Profit über Menschen – enttäuschende Erfahrung bei Puma
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das einzig wirklich Positive an meiner Zeit bei Puma war das großartige Team. Der Kollegenzusammenhalt war außergewöhnlich gut – wir haben uns immer gegenseitig unterstützt, auch in stressigen Zeiten. Auch unsere Store Manager haben sich bemüht, faire Schichtpläne zu machen und Rücksicht auf persönliche Bedürfnisse zu nehmen. Ohne diese Menschen vor Ort wäre der Job kaum auszuhalten gewesen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Leider hört das Positive hier auch schon auf. Die Realität bei Puma ist stark von Umsatzdruck geprägt – selbst in sogenannten Concept Stores, die eigentlich die Marke präsentieren sollen. Mitarbeitende müssen sich für alles rechtfertigen: für schwache Verkaufstage, für Kundenbeschwerden, für Dinge, auf die sie keinen Einfluss haben. Rückhalt durch das Unternehmen? Fehlanzeige.
Besonders frustrierend ist, dass europaweit Concept Stores nach und nach geschlossen werden – angeblich, weil die Stores „nicht genug Umsatz machen“. Statt jedoch eigene Fehler in der Preisstrategie, im Design oder in Kollaborationen zu hinterfragen, wird die Schuld auf die Stores und deren Teams abgewälzt. Es ist unrealistisch zu glauben, dass überall die gleichen Fehler auf Store-Ebene gemacht werden. Die Probleme kommen eindeutig von oben – und genau dort werden die falschen Entscheidungen getroffen, deren Folgen dann auf dem Rücken der Mitarbeitenden vor Ort ausgetragen werden.
Das Gehalt liegt auf Mindestlohnniveau, Bonusziele sind unrealistisch und kaum erreichbar. Selbst für ein Abschiedsessen mussten wir intern „kämpfen“, weil das Budget nicht mal dafür vorgesehen war – während parallel Millionen für Influencer-Kampagnen ausgegeben werden. Die Arbeitsbedingungen waren teils unzumutbar – etwa im Sommer, alsKlimaanlage kaputt war und nie repariert wurde. Es war schlicht nicht möglich, unter diesen Bedingungen zu arbeiten.
Puma spricht viel über Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung – intern ist davon leider nichts zu spüren. Alles ist auf Profit ausgerichtet, Mitarbeitende sind ersetzbar.
Die HR-Abteilung ist völlig unzuverlässig. Dort fehlt es nicht nur an Kompetenz, sondern vor allem an Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein. Gehaltsabrechnungen waren oft fehlerhaft – falsch oder nach Vertragsende weiter ausgezahlt.
Korrigiert wurde nur auf Nachfrage. Anstatt professionell zu handeln, herrscht dort Gleichgültigkeit. Kommunikation? Kaum vorhanden. Vertrauen? Nicht möglich. HR arbeitet ganz klar im Interesse der Führung, nicht der Mitarbeitenden.
Verbesserungsvorschläge
-Echte Wertschätzung für Mitarbeitende zeigen – nicht nur leere Marketingphrasen.
-Klimaanlagen und grundlegende Arbeitsbedingungen ernst nehmen – Gesundheit geht vor.
-Bonusziele realistisch gestalten und faire Bezahlung über dem Mindestlohn bieten.
-HR professionalisieren – Gehaltsfehler und schlechte Kommunikation vermeiden!!!!
-Weiterbildung und Aufstiegschancen schaffen, nicht nur für die Verkaufsfläche.
-Nachhaltigkeit und soziales Engagement auch intern umsetzen, nicht nur nach außen hin vermarkten.
-Strategische Entscheidungen hinterfragen, statt Teams für Unternehmensversagen verantwortlich zu machen!!!!
