Außen hui, innen zäh: Gute Aufgaben scheitern an Blockaden und Führungsschwächen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Anlehnung an den Tarifvertrag. Das sorgt für faire Rahmenbedingungen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Verhalten der Führungskräfte. Es fehlt aus meiner Sicht oft an echter Menschlichkeit, Empathie und Wertschätzung. Man fühlt sich als Mitarbeiter nicht gehört oder verstanden.
Verbesserungsvorschläge
Es müssen dringend stabile Fundamente geschaffen werden, auf denen die Teams aufbauen können. Unternehmenswerte sollten nicht nur auf dem Papier existieren, sondern von der Führungsebene aktiv vorgelebt werden. Ohne diese Basis verharren die Mitarbeiter in ineffizienten Strukturen (Hamsterrad-Effekt), was zu einer spürbar hohen Fluktuation und einem Vertrauensverlust führt. Mein Rat: Die Führungsebene sollte konsequent nach fachlichen und menschlichen Kompetenzen besetzt werden. Das würde wieder Ruhe, Stabilität und Vertrauen in die Teams bringen.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung im Unternehmen nehme ich als sehr belastend und kritisch wahr. Wer nicht perfekt ins Raster passt oder konstruktive Kritik äußert, wird aus meiner Sicht systematisch ausgebremst, isoliert und ignoriert. Statt Probleme offen anzusprechen, wird oft so lange psychologischer Druck aufgebaut, bis betroffene Mitarbeiter von sich aus gehen. Ein Klima, das von Angst und Verunsicherung statt von Vertrauen geprägt ist.
Image
Hier gilt leider das Motto, Mehr Schein als Sein. Nach außen präsentiert sich das Unternehmen modern, fortschrittlich und mit starken Werten. Die erlebte Realität im Arbeitsalltag weicht davon aus meiner Sicht jedoch stark ab, da es intern an den grundlegendsten Strukturen fehlt.
Work-Life-Balance
In diesem Bereich gibt es nichts zu bemängeln. Die Rahmenbedingungen stimmen und eine gute Work-Life-Balance wird den Mitarbeitern flexibel ermöglicht
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wird positiv darauf geachtet, Dienstreisen nach Möglichkeit mit dem Zug zu absolvieren. Das wird den Mitarbeitern aktiv ans Herz gelegt.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen werden primär vom aktuell vorhandenen Budget abhängig gemacht, statt das Potenzial der Mitarbeiter zu fördern. Meine persönliche Erfahrung hat leider gezeigt, dass Aufstiegschancen oder konkrete Karriereschritte von Seiten der Führungskraft blockiert oder abgelehnt werden.
Kollegenzusammenhalt
Hier muss man stark differenzieren. Innerhalb des eigenen Teams ist der Zusammenhalt gut und man unterstützt sich gegenseitig. Sobald es jedoch über die Abteilungsgrenzen hinausgeht, bricht der Zusammenhalt komplett ein. Es herrscht leider eine ausgeprägte Ellenbogenmentalität, bei der jeder nur für sich und seine eigenen Interessen kämpft
Vorgesetztenverhalten
Aus meiner Sicht sehr kritisch zu bewerten. Viele Führungskräfte agieren primär nach Eigeninteresse und dem eigenen Vorteil, statt sich für das Wohl des Teams oder des einzelnen Mitarbeiters einzusetzen. Es gibt wenig bis keine spürbare Fürsorge für die Mitarbeiter. Warnsignale für Überlastung werden ignoriert, sodass das Risiko, das Personal mental zu verschleißen, sehr hoch ist. Moderne Führungskompetenz sucht man hier leider vergeblich.
Arbeitsbedingungen
Die grundlegende Arbeitsplatzausstattung wird komplett gestellt und ist in Ordnung.
Kommunikation
Wichtige Informationen oder Veränderungen erfährt man selten rechtzeitig über die offiziellen Kanäle, stattdessen funktioniert der interne Buschfunk unter den Kollegen leider deutlich schneller und zuverlässiger.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war für mich persönlich passend und die tarifliche Anlehnung bietet eine gute Basis. Allerdings wirkt das Gehaltsgefüge intern intransparent. Gefühlt gibt es Diskrepanzen bei den Einstufungen, sodass Qualifikation und Ausbildung nicht immer im fairen Verhältnis zur tatsächlichen Bezahlung der Kollegen stehen.
Gleichberechtigung
Aus meiner Sicht hängt die Gleichberechtigung stark von der persönlichen Sympathie und den richtigen Kontakten zum oberen Management ab. Leistung und Qualifikation scheinen im Vergleich dazu oft zweitrangig zu sein. Wer einen guten, persönlichen Draht nach oben hat, wird spürbar bevorzugt
Interessante Aufgaben
Die eigentlichen Aufgaben hätten Potenzial, allerdings wird die Arbeit durch massive Blockaden durch Nachbarabteilungen extrem ausgebremst. Ein Vorankommen ist kaum möglich, da selbst für kleine Abstimmungen Wochen oder Monate eingeplant werden müssen. Frustrierend ist zudem das Konfliktmanagement: Bei Eskalationen wird aus meiner Sicht nicht konsequent durchgegriffen. Wenn Fehlverhalten ohne Konsequenzen bleibt, leidet darunter am Ende leider die Qualität und damit auch die Zufriedenheit der Kunden.

