Gute Zusammenarbeit im Team, gemischte Erfahrungen mit Führung, Organisation und Rahmenbedingungen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Besonders positiv in Erinnerung bleiben mir die KollegInnen an meinem Standort.
Auch die inhaltlichen Aufgaben waren grundsätzlich spannend und abwechslungsreich. Das Tätigkeitsfeld bot viel Gestaltungsspielraum sowie interessante KundInnen- und Partnerthemen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich habe mich bewusst für dieses Unternehmen entschieden, weil mir im Bewerbungsprozess eine langfristige Perspektive vermittelt wurde. Entsprechend bin ich mit der Absicht gestartet, mich dauerhaft einzubringen und meinen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens zu leisten. Umso enttäuschender war für mich, dass die erlebten Rahmenbedingungen und die Arbeitsrealität nicht der Perspektive entsprachen, die mir vermittelt wurde.
Aus meiner Sicht habe ich mich mit hoher Motivation eingebracht und meine Aufgaben engagiert wahrgenommen. Dieses Bild wurde auch durch das Feedback aus meinem Arbeitsumfeld bestätigt. Dennoch wurde mein Arbeitsverhältnis innerhalb der Probezeit beendet. Dies hat mein Vertrauen in die Verbindlichkeit von Kommunikation und Führung nachhaltig beeinflusst.
Kritisch erlebt habe ich insbesondere die fehlende Klarheit bei Zuständigkeiten, wechselnde Rahmenbedingungen sowie eine aus meiner Sicht nicht immer transparente Kommunikation. Hinzu kam für mich eine deutliche Diskrepanz zwischen der Außendarstellung des Unternehmens und meiner persönlichen Arbeitsrealität.
Die größte Enttäuschung war für mich die Erkenntnis, wie sehr Führungskultur und Organisationsstrukturen die Motivation von Mitarbeitenden und deren Vertrauen in ein Unternehmen verändern können
Verbesserungsvorschläge
Ich würde mir wünschen, dass bereits vor einer Einstellung noch sorgfältiger geprüft und transparent kommuniziert wird, welche Rolle tatsächlich gesucht wird und welche Rahmenbedingungen neue Mitarbeitende realistisch erwarten.
Wer Menschen mit langfristigen Entwicklungsperspektiven, Gestaltungsmöglichkeiten oder zusätzlicher Verantwortung gewinnt, sollte diese Erwartungen anschließend möglichst verlässlich erfüllen oder frühzeitig offen kommunizieren, wenn sich Rahmenbedingungen ändern.
Darüber hinaus sehe ich Verbesserungsbedarf bei der Führungskultur. Verbindliche Kommunikation, nachvollziehbare Entscheidungen, klare Verantwortlichkeiten und ein respektvoller Umgang – insbesondere in Umstrukturierungen oder Trennungssituationen – würden aus meiner Sicht sowohl den Mitarbeitenden als auch dem Unternehmen selbst zugutekommen.
Das Unternehmen verfügt nach meiner Wahrnehmung über viele engagierte, fachlich hervorragende Mitarbeitende. Umso wichtiger wäre es, ihnen durch stabile Strukturen, gute Führung und transparente Kommunikation den Rücken zu stärken und dieses Potenzial langfristig zu erhalten.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich insgesamt als sehr widersprüchlich erlebt. Innerhalb meines Teams herrschte ein respektvoller und vertrauensvoller Umgang.
Gleichzeitig war mein Arbeitsalltag von einer hohen organisatorischen Unruhe geprägt. Zuständigkeiten änderten sich mehrfach, organisatorische Veränderungen folgten in kurzer Zeit aufeinander und Verbindlichkeiten wurden aus meiner Sicht nicht immer eingehalten.
Den größten Stress habe ich dabei nicht durch die fachlichen Anforderungen selbst empfunden, sondern durch diese Rahmenbedingungen. Hohe Arbeitsbelastung, unklare Verantwortlichkeiten und für mich teilweise schwer nachvollziehbare Entscheidungen führten dazu, dass ich meinen Arbeitsalltag zunehmend als belastend und wenig planbar erlebt habe.
Kommunikation
Die Kommunikation innerhalb meines Teams sowie an meinem Standort habe ich als offen, direkt und konstruktiv erlebt.
Anders habe ich die Kommunikation auf den darüberliegenden Ebenen wahrgenommen. Wichtige Informationen wurden aus meiner Sicht teilweise verspätet, unvollständig oder gar nicht kommuniziert. Nicht selten entstand der Eindruck, dass Veränderungen oder Entscheidungen bereits informell bekannt waren, bevor sie offiziell kommuniziert wurden.
