Mitarbeiterfeedback wird systematisch ignoriert - Entscheidungen ohne Transparenz an der Tagesordnung
Gut am Arbeitgeber finde ich
-Direktes Team
-Direkter Vorgesetzter
-Ich mag die eigentliche Arbeit
-Arbeitsbedingungen am eigenen Standort find ich gut
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Mir ist bewusst, dass nicht alle von mir genannten Themen kurzfristig umzusetzen sind.
Was mich jedoch besonders stört, ist, dass viele Verbesserungen leicht realisierbar wären, gerade für ein Unternehmen unserer Größe und mit unserem Anspruch.
Beispiele: Die Streichung von vergünstigten Sportangeboten spart zwar nur wenige Euro im Jahr, belastet die Mitarbeitenden jedoch massiv. Gleichzeitig sind gesündere und sportlichere Mitarbeitende in der Regel motivierter und seltener krank — aus meiner Sicht ein klarer Fehlgriff.
Auch regelmäßige Feedbackrunden sind zwar grundsätzlich positiv, helfen jedoch nur dann, wenn sie transparent, faktenbasiert und ernsthaft geführt werden. Beschönigungen oder unverbindliche Aussagen lösen in der aktuellen Situation der Mitarbeitenden kaum Probleme und wirken kontraproduktiv.
Verbesserungsvorschläge
1 Transparenz & Kommunikation erhöhen
Ziele realistischer setzen, insbesondere bei hoher Fluktuation und Personalabbau. [Fair gestalten]
Probleme und Unternehmensentscheidungen offen kommunizieren, anstatt ausweichende oder symbolische Aussagen [Tierkreiszeichen, Fußball Analogien]
Feedback von Mitarbeitenden ernst nehmen und zeitnah Maßnahmen oder Lösungsansätze anbieten.
[Nicht Todschweigen]
2 Gehalts- und Vergütungsstruktur überarbeiten
Faire Anpassungen nach der Ausbildung einführen.
Variable Vergütung an realistisch erreichbare Ziele koppeln, sodass Mitarbeitende nicht für Faktoren bestraft werden, die sie nicht beeinflussen können. [Auch Personalfluktuation beachten]
Speziell Support-Mitarbeitende im 2nd/3rd Level angemessen bezahlen.
3 Karriere- & Weiterbildungsmöglichkeiten wieder einführen
Klare Karrierepfade und Skill-basierte Entwicklungsmöglichkeiten schaffen.
Verantwortung und Aufgaben entsprechend den Fähigkeiten und der Erfahrung anpassen, verbunden mit fairer Vergütung.
4 Arbeitsorganisation & Ressourcen verbessern
Klare Zuständigkeiten definieren, um „Ticket-Ping-Pong“ zwischen Teams zu vermeiden.
Personalplanung verbessern, damit Aufgaben angemessen verteilt werden und Überlastung einzelner Mitarbeitender reduziert wird.
5 Benefits & Work-Life-Balance stärken
Ehemals vorhandene Benefits, wie Sportangebote oder flexible Homeoffice-Regelungen, wieder einführen oder adäquat ersetzen.
Präsenzpflichten im Büro an den tatsächlichen Bedarf und Teamstrukturen anpassen, um unnötige Belastungen zu vermeiden.
6 Gleichberechtigung
Offenes Feedback und Engagement unabhängig von Alter, Geschlecht oder Position anerkennen.
Kündigungen während der Probezeit transparent und nachvollziehbar gestalten.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung im direkten Team ist trotz der Umstände erstaunlich kollegial.
Allerdings liegt das hauptsächlich am Galgenhumor und dem gemeinsamen Kopfschütteln über viele Entscheidungen des Unternehmens, nicht wegen einer angeblich so positiven Unternehmenskultur - Hier ein paar Beispiele:
Organisatorische Abläufe wirken chaotisch und nicht verlässlich. Es wurden versehentlich Mitarbeitende von Ihrer Krankenkasse abgemeldet. Ein Vorgang der für Betroffene erheblichen Stress und Aufwand bedeutet hat.
Auch die Gehaltsabrechnungen sind da nicht ausgenommen, hier fehlt es an Transparenz und Verlässlichkeit. Zwar erfolgen die Zahlungen immer pünktlich, die inhaltliche Korrektheit ist jedoch schwer oder gar unmöglich nachzuvollziehen. In meinem konkreten Fall erhielt ich in einem Jahr über 25 Abrechnungen für lediglich 12 Monate.
Doch auf Rückfragen folgen keine Erklärungen sondern Screenshots aus Excel Tabellen, die für Mitarbeiter kaum überprüfbar sind.
Auch die Streichung der Benefits die in den selbst konservativsten Unternehmen Standard sind wurden ersatzlos gestrichen.
Es entsteht der Eindruck, dass Mitarbeiterbelange nur untergeordnete Rollen spielen.
Kommunikation
Die Kommunikation im direkten Team erfolgt gut. Mein unmittelbarer Vorgesetzter bemüht sich um Transparenz und gibt Informationen offen weiter, soweit sie Ihm selbst vorliegen.
