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RAUMEDIC 
AG
Bewertung

Solide Basis, aber die Richtung stimmt nicht mehr

2,1
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Administration / Verwaltung bei Raumedic AG in Helmbrechts gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die Kolleginnen und Kollegen im direkten Umfeld. Der Umgang untereinander ist respektvoll, man hilft sich gegenseitig aus. Flexible Arbeitszeiten, JobRad, ausreichend Parkplätze. Die Aufgaben selbst sind fachlich interessant – Medizin- und Pharmatechnik bringt Tiefe und Abwechslung mit sich. Das ist einer der Gründe, warum viele trotz allem bleiben.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Nach elf Jahren Betriebszugehörigkeit fällt der Vergleich schwer: Was einmal familiär war, ist heute Druck, Gewinnmaximierung und Cashflow. "Auf Sicht fahren" ist vom Notbehelf zum Dauerzustand geworden – und mittlerweile zur Floskel, mit der jede unbequeme Frage abgewürgt wird.
Zwischen Kommunikation und Realität klafft eine Lücke. Rekordzahlen werden gefeiert, kurz darauf heißt es, man müsse sparen. Diese Widersprüche bleiben niemandem verborgen.
Beim Gehalt hat das Unternehmen den Anschluss an die Region verloren. Über die letzten Jahre summieren sich die Erhöhungen auf rund 13 Prozent – bei einer Inflation von etwa 25 Prozent im gleichen Zeitraum. Das ist kein Zugewinn, das ist ein realer Verlust von über zehn Prozent. Die Belegschaft wird über das Gehalt klein gehalten, während oben die Zahlen offenbar stimmen. Der Vogel k**** von oben nach unten.
Als schwerbehinderter Mitarbeiter fühle ich mich nicht wahrgenommen. Es existiert keine Schwerbehindertenvertretung, und auf entsprechende Belange wird schlicht nicht eingegangen.
Weiterbildungsanträge werden regelmäßig abgelehnt. Der Eindruck drängt sich auf, dass qualifizierte Mitarbeitende bewusst nicht zu qualifiziert werden sollen.
Das Kantinenangebot hat deutlich nachgelassen. Der angebliche Arbeitgeberzuschuss, der gern als Benefit angeführt wird, ist in der Preisgestaltung nicht mehr erkennbar.

Verbesserungsvorschläge

Vergütung an der realen Kaufkraftentwicklung ausrichten, nicht an Symbolwerten
Schwerbehindertenvertretung einrichten – das ist keine Kür, sondern Pflicht
Weiterbildung als Investition begreifen, nicht als Risiko
Leistung tatsächlich messen und honorieren, statt Anwesenheit zu belohnen
Ehrliche Kommunikation. Unangenehme Wahrheiten werden akzeptiert, wenn sie begründet sind
Wenn gespart wird, dann sichtbar auf allen Ebenen
Kantine: entweder das Angebot verbessern oder aufhören, sie als Vorteil zu verkaufen

Arbeitsatmosphäre

Im direkten Team gut, unternehmensweit spürbar abgekühlt. Viele haben innerlich abgeschlossen. Wer etwas kann, arbeitet mehr als erlaubt. Wer Dienst nach Vorschrift macht, fährt am Ende besser – und wird dafür nicht selten belohnt. Diese Schieflage demotiviert genau die Leute, die das Unternehmen tragen.

Kommunikation

Es wird viel gesprochen, wenig gesagt. Kritische Nachfragen enden bei "Wir fahren auf Sicht". Teambuilding finden statt – aber offenbar nur in den Abteilungen, in denen es gewünscht ist. Ein einheitlicher Standard fehlt.

Kollegenzusammenhalt

Im eigenen Team gut. Abteilungsübergreifend stark abhängig davon, mit wem man zu tun hat. Mit manchen Bereichen läuft die Zusammenarbeit reibungslos, mit anderen ist jeder Vorgang ein Kraftakt.

