Globaler Konzern auf dem Papier (seit 100 Jahren existent) aber in Realität schlechter aufgestellt als jedes Start-Up!!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Home Office! bis zur verpflichtenden Arbeitsanweisung für 2 Tage Präsenz im Büro war das ein toller Benefit. Internationale Zusammenarbeit find ich toll, man kann sich immer per Teams vernetzen mit Kollegen aus überall auf der Welt. Sonst leider nichts mehr.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Hier muss ich definitiv den Fokus auf Mitarbeiterbindung, Führungsebene des DE Unternehmens und ganz wichtig, die HR Abteilung nennen. Die HR Funktion bzw. ihre Leitung, lokal als auch global, ist grottenschlecht. Ich habe noch nie so eine schlechte HR Abteilung gesehen und so eine instabile Zusammenarbeit mit dem COO. Sowohl Managing Director und HR Leitung haben keine Ahnung was Human Ressources bzw. People and Culture bedeuten. Es gibt keine wirkliche Strategie für irgendwas und keine Wertschätzung für die Mitarbeiterlandschaft. Man kann froh sein, wenn man sein Gehlt richtig bezahlt bekommt. Dieses Jahr kam das auch vor, Gehälter wurden monatelang falsch ausbezahlt.
Verbesserungsvorschläge
Diese Box würde nicht ausreichen um das alles aufzulisten und es bleibt leider fraglich, ob das überhaupt was ändern würde. Manchmal muss man auch radikal was ändern - Bei Quadient Germany würde ich einen Wechsel in der Führung als Startpunkt sehen und ganz speziell sollten die lokale C-Ebene und seine ein paar der VPs/SVPs ausgetauscht werden. Und ich denke, wichtig für DE Mitarbeiter: Neuanfang mit Wechsel der lokalen und auch regionalen/globalen Leitung der HR Abteilung.
Arbeitsatmosphäre
Man muss sich die Atmosphäre immer selbst schaffen. Von der Führungsebene gab es in den letzten 2 Jahren keine Initiative die Atmosphäre und den Change richtig zu implementieren. Man hört von vielen Kollegen nur Beschwerden und wie nervig alles ist seit der Konzern international ist und aufgekauft wurde. Change wird immer angesprochen und in tollen PPPs der Führungsebene aufgezeigt, aber das ist auch alles - Senior Stakeholder (Von VPs zu COO) fragen stets nach Feedback um ihr eigenes politisches Standing im Konzern zu festigen, aber wirkliches Interesse und gute Initiativen gibt es keine. Und wenn, werden diese Initiativen ausschließlich auf höchster Führungsebene besprochen und in Silos entschieden. Als „mittlere Führungskraft“ kann man die Atmosphäre für sein eigenes Team kaum beeinflussen.
Kommunikation
Das Unternehmen hat eine eigene Abteilung für interne Kommunikation und für corporate communication - so wie alles auf dem Papier gut und strukturiert aussieht. Es gibt jedoch keinerlei Zusammenarbeit von unterschiedlichen Funktionen wie bspw. der HR Abteilung und der Führungsebene. Die HR Abteilung treibt keinerlei offene Kommunikation an, es wurden viele Vorschläge angebracht, aber letztendlich wieder in Silos entschieden und daher wird Kommunikation hier nur als Support für VPs, COO und Investoren genutzt.
Kollegenzusammenhalt
Gruppen von Mitarbeitern und Teams halten so gut es geht immer zusammen, aber cross-funktionaler Zusammenhalt innerhalb der Quadient Germany existiert nicht. Letztendlich macht jeder das, was für seine Funktion/Abteilung und sein Team das Beste ist. Übergeordnet gibt es keinen Zusammenhalt - Wenn du weg bist, dann ist es so, derKollege wird einfach ersetzt und man geht seinem Alltag wieder nach.
Work-Life-Balance
Da ich selbst neue Talente versucht habe zu rekrutieren, muss ich ehrlicherweise sagen, dass dies der wichtigste Verkaufspunkt war - Das Unternehmen arbeitet nämlich sehr stark remote, was wiederum einen großen Spielraum für flexiblere Arbeitszeiten zur Verfügung stellt. Es kommt natürlich immer auf das Team an, aber in vielen Funktionen gibt es reichlich Flexibilität und man kann seine Aufgaben und Zeit sehr gut einteilen und niemand kontrolliert einen, wann und wie die Arbeit umgesetzt wird.
Vorgesetztenverhalten
Leider gar nicht gut. Und dies ist der Senior Stakeholder Ebene sehr bewusst, jedoch wird das Thema erst jetzt langsam mit einem neuen VP Talent umgesetzt und kommt Jahre zu spät. Ich habe bereits mit vielen Führungsleuten/Managern/Vice Presidents und C-Level Führung gearbeitet - auf unterschiedlichen Ebenen und mit diversen Erfahrungen - und noch nie so eine unreife und instabile lokale Führungsebene gesehen. Es gibt kein internes Entwicklungsprogramm oder Training, viele wurden Vorgesetzte ohne wirklich die Skills oder das Potenzial zu haben. Es gibt wenige „gute“ dazwischen, die kaum auffallen.
