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RECUP 
GmbH
Bewertung

Große Bühne, wackeliger Unterbau

2,6
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 im Bereich Vertrieb / Verkauf in München gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Positiv hervorzuheben sind die sinnstiftende Mission des Unternehmens sowie viele sehr engagierte und kompetente Kolleginnen und Kollegen. Zudem bieten die Rollen grundsätzlich viel Eigenverantwortung und Flexibilität im Arbeitsalltag.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Aus meiner Sicht besteht teilweise eine Diskrepanz zwischen der starken strategischen Vision des Unternehmens und der operativen Realität im Alltag. Der Fokus liegt sehr deutlich auf der Weiterentwicklung des eigenen Systems und der Unternehmensstory, während ich den Eindruck hatte, dass kritische Fragen zur tatsächlichen Nutzung und Wirkung im Markt nicht immer konsequent im Mittelpunkt stehen.

Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass sich Entwicklungen im Netzwerk und in der Nutzung nicht durchgehend positiv darstellen und diese Aspekte nicht in allen Fällen ausreichend in strategische Prioritäten übersetzt werden.

Insgesamt entstand bei mir der Eindruck, dass zwischen strategischem Anspruch und operativer Umsetzung eine gewisse Lücke besteht, insbesondere im Hinblick auf Konsequenz und Umsetzungsgeschwindigkeit.

Verbesserungsvorschläge

Ein zentraler Verbesserungshebel wäre aus meiner Sicht ein besseres Verständnis von Change-Management. Veränderungen sollten nicht dazu führen, dass bestehende Probleme oder der operative Alltag aus dem Fokus geraten. In der Praxis hatte ich häufig den Eindruck, dass ambitionierte Ziele in der Tertialplanung gesetzt werden, ohne den tatsächlichen operativen Workload ausreichend zu berücksichtigen.

Zudem würde eine stärkere Fokussierung auf Umsetzungskonsequenz helfen. Strategische Ziele werden aus meiner Sicht regelmäßig definiert, jedoch in der operativen Umsetzung nicht immer konsequent nachgehalten.

Wichtig wäre außerdem mehr Klarheit und Verlässlichkeit in der Kommunikation. Eine konsistente Linie und weniger stark wechselnde Narrative würden aus meiner Sicht Vertrauen und Orientierung im Unternehmen stärken.

Arbeitsatmosphäre

Die Stimmung wurde zunehmend von Unsicherheit und Frustration geprägt. Die auffällig hohe Fluktuation im Sales/Key Account Management sprach aus meiner Sicht eine deutliche Sprache. Kritische Themen wurden zwar diskutiert, führten jedoch selten zu spürbaren Veränderungen. Den größten positiven Beitrag zur Arbeitsatmosphäre leisteten die Kolleginnen und Kollegen, nicht die Unternehmensführung oder Teamleitung.

Image

Das Unternehmensimage nach innen wirkt aus meiner Sicht sehr unterschiedlich. In einigen Bereichen herrscht eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen und eine durchweg positive Grundstimmung. In anderen Teams habe ich deutlich kritischere Einschätzungen wahrgenommen, insbesondere im Zusammenhang mit hoher Belastung, Führungsqualität und Fluktuation. Dadurch entsteht insgesamt ein sehr heterogenes Stimmungsbild, das stark vom jeweiligen Bereich abhängig ist.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance hing stark von der jeweiligen Rolle und den aktuellen Unternehmensprioritäten ab. Grundsätzlich gab es Flexibilität und Vertrauen in die Mitarbeitenden. Gleichzeitig führten hohe Arbeitsbelastung, wechselnde Prioritäten und personelle Engpässe phasenweise zu erheblichem Mehraufwand.

Karriere/Weiterbildung

Es gibt ein grundsätzliches Weiterbildungsbudget, das jedoch in der Praxis aus meiner Sicht nur eingeschränkt genutzt wird, auch aufgrund der operativen Auslastung im Alltag. Strukturierte Entwicklungsmöglichkeiten waren in meinem Bereich nur bedingt vorhanden, was bei der Größe und Struktur des Unternehmens allerdings teilweise erwartbar ist. Klassische Karrierepfade sind daher nur eingeschränkt ausgeprägt.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt lag nach meinem Eindruck nicht im Fokus der Arbeitgeberattraktivität. In den letzten Anpassungen wurden fixe Bestandteile teilweise durch variable Vergütungsmodelle ersetzt, was zu einer stärkeren Abhängigkeit von Provisionen führte. Die Ausgestaltung der Provisions- und Bonusmodelle habe ich als wenig ausgereift empfunden, Kritik daran wurde überwiegend mit dem Hinweis auf potenziell höhere variable Einkünfte begegnet.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Umwelt- und Sozialbewusstsein werden im Unternehmen in großen Teilen glaubwürdig gelebt und sind fest verankert. In der Umsetzung gibt es einzelne Unterschiede, insgesamt überwiegt für mich jedoch der positive Eindruck.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt im Team war außergewöhnlich stark. Viele Herausforderungen wurden durch das Engagement und die gegenseitige Unterstützung der Mitarbeitenden abgefedert. Die Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen war für mich einer der größten positiven Aspekte meiner Zeit im Unternehmen.

Umgang mit älteren Kollegen

Die Belegschaft war aus meiner Sicht sehr jung geprägt, wodurch ältere Mitarbeitende kaum vertreten waren. Das wirft für mich Fragen zur Vielfalt der Altersstruktur und zur langfristigen Einbindung unterschiedlicher Erfahrungsniveaus auf.

Vorgesetztenverhalten

Die Führung in meinem Team hat maßgeblich zu der hohen Unzufriedenheit beigetragen. Kommunikation fand zunehmend weniger statt, Verantwortung wurde aus meiner Sicht nicht ausreichend übernommen und Herausforderungen wurden häufig an das Team weitergegeben, statt aktiv gelöst zu werden. Die Entwicklung des Teams und die Fluktuation innerhalb kurzer Zeit sprechen für sich.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt gut. Das neue Büro war aus meiner Sicht teilweise recht laut, was die Konzentration gelegentlich beeinträchtigt hat.

Kommunikation

Zwischen dem Anspruch auf Transparenz und meiner Wahrnehmung der tatsächlichen Kommunikation lag eine deutliche Lücke. Kritische Entwicklungen wurden häufig positiv gerahmt, statt offen über Ursachen und Konsequenzen zu sprechen. Dadurch ging Vertrauen verloren und wichtige Diskussionen blieben oft an der Oberfläche.

Gleichberechtigung

Gleichberechtigung wird im Unternehmen stark kommuniziert, in der Praxis habe ich jedoch Diskrepanzen wahrgenommen. Besonders beim Wiedereinstieg nach Elternzeit hatte ich den Eindruck, dass die Integration in bestehende Rollen und Teams nicht immer optimal gelungen ist.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben im Key Account Management waren inhaltlich interessant und abwechslungsreich. Hohe Eigenverantwortung und Kundenkontakt waren klar gegeben, auch wenn häufige Prioritätswechsel die Arbeit teilweise erschwert haben.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.