Fahren blind auf Sicht – und nennen es Strategie
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt wird fristgerecht gezahlt. Dieser Punkt wird gerne als Benefit verkauft, obwohl die pünktliche Zahlung eine vertragliche Selbstverständlichkeit ist.
Die Kantine, die wird aber extern betrieben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wo soll man anfangen? Es gibt keine erkennbare Strategie mehr. Die Unternehmensleitung wirkt unentschlossen und ändert ständig die Richtung. Eine einheitliche, glaubwürdige Kommunikation existiert nicht mehr.
Auf der einen Seite wird verkündet, dass wir die besten Monate bzw. das beste Quartal seit Bestehen der Raumedic hatten – mit Rekordumsatz und Rekordergebnis. Auf der anderen Seite wird dann eine lächerliche lineare Gehaltserhöhung von 1,5 % präsentiert, mit der Begründung, man müsse sparen und auf Sicht fahren.
Gespart wird aber offensichtlich nicht überall. Während in fast allen Bereichen geknausert wird, gönnt sich der Vertrieb einwöchige, luxuriöse Sales-Meeting mit Häppchen und Sekt. Andere Führungskräfte unternehmen „Dienstreisen“ in die USA, inklusive Freizeitprogramm wie Escape Rooms. Das passt einfach nicht mehr zusammen.
Ich bin seit fast 20 Jahren im Unternehmen. Auch damals war nicht alles perfekt, aber es gab eine Vision, eine Strategie und ein Gefühl von Richtung. Die letzten paar Jahren wirkt vieles wie planloses Herumgeeiere.
Die Büroausstattung ist sehr uneinheitlich. Einige Abteilungen verfügen über moderne Arbeitsplätze mit höhenverstellbaren Tischen. Andere sitzen dagegen eng beieinander „wie Hühner auf der Stange“ und müssen mit deutlich veraltetem Mobiliar arbeiten.
Dazu kommen zu viele unnötige Projekte, die keinerlei echte Verbesserung bringen, sondern nur Ressourcen und Cash binden und die Mitarbeitenden zusätzlich belasten.
Verbesserungsvorschläge
Das Lohn- und Gehaltsgefüge muss wieder marktorientiert angepasst werden. Wir waren früher einer der attraktivsten Arbeitgeber in der Region – inzwischen sind wir beim Thema Vergütung am unteren Ende angekommen.
Weniger sinnlose Meetings. Viele Besprechungen bringen keinen Mehrwert.
Fokus auf Projekte, die das Unternehmen wirklich weiterbringen. Statt Ressourcen in „nice-to-have“-Themen zu stecken.
Eine klare, glaubwürdige und stringente Kommunikation vom C-Level. Wenn Sparmaßnahmen verkündet werden, darf es nicht gleichzeitig einwöchige Sales-Meetings mit Luxusprogramm oder teure „Dienstreisen“ mit Freizeitanteil geben. Solche Widersprüche untergraben Vertrauen und Glaubwürdigkeit.