Interessante Aufgaben
Bei mir im Bereich leider kaum - interessante, fordernde und anspruchsvolle Aufgaben muss ich mir stets selbst suchen und dann werden viele einfach genommen und im Führungssilo besprochen, man selbst soll dann aber eher die administrativen Aufgaben erledigen und potentielle Projekte werden nur von Leuten in bestimmten Positionen übernommen. Das Unternehmen möchte Sachbearbeiter und keine innovativen Denkern - Sehr langweilig und nichts für ambitionierte Menschen.
Gleichberechtigung
Es kommt daruf an, wie man Gleiberechtigung verstehen möchte. Es gibt globale Diversity und Equality Initiativen und man fühlt sich wohl, egal welcher Herkunft etc.
Gibt es jedoch Gleichberechtigung bei dem Thema Gehalt - Absolut nicht!! Es gibt innerhalb von Teams enorme Unterschiede was z.B. Gehalt angeht. Hier hat das Unternehmen und die HR Leitung auch ganz viel versprochen, dies zu verbessern und es wurden Projekte zum Thema „Rewards&Benfits“ eingeleitet, vielleicht also Hoffnung dies dann in einigen Jahren endlich umzusetzen.
Umgang mit älteren Kollegen
Das Unternehmen in DE hat größtenteils eine „ältere Belegschaft“, daher kann man hierzu nicht viel sagen. es gibt keine Unterschiede im alltäglichen Umgang.
Arbeitsbedingungen
Das Büro in München ist ok. Nichts besonderes , ein Standard Büro mit ein paar einzelnen und zwei Großraumbüros. Jeder Büroplatz hat zwei Screens und einen höhenverstellbaren Tisch. Dem Büro fehlt jegliche Persönlichkeit oder Leben - daher nur 2 Sterne für die gute Büroausstattung.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt 2x im Jahr globale Kampagnen und das Unternehmen gibt jedem Mitarbeiter eine gewisse Stundenanzahl, die man individuell dann für philanthropische Tätigkeiten nehmen kann. Es gibt einen Punkt abgezogen, da aufgrund der Historie des Unternehmens noch viel zu viel auf Papier erledigt wird. Viele personalbezogenen Papiere und Prozesse hätten bis jetzt schon digitalisiert werden können. Z.b. hat das Unternehmen erst 2025 die digitale Signatur für Arbeitsverträge umgesetzt, vorher wurden noch seitenweise Kopien gedruckt und per Post gesendet.
Gehalt/Benefits
Neutral. Durch meine Tätigkeit habe ich viel Einsicht in Gehaltsstrukturen von Teams. Wer neu dazukommt kann hier ziemlich gut gehaltlich einsteigen - für wenig Aufwand für die Tätigkeit. Die Führungsebene von Director aufwärts kann sehr gut verdienen (teilweise 6-stellig im Gesamtpaket), aber der normale Manager mit Verantwortung für doppelt so viele Teammitglieder liegt von dem oben genannten Gehaltspaket entfernt und hat in den letzten Jahren vielleicht eine Gehaltserhöhung von 2% gehabt. Viele unterbezahlte Kollegen werden gehaltlich nicht gerecht behandelt. Benefits, wie man sie standardmäßig kennt, gibt es bei Quadient DE nicht. Man hat die betriebl. Altersvorsorge und 31 Uraubstage - darüber sollte man laut Führungsebene zufrieden sein. Aber auch hierzu gibt es ein Projekt und in den kommenden Jahren wird dies dann umgesetzt, wenn man do lange noch bleiben möchte.
Image
Website strahlt und kommuniziert ein wundervolles Image als Arbeitgeber und auch als Marke - nicht verwirren lassen. Das Unternehmen hat in dem speziellen Marktsektor der B2B Kommunikation ein gutes Image und Erfolg, aber sieht man das im Verhältnis zur Größe, dem Umsatz, Marktanteile und dann aus „Arbeitgeber“- Sicht wird der Erfolg und das Image in der DACH Region übertrieben.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt selten Budget für Weiterbildung, das Unternehmen versteckt sich hinter seiner internen Lernakademie und die Führungsebene verweist bei jeglichen Anfragen zur Weiterbildung nur auf die e-learning Plattform. Es gibt eine zentralisierte unf global agierende L&D Abteilung, die jederzeit Schulungen etc. skizzieren und Weizerbildungspfade entwickeln könnte, jedoch fehlt eben hier die strategische Vision und auch die cross-funktionale Zusammenarbeit von bestimmten Teams und der Führungsebene. Die Thematik wird seitens des Unternehmens behandelt und wie bei anderen wird ein Projekt ins Leben gerufen und viell hat man in ein paar Jahren dann endlich Entwicklungspfade und Weiterbildung standardisiert.

