Mehr als enttäuschend: Ausnutzung statt Wertschätzung – Radisson hat den Bezug zur Realität verloren
Gut am Arbeitgeber finde ich
Den Kollegenzusammenhalt und einzelne engagierte Mitarbeiter, die trotz allem versucht haben, den Laden am Laufen zu halten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ausnutzung von Mitarbeitern, fehlende Wertschätzung, mangelhafte Kommunikation, realitätsfernes Management, schwache Benefits und ein respektloser Umgang mit langjährigen Angestellten – spätestens beim Austritt.
Verbesserungsvorschläge
Wieder anfangen, Menschen statt nur Zahlen zu sehen. Realistische Personalplanung, faire Bezahlung, echte Benefits und eine funktionierende HR-Struktur. Führungskräfte und Zentrale müssen wieder näher an die operative Realität rücken.
Arbeitsatmosphäre
Früher kollegial, heute geprägt von Druck, Unterbesetzung und Frust. Die Stimmung leidet massiv unter permanentem Sparzwang und unrealistischen Erwartungen. Motivation wird nicht gefördert, sondern aufgebraucht.
Image
Nach außen professionell, intern bröckelt die Fassade massiv. Das Image passt längst nicht mehr zur Realität in den Hotels.
Work-Life-Balance
Nicht vorhanden. Überstunden sind an der Tagesordnung und gelten – insbesondere in Führungspositionen – pauschal als abgegolten. Arbeitszeiten werden regelmäßig überschritten, private Zeit spielt keine Rolle. Ständig muss man erreichbar sein, sowohl im Urlaub als auch an freien Tagen.
Karriere/Weiterbildung
Kaum echte Entwicklungsmöglichkeiten. Talente werden nicht gefördert, sondern überlastet. Viele gute Leute gehen – nicht ohne Grund.
Gehalt/Benefits
Mehr als enttäuschend. Nach über zehn Jahren Betriebszugehörigkeit ein „Dankeschön“ von 300 € brutto. Überstunden werden als abgegolten betrachtet. Die Benefits wirken zunächst gut, sind in der Realität der Hotels jedoch schwach und nicht Konkurrenzfähig.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen stark vermarktet, intern oft nur Fassade. Nachhaltigkeit endet dort, wo sie Geld kostet oder den Betrieb verlangsamt.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist das Einzige, was den Laden lange am Laufen gehalten hat. Allerdings wird genau dieser Zusammenhalt vom System ausgenutzt, bis auch hier die Belastungsgrenze erreicht ist.
Umgang mit älteren Kollegen
Langjährige Mitarbeiter werden nicht wertgeschätzt. Erfahrung zählt wenig, Loyalität noch weniger. Nach vielen Jahren Einsatz gibt es weder Anerkennung noch Sicherheit – eher das Gefühl, austauschbar zu sein.
Vorgesetztenverhalten
Stark abhängig von der jeweiligen Person, insgesamt aber enttäuschend. Führungskräfte stehen selbst unter Druck und geben diesen ungefiltert weiter. Rückendeckung fehlt, Verantwortung wird nach unten weitergereicht.
Arbeitsbedingungen
Chronischer Personalmangel, steigende Anforderungen und gleichzeitiges Sparen an allen Ecken. Die Arbeitsbedingungen haben sich über die Jahre deutlich verschlechtert.
Kommunikation
Mangelhaft. Wichtige Informationen kommen spät, gar nicht oder nur über Umwege. Kommunikation ist überwiegend Top-down, Rückfragen oder Kritik sind nicht erwünscht. Entscheidungen werden getroffen, ohne den operativen Alltag zu berücksichtigen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben könnten interessant sein, werden aber durch Personalmangel, Dauerstress und operative Überlastung entwertet. Kreativität und Weiterentwicklung bleiben auf der Strecke.