Organisatorische Veränderungen mit weitreichenden Auswirkungen wurden aus meiner Sicht teilweise über Kanäle kommuniziert, die dem Anlass nicht angemessen erschienen und wenig Raum für Rückfragen oder Einordnung ließen.
Auch die Kommunikation rund um meine Kündigung entsprach nicht meinen Erwartungen. Die Mitteilung erhielt ich kurzfristig telefonisch zwischen KundInnenterminen durch den Head of HR. Ein persönliches Gespräch mit meiner direkten Führungskraft fand nicht statt, und mein damaliger People Lead war nach meinem Kenntnisstand nicht über meine Kündigung informiert. Unabhängig von der Entscheidung selbst hätte ich mir einen transparenteren und respektvolleren Umgang gewünscht.
Kollegenzusammenhalt
Der KollegInnenzusammenhalt war für mich die größte Stärke meines Arbeitsumfelds. Ich habe selten ein Team erlebt, das sich fachlich wie menschlich so gegenseitig unterstützt hat. Der Umgang miteinander war offen, ehrlich und vertrauensvoll. Gerade in schwierigen Situationen konnte ich jederzeit auf meine KollegInnen zählen.
Besonders geschätzt habe ich, dass ehrliches Feedback selbstverständlich war. Als ich begann, meine eigene Leistung aufgrund der Gesamtsituation zunehmend zu hinterfragen, haben mir KollegInnen offen gespiegelt, wie sie meine Arbeit wahrnahmen.
Rückblickend war das Schwerste an meinem Ausscheiden tatsächlich, diese KollegInnen zu verlieren. Ich habe in kurzer Zeit viele fachlich hervorragende, engagierte und empathische Menschen kennengelernt, mit denen ich jederzeit wieder zusammenarbeiten würde.
Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass der starke Zusammenhalt vor allem innerhalb der Teams spürbar war. Mit zunehmender Hierarchieebene nahm ich die Zusammenarbeit anders wahr. Entscheidungen wurden aus meiner Sicht häufig geschlossen vertreten, während deren Auswirkungen überwiegend von den Mitarbeitenden getragen werden mussten.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance habe ich als stark abhängig von Auslastung und personeller Situation erlebt. Grundsätzlich bestand Flexibilität in der Arbeitsgestaltung, gleichzeitig führten hohe Arbeitslast, personelle Veränderungen und unklare Prioritäten teilweise zu einer deutlichen Mehrbelastung. Auf meinen Hinweis zur hohen Auslastung erhielt ich die Rückmeldung, dass ich „halt nach 8 Stunden den Stift fallen lassen“ solle. Gleichzeitig war die Aufgabenlast innerhalb regulärer Arbeitszeiten aus meiner Sicht nur schwer abzubilden.
Ich habe mich dennoch bewusst stark eingebracht, da mir Entwicklungsperspektiven und zusätzliche Anerkennungen in Aussicht gestellt wurden, und ich KundInnen sowie KollegInnen gerecht werden wollte. Rückblickend würde ich stärker auf eine klare Priorisierung und nachhaltige Arbeitsbelastung achten.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten habe ich in meinem Arbeitsumfeld als sehr unterschiedlich, insgesamt jedoch als wenig konsistent erlebt. Während einzelne Führungskräfte im Unternehmen bemüht schienen, Orientierung und Unterstützung zu geben, fehlte es aus meiner Sicht häufig an klarer Führung, nachvollziehbaren Entscheidungen und verbindlicher Kommunikation.
Aufgrund von Umstrukturierungen und organisatorischen Veränderungen hatte ich während meiner kurzen Beschäftigungszeit Kontakt zu mehreren Führungsebenen. Dadurch wechselten Zuständigkeiten und Ansprechpartner mehrfach, was aus meiner Sicht zusätzliche Unsicherheit im Arbeitsalltag erzeugte.
Besonders herausfordernd empfand ich Situationen, in denen Erwartungen und Verantwortlichkeiten nicht eindeutig waren oder Entscheidungen für mich nicht nachvollziehbar kommuniziert wurden. Auch der Umgang mit Konflikten und schwierigen Situationen wirkte auf mich teilweise wenig strukturiert und nicht immer wertschätzend.
Rückblickend hatte ich den Eindruck, dass Führung stark von einzelnen Personen abhängig war und weniger durch einheitliche Prozesse, klare Verantwortlichkeiten geprägt wurde.
Interessante Aufgaben
Mein Arbeitsbereich bot grundsätzlich ein breites und abwechslungsreiches Aufgabenspektrum mit spannenden KundInnen, komplexen Themen und engem Austausch mit internen sowie externen Stakeholdern. Besonders die Kombination aus fachlichen Herausforderungen, KundInnenkontakt und Partner-Themen empfand ich als interessant und motivierend.
