchschnitt in Deutschland, bei Senior-Positionen sind es eher 5–10 %. Es gibt keine nachvollziehbare Logik bei der Gehaltsfindung, weder in Bezug auf Qualifikation noch auf Leistung. Gehaltssprünge und interne Aufstiege sind kaum möglich und hängen stark von persönlicher Sympathie statt von Leistung oder Qualifikation ab.
Image
Publicplan war lange ein fairer, ehrlicher Arbeitgeber mit gutem Ruf. Wie das Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Phasen mit der Belegschaft umgeht, hat für mich allerdings ein anderes Bild gezeichnet.
Karriere/Weiterbildung
Interner Aufstieg ist nach meiner Erfahrung kaum möglich und hängt stärker von Sympathie als von Leistung ab.