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre in meinemTeam war sehr positiv – das war auch der einzige Grund, warum ich so lange geblieben bin. Wir haben uns alle gut verstanden und uns gegenseitig durch den Arbeitsalltag getragen. Leider wurde diese gute Stimmung regelmäßig durch äußeren Druck, unrealistische Zielvorgaben und fehlende Wertschätzung von oben überschattet.
Image
Nach außen wirkt Puma jung, dynamisch und modern – intern ist davon leider nicht viel zu spüren. Die Realität im Store steht im starken Kontrast zur Markenkommunikation. Die Werte, die beworben werden, finden im Arbeitsalltag kaum Anwendung.
Work-Life-Balance
Dank unserer Store Manager war die Work-Life-Balance in Ordnung. Sie haben sich bemüht, auf unsere Wünsche bei der Dienstplanung Rücksicht zu nehmen
Karriere/Weiterbildung
Kaum Chancen. Weiterbildungsangebote oder Entwicklungsmöglichkeiten sind quasi nicht vorhanden – weder im Verkauf noch auf Store-Management-Ebene. Wer sich entwickeln will, muss sich selbst kümmern und hat nur mit viel Glück einmal im Jahr die Möglichkeit, an einem Workshop teilzunehmen.
Gehalt/Benefits
Es gibt nur das gesetzliche Mindestgehalt. Bonuszahlungen sind an unrealistische Monatsziele geknüpft und somit kaum erreichbar. Zudem musste man sich selbst für Kleinigkeiten wie ein Abschiedsessen budgetmäßig “rechtfertigen”, was den Eindruck vermittelt: Für die Mitarbeitenden ist kein Geld da – aber für Marketingkampagnen mit Influencern schon.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen kommuniziert Puma stark in Richtung Nachhaltigkeit und soziales Engagement – intern merkt man davon allerdings wenig. Entscheidungen werden rein umsatzorientiert getroffen, selbst auf Kosten der Mitarbeitenden (z. B. keine Klimaanlage im Hochsommer). Die Investitionen in Influencer-Kampagnen stehen in starkem Widerspruch zur fehlenden Bereitschaft, in grundlegende Mitarbeitendenfürsorge oder faire Arbeitsbedingungen zu investieren. Das soziale Verantwortungsbewusstsein wirkt mehr wie Marketing als gelebte Unternehmenskultur.
Kollegenzusammenhalt
Das Team war der einzige Lichtblick. Wir hatten ein starkes Miteinander, haben uns gegenseitig unterstützt und auch in stressigen Phasen zusammengehalten. Ohne dieses Team wäre der Job kaum auszuhalten gewesen.
Vorgesetztenverhalten
Die direkte Führung im Store war bemüht und super, hatte aber kaum Spielraum. Store Manager standen dauerhaft unter Rechtfertigungsdruck – für KPIs, Kundenbeschwerden und Umsatz, selbst wenn viele dieser Faktoren nicht in ihrer Kontrolle lagen.
Arbeitsbedingungen
Teilweise unzumutbar. Vor dem Sommer letzten Jahres ist z. B. die Klimaanlage kaputtgegangen – sie wurde nie repariert. Die Arbeit war bei über 30 Grad im Store kaum möglich. Insgesamt fehlt es an Fürsorge für die Gesundheit der Mitarbeitenden.
Kommunikation
Es gibt praktisch keinen Kontakt zur oberen Führungsebene. Entscheidungen werden einfach getroffen und kommuniziert, ohne Erklärung oder Dialog. Austausch findet ausschließlich über den Store Manager statt, der wiederum selbst ständig unter Druck steht und sich regelmäßig für Umsatzzahlen oder Kundenbeschwerden rechtfertigen muss – selbst wenn diese unbegründet sind.
Gleichberechtigung
Keine direkten Diskriminierungserfahrungen, allerdings ist die Gleichbehandlung stark abhängig von der jeweiligen Store-Leitung. Chancengleichheit im Unternehmen allgemein ist kaum gegeben – insbesondere, wenn es um Karriere außerhalb des Verkaufs geht.