Auf den höheren Ebenen endet diese Transparenz aber abrupt. Unternehmensentscheidungen wirken oft nicht nachvollziehbar, und offene Kommunikation über Probleme oder strategische Entwicklungen findet aus meiner Sicht kaum statt.
So wurden beispielsweise Mitarbeitende entlassen, ohne dass erkennbar für Ersatz gesorgt wurde. Die Last wird auf Kollegen umverteilt die eh schon am Limit sind. Gleichzeitig sind aufgrund dieser Themen eine hohe Fluktuation normal. Auf Nachfrage folgt aber wieder keine sachliche Kommunikation sondern ausweichende symbolische Aussagen wie Vergleiche mit den Tierkreiszeichen 2025.
Auch zur persönlichen Zukunft im Unternehmen erhalten Mitarbeitende kaum verlässliche Aussagen. Früher vorhandene, klar geregelte Aufstiegsmöglichkeiten wurden zudem gestrichen, ohne dass es eine Alternative gibt.
Typisch sind zudem, dass Rückmeldungen nach dem Muster "Wir nehmen das Problem mit" selten zu einer Lösung oder Maßnahmen führen
Kollegenzusammenhalt
Im direkten Team ist der Zusammenhalt sehr gut. Die Zusammenarbeit ist offen, hilfsbereit und lösungsorientiert. Probleme werden direkt angesprochen, und man unterstützt sich gegenseitig im Arbeitsalltag Lösungen zu finden.
Sobald Themen jedoch teamübergreifend werden, treten häufiger Verluste auf. Zuständigkeiten sind nicht immer klar definiert, was dazu führt, dass Aufgaben zwischen Abteilungen hin- und hergeschoben werden, anstatt gemeinsam gelöst zu werden.
Statt konstruktiver Abstimmung entsteht so teilweise der Eindruck von „Ticket-Ping-Pong“, bei dem Verantwortung weitergereicht wird, ohne dass das eigentliche Problem effizient bearbeitet wird.
Der gute Zusammenhalt im eigenen Team kompensiert vieles, kann aber meiner Meinung nach die strukturelle Schwächen in der Zusammenarbeit zwischen Bereichen jedoch nur begrenzt ausgleichen.
Work-Life-Balance
Urlaub konnte in meinem Fall immer jederzeit problemlos genommen werden, und auch Arzttermine sind ohne Hürden wahrzunehmen.
Die Arbeitszeit bewegen sich grundsätzlich im gesetzlichen Rahmen.
Aktuell kommt es zwar durch die Einführung eines neuen Tools vereinzelt zu Unklarheiten bei der Zeit Erfassung aber das ist glaub ich ein temporäres Problem.
Kritischer sehe ich die Entscheidung, die Homeoffice-Regelung von 50:50 auf 60:40 zugunsten von mehr Präsenz im Büro zu verschieben. Diese Maßnahme wirkt wie ein Rückschritt, insbesondere da viele Teams ohnehin standortübergreifend organisiert sind.
In meinem konkreten Fall arbeitet mein direktes Team, mit dem ich täglich zusammenarbeite, verteilt über ganz Deutschland. Auch im Büro findet daher der Großteil der Zusammenarbeit digital statt. Der Arbeitsort verändert die tatsächliche Arbeitsweise somit kaum, weshalb die stärkere Präsenzpflicht mir persönlich garkeinen Mehrwert bietet.
Vorgesetztenverhalten
Mein direkter Vorgesetzter leistet aus meiner Sicht hervorragende Arbeit. Kommunikation, Unterstützung im Alltag und Einsatz für das Team sind vorbildlich, weshalb ich ihn persönlich mit 5/5 Sternen bewerten würde.
Schwieriger wird es jedoch auf den darüberliegenden Führungsebenen. Die dort gesetzten Ziele wirken zunehmend unrealistisch, insbesondere vor dem Hintergrund von Personalabbau, Kündigungen und der allgemein angespannten Situation in den Teams. Statt diese Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, werden Zielvorgaben weiterhin erhöht, was die Umsetzbarkeit zusätzlich erschwert und meiner Meinung nach unmöglich macht.
Da ein relevanter Teil der variablen Vergütung an diese Ziele gekoppelt ist und teilweise auch Unternehmenskennzahlen einfließen, entsteht der Eindruck, dass Mitarbeitende auf Faktoren bewertet werden, die sie selbst kaum beeinflussen können. Dies führt zu Frustration und wirkt wenig nachvollziehbar.
Aus meiner Sicht wäre hier eine realistischere Zielsetzung und stärkere Berücksichtigung der tatsächlichen Ressourcen im Unternehmen notwendig.
Interessante Aufgaben
Ich mag meinen Job sehr und finde die Arbeit abwechslungsreich und herausfordernd. Besonders gefällt mir der direkte Kundenkontakt sowie die Aufgaben im 2nd und 3rd Level Support.
Natürlich gibt es Tage, die sehr anspruchsvoll sind, insbesondere wenn aufgrund von Personalmangel Kundensituationen bereits angespannt sind und man von einer Eskalation zur nächsten wechseln muss.