Aus meiner Sicht hatte der Bereich viel Potenzial und viele engagierte sowie fachlich starke Mitarbeitende. Gleichzeitig wurde die Umsetzung durch personelle Fluktuation, unklare Organisation, Ziele und Prioritäten sowie teilweise fehlende Entscheidungen erschwert.
Gleichberechtigung
In meinem direkten Arbeitsumfeld: respektvoller Umgang unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung oder andern Faktoren.
Gleichzeitig habe ich im weiteren Arbeitskontext sowie durch eigene Beobachtungen und Gespräche den Eindruck gewonnen, dass Gleichberechtigung und Chancengleichheit nicht in allen Bereichen gleichermaßen gelebt werden. Besonders bei Themen wie Vergütung, Entwicklungsmöglichkeiten und Entscheidungsprozessen sind bei mir Fragen hinsichtlich der Konsistenz und Nachvollziehbarkeit entstanden.
Aufgrund meiner begrenzten Beschäftigungsdauer und meines Einblicks in einzelne Bereiche kann ich keine abschließende Bewertung des gesamten Unternehmens vornehmen. Meine persönliche Wahrnehmung dieses Themas ist jedoch eher kritisch.
Umgang mit älteren Kollegen
In meinem direkten Arbeitsumfeld habe ich einen respektvollen und wertschätzenden Umgang zwischen KollegInnen unabhängig vom Alter erlebt. Aufgrund meiner kurzen Beschäftigungszeit und meines begrenzten Einblicks in andere Unternehmensbereiche kann ich keine belastbare Aussage zum gesamten Unternehmen treffen.
Arbeitsbedingungen
Diese habe ich insgesamt als solide, aber eher durchschnittlich erlebt. Die Räumlichkeiten waren aus meiner Sicht angemessen.
Bei der technischen Ausstattung entsprach die Realität teilweise nicht vollständig den Erwartungen, die im Bewerbungsprozess vermittelt wurden. Einzelne Arbeitsmittel wirkten eher zweckmäßig als hochwertig. Insgesamt war die Ausstattung für den Arbeitsalltag ausreichend, hätte aus meiner Sicht jedoch besser zum vermittelten Anspruch des Unternehmens passen können.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Thema Umwelt- und Sozialbewusstsein war aus meiner Sicht im Unternehmen in Kommunikation und einzelnen Initiativen sichtbar.
Im Arbeitsalltag habe ich in meinem direkten Umfeld nur begrenzt konkrete Berührungspunkte mit der praktischen Umsetzung wahrgenommen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt habe ich im Vergleich zu meinem wahrgenommenen Marktdurchschnitt im IT-Umfeld eher im unteren Bereich eingeordnet.
Eine klare und transparente Struktur der Vergütung im Unternehmen war für mich nicht vollständig erkennbar.
Auch Regelungen zum variablen Vergütungsanteil waren aus meiner Sicht nicht durchgängig transparent kommuniziert oder nachvollziehbar.
Die angebotenen Benefits waren teilweise standortabhängig unterschiedlich verfügbar.
Image
Das nach außen kommunizierte Unternehmensimage habe ich insgesamt strukturierter und positiver wahrgenommen als die Arbeitsrealität in meinem direkten Umfeld.
Im Austausch mit KundInnen und Partnern habe ich vereinzelt wahrgenommen, dass Themen wie Kontinuität und Verlässlichkeit in der Zusammenarbeit kritisch bewertet wurden.
Ich habe zudem eine gewisse personelle Veränderungsdynamik im Unternehmen wahrgenommen, die diesen Gesamteindruck mitgeprägt hat.
Gleichzeitig habe ich viele engagierte Mitarbeitende und starke Teams erlebt, die das Unternehmen positiv prägen.
Karriere/Weiterbildung
Im Bewerbungsprozess und zu Beginn meiner Tätigkeit wurden Entwicklungsmöglichkeiten und Perspektiven zur Weiterentwicklung kommuniziert.
Grundsätzlich gab es ein strukturiertes Weiterbildungsangebot in Form eines festen Weiterbildungstags. Aufgrund der operativen Auslastung und der täglichen Anforderungen war es aus meiner Sicht jedoch nicht immer einfach, diesen auch tatsächlich sinnvoll zu nutzen.
Ich bin mit der klaren Absicht ins Unternehmen gekommen, mich langfristig einzubringen und mich dort beruflich weiterzuentwickeln. Gerade deshalb hat mich die Entwicklung meiner Beschäftigung getroffen.


