Leider immer schlechter...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kollegen sind super. Auch wenn das letzte Recruiting schon lange her ist, wurde da alles richtig gemacht.
Hey, wir können immer noch 2 Tage pro Woche im Home Office arbeiten.
Ich finde super, dass unser Vorstand und soweit ich weiß, alle, die ich hier kenne, weiterhin für Toleranz und Vielfalt einstehen. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass dies beibehalten wird, falls der politische Druck von rechts noch größer wird.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Kam glaube ich in den einzelnen Punkten durch. Am meisten trifft mich, dass uns die Selbstverantwortung abgesprochen wird. Ich komme auch gerne mal 5 Tage ins Büro, wenn es denn sinnvoll ist. Aber mein "Team" und ich können das gut entscheiden.
Ich werde mich nun nach und nach bewerben. Es bricht mir das Herz, weil ich bisher sehr am Unternehmen gehangen habe. Leider ist irgendwann das Fass voll. Vielleicht ist es sogar so gewollt.
Verbesserungsvorschläge
Wieder flexibler werden. Wir sind alle Erwachsene und brauchen keine Überwachung, um einen guten Job zu machen. Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
Wenn ich mir die Reisekosten pro Monat, die Gehälter in Bulgarien und den Wissensverlust durch interkulturelle Kommunikation anschaue, kann ich mir nicht vorstellen, dass Nearshoring ein nachhaltiges Konzept ist. Bitte bewertet das nochmal neu.
Wenn wir bei Online&Mobile inzwischen zu viele sind, weil wir viel fertiggestellt haben, ist das okay. Aber nutzt uns doch bitte, um unsere Modernität und unser Wissen auf Innovation zu werfen, statt die Innovationsabteilung weiter einzuschränken. Nur durch Innovationen heben wir uns von der Konkurrenz ab.
Unsere Service IT hat sich sehr verschlechtert. Vor 5 Jahren dauerte es einen Tag nach Einstellung bis man arbeiten konnte. Jetzt sind es etwa 3 Wochen.
Arbeitsatmosphäre
Ein Change folgt dem nächsten, angetrieben von der Geschäftsführung und dem Vorstand, ohne Erklärung. Die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich durch die Änderungen wie Stellenverschiebung, 60:40 Büro, Abschaffung von vers. Extras, ohne Begründung der Verantwortlichen und die Arbeitsatmospäre leidet sehr darunter. Im Großraumbüro kann man sich kaum konzentrieren. Es gibt zu wenig gute Meetingräume und zu viel Nearshoring, um so viel im Büro zu sein.
Image
Außerhalb der Firma noch sehr gut, innerhalb wird es immer schlechter. Im Vergleich zu anderen Konzernen ist es wahrscheinlich noch immer okay, aber es hat sehr nachgelassen. Die Hackdays waren seit Jahren nur noch zum Selbstmarketing da. Jetzt wurden sie abgesagt, aber stehen noch in den Stellenangeboten
Work-Life-Balance
Tja, leider sehr abgebaut. Früher gab es bis zu 10 Tage kinderkrank im Jahr zum vollen Gehalt - abgeschafft, 3 Tage Pflicht im Büro kommt bald für alle - was für eine Einschränkung für alle, die weiter weggezogen sind, chronisch krank sind, kleine Kinder haben, jemanden pflegen müssen, die Liste hört nicht auf. Und das, obwohl unsere Produktivität bei Online&Mobile seit Jahren besser und besser wird. Das wird viele Vollzeiteltern in Teilzeit oder Kündigung zwingen.
Karriere/Weiterbildung
Sehr schwierig. Es gibt wenig Entwicklungsmöglichkeiten als Softwareentwickler/Experte. Wer Principal werden möchte, muss Sichtbarkeit vor Wissen bewertet.
Gehalt/Benefits
Sehr gut im Vergleich zu anderen Softwareentwicklern, aber trotz sehr gutem Abschluss des Entwicklungsgesprächs, gibt es keine individuelle Möglichkeit eine Gehaltserhöhung oder Einmalzahlung zu bekommen . Es gibt jedes Jahr eine kleine einstellige Zahl , wie viel Prozent die Manager erhöhen dürfen, aber im Schnitt über alle ohne Spielraum für große Erhöhungen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Eigentlich dachte ich immer wir wären hier Vorreiter. Was Verpackungen angeht, Bio Qualität, Prozesse, Tierhaltung, Märkteeffizienz, super. Aber mit der 60:40 Regel gehen wir auch hier wieder 3 Schritte zurück. Da ich mich auf die Bahn nicht mehr verlassen kann, muss ich leider zum Auto greifen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt untereinander ist durch die Verschlechterung sehr gut. Auch wenn es viele gibt, die die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene sabotieren wollen, was es für die, die ihre Arbeit gut machen wollen, zusätzlich anstrengend macht.
Umgang mit älteren Kollegen
Kann ich nichts Negatives zu sagen. Mein Gefühl wäre, dass man empathischer mit älteren Kollegen umgehen könnte.
Vorgesetztenverhalten
Leider wird oft nur der Druck von oben weitergegeben. Sie geben sich Mühe, aber was sollen sie machen, wenn sie das von oben vorgegeben bekommen. Widerstand sieht man selten und hört auch nach Kurzem auf. Der Mindsetshift ist super krass. Bei Scrum haben Teams volle Autonomie. Inzwischen werden wir in Käfige gepresst und sollen dieselben Ergebnisse liefern.
Arbeitsbedingungen
Lärmpegel ist richtig mies im Großraumbüro. Wir sitzen oft am Tag in einer kleinen Box im Büro, weil es nicht genug Meetingräume gibt, damit wir die anderen nicht noch mehr stören. Für Veranstaltungen mit 20+ Personen während der Arbeitszeit gibt es keine Räume, nur offene Bereiche, die schlecht ausgestattet sind. Man merkt, dass hier nicht mehr investiert wird, weil wir in ein paar Jahren in ein anderes Büro ziehen sollen. Keine Kantine, nur teure Restaurants, wenn man gesund essen möchte. Hackdays wurden jetzt abgesagt.
Kommunikation
Wie gesagt wird oft von unseren Führungskräften etwas weiterkommuniziert, was vom C-Level oder Vorstand kommt, ohne Begründung, ohne Macht etwas zu ändern. Eine schlechte Nachricht folgt auf die nächste.
Gleichberechtigung
Schwieriges Thema. Theoretisch gibt es Programme, um Frauen zu fördern, aber praktisch werden einem ohne Ende Steine in den Weg gelegt, wenn der Chef versucht einen zu fördern.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind weiterhin super interessant. Leider senkt der Rest die Motivation aller so sehr, dass auch hier das Interesse sinkt.