Gleichberechtigung
In der q.beyond habe ich die Erfahrung gemacht, dass Mitarbeitende, die sich aktiv und kritisch zu Missständen äußern, teilweise schnell wieder ausscheiden. Ein Beispiel: Nach dem Weggang des Projektmanagement-Teams wurde die Stelle mit einer jungen, engagierten Kollegin und ein paar Studenten besetzt. Sie brachte großes Engagement, arbeitete motiviert auch über die normale Arbeitszeit hinaus und brachte wieder Schwung in das Team.
Leider wurde diese Kollegin in der Probezeit wieder verabschiedet, obwohl sie die Aufgaben erfolgreich übernommen und das Team unterstützt hatte. Anschließend liegt das Projektmanagement auf sehr wenigen Schultern, was die Arbeitslast unverhältnismäßig erhöht.
Aus meiner Perspektive entsteht dadurch der Eindruck, dass kritisches und offenes Feedback innerhalb des Unternehmens nicht immer erwünscht ist. In Kombination mit der schnellen Kündigung dieser engagierten Kollegin wirkt die Gleichberechtigung in Entscheidungsprozessen stark eingeschränkt.
Nach dieser Erfahrung hätte ich am liebsten 0 Punkte gegeben.
Umgang mit älteren Kollegen
Da ich selbst noch relativ jung bin, kann ich nur aus äußerlicher Beobachtung berichten: Mein Eindruck ist, dass der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen respektvoll und fair erfolgt.
Ein Punkt, der jedoch auffällt, ist, dass aktuell keine Altersteilzeitmodelle angeboten werden. Dies schränkt aus meiner Sicht die Flexibilität für ältere Mitarbeitende etwas ein.
Arbeitsbedingungen
An meinem Standort sind die Arbeitsbedingungen sehr gut. Die Ausstattung mit Notebook, Headsets und Schreibtischen ist modern und funktional, und die Büroinfrastruktur insgesamt ist ansprechend.
Allerdings gibt es zwischen den Standorten Unterschiede: Einige Büros an anderen Standorten wirken weniger attraktiv und könnten aus meiner Sicht verbessert werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Aus meiner Wahrnehmung legt das Unternehmen nur begrenzt Wert auf Umwelt und Soziales.
Die Einführung einer Büroanwesenheit an bestimmten Tagen ohne erkennbaren Mehrwert für die Mitarbeitenden währen zuvor vorhandene Benefits wie Sportangebote gestrichen werden.
Das zeigt jetzt nicht unbedingt ein Hauptinteresse an gesünderen Mitarbeitern.
Ich weiß zwar das die Umweltbelastung durch das Pendeln der Anwesenheit jetzt keinen Unterschied macht, will ich aber trotzdem erwähnt lassen.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung liegt aus meiner Sicht eher am unteren Ende des Branchendurchschnitts. Besonders im 2nd- und 3rd-Level-Support sind die Gehälter meiner Erfahrung nach eher niedrig.
Nach der Ausbildung bleiben Gehälter häufig unverändert, und Anpassungen erfolgen kaum bis gar nicht. Mitarbeitenden, die eine angemessene und faire Bezahlung anstreben, bleibt somit oft nur die Empfehlung, sich nach Alternativen außerhalb des Unternehmens umzusehen.
Image
Das Image des Unternehmens wirkt nach außen teilweise negativ, sowohl von Mitarbeitern als auch bei Kunden. Insbesondere in Projekten fällt auf, dass häufig Personalwechsel stattfinden: Innerhalb von sechs Monaten hatte beispielsweise ein Projekt bereits den fünften Projektmanager, da die vorherigen vier entweder gekündigt haben oder gekündigt wurden. Solche Fluktuationen führen dazu, dass Kunden teilweise ausschließlich negative Erfahrungen berichten.
Andererseits gibt es auch positive Aspekte: Der Service-Desk am Standort Augsburg genießt laut Kundenzufriedenheitsumfragen einen sehr guten Ruf, und viele Kunden schätzen die Qualität der Betreuung in diesem Bereich.
Karriere/Weiterbildung
Die Möglichkeiten für berufliche Weiterentwicklung und Karriere im Unternehmen erscheinen aus meiner Sicht stark eingeschränkt. Früher gab es klar geregelte Karrierepfade anhand von Jobleveln und Skill-Matrix, die mit Verantwortung und Aufgaben einhergingen. Heute existieren solche Strukturen faktisch nicht mehr. Dies führt dazu, dass Mitarbeitende nach der Ausbildung oft nur begrenzte Aufgaben und Verantwortung haben, während Kollegen mit ein zwei Jahren Berufserfahrung Rufbereitschaft oder komplexen Projekten nachts 3:00 eigenständig Probleme lösen müssen – teilweise für Großkunden mit zehntausenden Mitarbeitenden. Trotz dieser viel größeren Verantwortung spiegelt die Vergütung oft nur das Ende des Ausbildungsgehalts wider, was die Situation meiner Erfahrung nach weder gerecht noch motivierend ist. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass Weiterentwicklung und angemessene Anerkennung von Leistung derzeit kaum gefördert werden.
Um faires Gehalt zu bekommen muss man sich außerhalb des Unternehmenskontext umsehen


