Die Kolleg:innen retten, was das Management verspielt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Büros sind schön gestaltet, und ich hatte durchweg nette Kolleg:innen, die auch in schwierigen Situationen zusammengehalten haben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ein zum Teamleiter beförderter Kollege tritt gegenüber Mitarbeiter:innen respektlos auf und delegiert eigene Aufgaben, statt sie selbst zu übernehmen. Wichtige Entscheidungen werden im Management Board getroffen, dringen aber kaum bis in die Abteilungen durch – der Fokus liegt spürbar mehr auf dem Firmenimage als auf den Mitarbeiter:innen. Von Mitarbeiter:innen wird Rufbereitschaft erwartet, auch wenn die gesetzliche Arbeitszeit bereits deutlich überschritten ist. Verträge werden wenig mitarbeiterfreundlich gestaltet, spannende Aufgaben landen häufig bei Werkstudent:innen statt bei festangestellten Mitarbeiter:innen, und besonders ältere Kolleg:innen erleben Druck, das Unternehmen zu verlassen. Das Gehalt wird rechnerisch durch 13 geteilt, sodass Urlaubs- und Weihnachtsgeld jeweils nur ein halbes Monatsgehalt ausmachen, während Verhandlungsspielraum kaum vorhanden ist. Weiterbildung findet praktisch nicht statt, und selbst die zugesagte Einstiegsschulung wurde nie umgesetzt. Statt langjährige, erfahrene Mitarbeiter:innen zu halten und angemessen zu bezahlen, werden sie eher entlassen – neue Mitarbeiter:innen sollen dann oft jahrelange Erfahrung aus dem Stand auffangen.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Austausch auf Augenhöhe mit den Mitarbeiter:innen und gezielte Investitionen in deren Bindung und Entwicklung würden dem Unternehmen guttun. Aktuell werden langjährige, erfahrene Mitarbeiter:innen häufig eher entlassen, statt ihnen eine angemessene Gehaltsentwicklung zu ermöglichen – neue Mitarbeiter:innen sollen dann oft jahrzehntelange Erfahrung (teils 15 Jahre und mehr) quasi aus dem Stand auffangen. Ein nachhaltigerer Umgang mit dem bestehenden Team würde nicht nur die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen, sondern auch Wissen im Unternehmen halten.
Arbeitsatmosphäre
Mit meinen direkten Kolleg:innen habe ich mich stets gut verstanden, das Verhältnis im Team war freundschaftlich und angenehm.
Leider trübt das Verhalten eines zum Teamleiter beförderten Kollegen das Bild deutlich: Er delegiert eigene Aufgaben systematisch an das Team, während er sich selbst mit fachfremden Dingen beschäftigt, und tritt gegenüber Mitarbeiter:innen abwertend und respektlos auf. Das hat spürbar zu einer angespannten Stimmung im Team geführt.
Image
Nach außen präsentiert sich die Firma sehr gut – nicht zuletzt, weil viel Budget in Marketing investiert wird. Innerhalb der Firma wünsche ich mir jedoch, dass ein ähnliches Gewicht auf faire Gehaltsentwicklungen für die Mitarbeiter:innen gelegt wird, die diesen Erfolg tragen.
Work-Life-Balance
Von Mitarbeiter:innen wird Rufbereitschaft erwartet – auch dann, wenn die tägliche Arbeitszeit bereits deutlich über das gesetzlich zulässige Maß hinausgeht. Eine Erholung nach einem langen Arbeitstag ist so kaum möglich, was auf Dauer belastend ist.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsangebote sind faktisch nicht vorhanden – Fortbildung wird höchstens im Rahmen von Gehaltsverhandlungen als Verhandlungsmasse angesprochen, eine strukturierte Förderung findet aber nicht statt. Auch die beim Einstieg zugesagte Einarbeitungsschulung wurde nicht umgesetzt.
Gehalt/Benefits
Das verhandelte Gehalt wird rechnerisch durch 13 geteilt, sodass Urlaubs- und Weihnachtsgeld jeweils nur einem halben Monatsgehalt entsprechen – das eigentliche Grundgehalt fällt dadurch entsprechend niedrig aus. Verhandlungsspielraum bei Gehaltsgesprächen ist aus meiner Erfahrung kaum vorhanden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Der Müll wird getrennt.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleg:innen war für mich der wichtigste Grund, so lange bei der Firma geblieben zu sein – trotz der Beförderung eines Kollegen, dessen Führungsverhalten das Teamklima belastet hat. Ohne den Rückhalt im Team hätte ich das Unternehmen bereits während der Probezeit wieder verlassen.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kolleg:innen erleben nach meiner Beobachtung Druck, das Unternehmen zu verlassen, teils mit Mitteln, die aus meiner Sicht fragwürdig bis nicht rechtskonform sind. Ein wertschätzender Umgang mit erfahrenen Mitarbeiter:innen sieht anders aus.
Vorgesetztenverhalten
Statt die Mitarbeiter:innen zu unterstützen, werden Verträge aufgesetzt, die wenig mitarbeiterfreundlich gestaltet sind und die Position der Beschäftigten eher schwächen als stärken. Das erschwert Mitarbeiter:innen die tägliche Arbeit zusätzlich, anstatt sie zu erleichtern.
Arbeitsbedingungen
Die Büros sind gut ausgestattet und das bereitgestellte Equipment ist auf einem guten Stand – hier gibt es nichts zu bemängeln.
Kommunikation
Die Kommunikation zwischen Führungsebene und den Abteilungen funktioniert kaum. Wichtige Themen werden im Management Board besprochen, dringen aber nicht bis zu den Mitarbeiter:innen durch – selbst mein direkter Vorgesetzter war über viele Entscheidungen nicht informiert.
Mein Eindruck war, dass der Fokus stark auf die Außenwirkung und das Image der Firma gelegt wird, während die Interessen und Anliegen der Mitarbeiter:innen dabei in den Hintergrund geraten.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung ist im Grunde gegeben – im negativen Sinne: Unabhängig von Position oder Hintergrund wird mit allen Kolleg:innen gleich schlecht umgegangen.
Interessante Aufgaben
Spannende und abwechslungsreiche Aufgaben werden häufig an Werkstudent:innen vergeben, während die festangestellten Mitarbeiter:innen im Tagesgeschäft gebunden sind und kaum Raum für Projekte mit mehr Gestaltungsspielraum bleibt.