Work-Life-Balance

Durch Gleitzeit und Homeoffice grundsätzlich gut vereinbar. In der Schicht naturgemäß eingeschränkter. Wo bei hier mit der Arbeitszeit viel schmu getrieben wird

Vorgesetztenverhalten

Mein direkter Vorgesetzter ist fachlich stark und menschlich fair. Die Kritik richtet sich an die Ebene darüber.

Interessante Aufgaben

Fachlich anspruchsvoll und abwechslungsreich. Das ist unbestritten der stärkste Punkt.

Gleichberechtigung

Beim Thema Inklusion besteht erheblicher Nachholbedarf. Ohne Schwerbehindertenvertretung fehlt schlicht die Instanz, an die man sich wenden könnte.

Umgang mit älteren Kollegen

Grundsätzlich respektvoll. Bei Beförderungen fällt allerdings auf, dass fast ausschließlich jüngere Kräfte berücksichtigt werden.

Arbeitsbedingungen

Sehr uneinheitlich. Manche Bereiche modern ausgestattet, andere arbeiten mit Mobiliar aus einer anderen Zeit. Höhenverstellbare Tische sollten 2026 kein Verhandlungsgegenstand sein.

Gehalt/Benefits

Der schwächste Punkt. 13 Prozent Erhöhung bei 25 Prozent Inflation ist eine Reallohnsenkung. Wer Leistung fordert, muss sie auch bezahlen.

Image

Vor einigen Jahren war man erste Wahl in der Region. Heute wird man verglichen und schneidet schlechter ab. Die Firma befindet sich aus meiner Sicht auf dem absteigenden Ast.

Karriere/Weiterbildung

Auf dem Papier vorhanden, in der Praxis werden Anträge abgelehnt. Wer sich weiterentwickeln will, macht das auf eigene Kosten und in der Freizeit.


Umwelt-/Sozialbewusstsein

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Arbeitgeber-Kommentar

Aynur KarimliTalent Acquisition & Employer Branding

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, deine Erfahrungen so ausführlich zu schildern. Gerade nach elf Jahren Betriebszugehörigkeit hat dein Feedback für uns einen besonderen Wert.

Es freut uns, dass du den Zusammenhalt in deinem direkten Team, den respektvollen Umgang untereinander und die fachlich interessanten Aufgaben positiv hervorhebst. Dass viele Kolleginnen und Kollegen gerade diese Aspekte schätzen, nehmen wir ebenfalls als große Stärke unseres Unternehmens wahr.

Gleichzeitig nehmen wir deine kritischen Anmerkungen sehr ernst. Besonders die Themen Kommunikation, Vergütung, Weiterbildung, Arbeitsbedingungen und Inklusion sind wichtige Punkte, die uns beschäftigen und bei denen wir uns kontinuierlich weiterentwickeln müssen.

Besonders betroffen macht uns dein Eindruck, als schwerbehinderter Mitarbeiter nicht ausreichend wahrgenommen zu werden. Wertschätzung, Chancengleichheit und ein respektvoller Umgang mit den individuellen Bedürfnissen aller Mitarbeitenden sind für uns essenziell. Dass du dies anders erlebt hast, bedauern wir sehr.

Ebenso nehmen wir deine Kritik an den Weiterbildungsmöglichkeiten auf. Die persönliche und fachliche Entwicklung unserer Mitarbeitenden ist für uns ein wichtiger Erfolgsfaktor. Auch wenn nicht jeder Wunsch unmittelbar umgesetzt werden kann, möchten wir Entwicklungsperspektiven schaffen und fördern.

Deine offenen Worte helfen uns dabei, Stärken zu bewahren und Verbesserungspotenziale zu erkennen. Wir danken dir für dein ehrliches Feedback und wünschen dir weiterhin alles Gute.
Wenn du deine Eindrücke weiterführend mit uns teilen möchtest, freuen wir uns über einen persönlichen Austausch. Unser HR-Team steht dir hierfür jederzeit gerne zur Verfügung.

Viele Grüße
Aynur Karimli

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.