Ein sehr gutes Unternehmen, das in den letzten Jahren durch das Management leider immer mehr zerstört wird
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die „normalen“ Arbeiter bei Qiagen, (außerhalb der GF, des Managements und der Führungskräfte): Es arbeiten hier wirklich ganz tolle, intelligente Menschen, die in ihrem Job sehr gut und zusätzlich auch menschlich, nett und hilfsbereit sind. Würde das Management die Firma nicht so kaputt machen, könnte es wirklich ein toller Arbeitgeber sein mit einer tollen Arbeitsatmosphäre und -motivation. Die guten, vor allem empathischen
Führungskräfte verlassen nach und nach das Unternehmen, was bleibt sind die Marionetten, die nur nach der Musik der Geschäftsführung tanzen. Dadurch verlassen immer mehr Mitarbeiter das Unternehmen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Management zerstört das Unternehmen, nimmt den Mitarbeitern jede Motivation und schaffen eine sehr schlechte Arbeitsatmosphäre. Es werden Horror-Szenarien kommuniziert und dadurch Gehaltserhöhungen und Beförderungen für das ganze Jahr gestrichen (zum wiederholten Mal innerhalb weniger Jahre), obwohl es dem Unternehmen noch lange nicht schlecht geht, wenn man sich die offiziellen Zahlen anguckt. Hauptsache das Managements profitiert weiterhin. Die Inflation und hohen Spritkosten, die die Mitarbeiter stemmen müssen, werden überhaupt nicht gesehen. Und anstatt sich mit wichtigeren Themen zu beschäftigen (ich dachte dem Unternehmen geht es so schlecht?) werden stundenlange Diskussionen und Kämpfe
mit dem Betriebsrat ausgeführt, um den Mitarbeitern die Home Office Möglichkeiten zu streichen und um weitere Maßnahmen zu überlegen, wie man die Mitarbeiter noch mehr kontrollieren kann. Es gibt keine Wertschätzung und Vertrauen mehr gegenüber den Mitarbeitern.
Verbesserungsvorschläge
Den Mitarbeitern einfach vertrauen und sie wertschätzen (durch weniger
Kontrolle, mehr Home Office Flexibilität, Gehaltsanpassungen um die Inflation stemmen zu können und Beförderungen für gute Arbeit), ehrlich zu den Mitarbeitern sein. Dann würde alles super funktionieren. Nicht nur auf den Aktienkurs gucken und kurzweilige Entscheidungen treffen, die den Aktienkurs kurz steigen lassen aber zu Kosten der Mitarbeiter gehen.
Arbeitsatmosphäre
Schlechte Arbeitsatmosphäre, regelmäßige Restrukturierungen inkl Kündigungen (ca alle 2 Jahre), den Mitarbeitern wird immer mehr verboten und weggenommen (zb Home Office, keine Gehaltsanpassungen, interne Kita wird geschlossen, keine Sommer- und Weihnachtsfeste mehr). Dass Mitarbeiter gehen wird als gern gesehene Kosteneinsparung gesehen.
Der Flurfunk ist schneller als jede offizielle Kommunikation. Kommuniziert wird mit Worten „ihr müsst“, „ihr dürft nicht“. Es herrscht eine Ellenbogengesellschaft zwischen den Kollegen, starke Hierarchien und Unterwürfigkeit wird verlangt. Viele Vorgesetzte sind Marionetten der GF und setzen sich nicht für ihre Mitarbiter ein. Man ist völlig auf sich alleine gestellt. Work-Life-Balance wird überhaupt nicht gerne gehört, wer Wert auf Familie und Freizeit legt, ist hier fehl am Platz. Kontrolle wird dagegen groß geschrieben, deswegen wurde das Home Office gekürzt auf 1 Tag/ Woche und soll langfristig komplett gestrichen werden. Absprachen hierzu werden hinter dem Rücken des Betriebsrats einfach umgangen. Überstunden sind normal und werden inoffiziell vorausgesetzt. Es gibt aber Zeitkonten, in denen man die Zeit sammelt und später frei nehmen kann.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist weit unter dem Durchschnitt der Branche und Gehaltsanpassungen betragen nur 1%-2% jährlich, in den meisten Jahren gibt es aber überhaupt keine Gehaltsanpassung. Die Gehälter setzen sich aus Gehalt + Bonus (persönliche Ziele und Unternehmensziele) zusammen. Der Bonus wird immer runter gedrückt, es ist fast unmöglich 100% zu bekommen (in den persönlichen Zielen wird ein Punkt gesucht, der nicht erfüllt wurde und Unternehmensziele werden bewusst so hoch angesetzt, dass sie
sowieso nicht erreicht werden). In Summe bekommt man also jedes Jahr weniger, als einem zusteht. Dazu kommt ein Urlaubsgeld, was auf der Abrechnung sowieso kaum sichtbar ist, weil es so niedrig ist. Weitere Benefits wie Weihnachtsgeld etc gibt es nicht.
Karriere: Als guter Mitarbeiter ist es sehr schwer eine Beförderung zu
bekommen. Egal wie gut man ist, man wird klein geredet, denn es lässt sich immer etwas finden, was man doch noch nicht perfekt gemacht hat (z.B. wenn irgendwo ein Punkt am Ende eines Satzes gefehlt hat). Außer man hat gute Verbindungen nach oben und zeigt durch massig Überstunden und Arbeitszeiten bis spät abends, dass man es verdient hat. Die Leistung ist dann eher nebensächlich.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind ok, es gibt Bereiche mit Großraumbüros aber größtenteils 2er Büros. Was man an Equipment braucht, bekommt man meistens, zb einen zweiten Monitor, eine spezielle Maus etc. Für höhenverstellbare Tische braucht man ein Attest, hier wird nichts präventiv gemacht, sondern erst, wenn man schon an Rückenschmerzen leidet.
Ansonsten sind die Büros geräumig und hell, es gibt eine gute Klimaanlage, Außenrollos etc, man kann sich nicht beschweren.
Umwelt-/Sozialbewusstsein: Man muss natürlich gewisse Vorschriften befolgen und Nachhaltigkeitsthemen mitverfolgen um am Markt attraktiv zu bleiben. Es wird aber eher als Last gesehen, mehr nicht. Sehr positiv ist dagegen anzumerken, dass ein Freiwilligentag eingeführt wurde. Man bekommt einen zusätzlichen Urlaubstag für eine ehrenamtliche Arbeit!
Gleichberechtigung
Als Frau hat man es definitiv schwerer aber man hat die Chance auf eine
Karriere. Im Management sind vor allem Männer vertreten. Was die Herkunft angeht ist hier jeder willkommen. Es gibt sehr viele englischsprachige Kollegen aller Nationalitäten am Standort. Manche älteren Kollegen werden als
wertvoll angesehen, weil sie ein großes Wissen über das Unternehmen und die Abläufe haben. Andere werden als störend empfunden, vor allem weil sie zu viel verdienen und eine eigene Meinung haben.