Unmenschliche Geschäftsführung, Machtspiele und viele Fehlentscheidungen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ehrlich gesagt nicht mehr so viel. Die Kantine mag ich noch.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
60/40-Regelung! Viel zu viele Überstunden!
Führung per Angst und Drohungen!
Keine Bäckerei mehr, stattdessen nur noch ein Lekkerland Shop, der sündhaft teuer ist.
Verbesserungsvorschläge
Weniger Lügen. Aussagen wie "Nein, Systems und Digital fusionieren nicht." werden dann doch umgesetzt. "Office-Tage werden durch die jeweiligen Produkte bestimmt." sind nun auch haltlos.
"CPO's und HeadOf's werden nur für ein Jahr temporär eingesetzt." sind jetzt auch schon ein paar Jahre etabliert und es werden gefühlt jeden Monat mehr davon.
Arbeitsatmosphäre
Diese ist inzwischen stark vergiftet. Niemand äußert sich noch positiv. Die GF fordert immer mehr ein und niemand ist da, der das alles erledigen kann. Stattdessen werden immer mehr Häuptlinge eingestellt und alle neuen Stellen nur noch im Ausland aufgebaut. Man möchte alle Entwicklungen aus Deutschland weghaben. Dennoch werden sehr aufwändig Gebäude abgerissen und neue erbaut. Begegnungsflächen sollen es werden ohne Büros. Damit die neuen Gebäude nicht leer stehen, müssen jetzt alle Kollegen schon 60/40 in die Büros zurück, so eine Vorstandsentscheidung. Die Ansage kam durch die GF in den Sommerferien sehr überraschend für uns alle. Ein GF’ler hat die Ansage auch noch einmal in einem Online-Meeting dargeboten und das alles andere als überzeugend. Man sah im förmlich an, dass er das widerwillig abgelesen hat. Auch eine Stellungnahme seitens des Betriebsrates (dass es nur ein Richtwert sei und die Produkte selber für sich entscheiden sollen) wurde einfach ignoriert. Die Rückkehr in die Büros trifft besonders stark die Kollegen, die in den letzten Jahren weiter weg umgezogen sind oder in den letzten Jahren einen neuen Job bei uns angefangen haben. Ganz klar kann man hier erkennen, da
Image
Das Image der REWE Digital ist nicht mehr gut. Immer mehr, die entweder nur noch Dienst nach Vorschrift machen oder das Unternehmen verlassen.
Außerhalb der REWE Digital ist der Druck auf die Lieferanten wirklich hart. Die Preise werden unter die Produktionskosten gedrückt ohne Rücksicht auf Verluste. Hier haben wir bereits einige Lieferanten in den Konkurs geschickt. Ich wünsche ich mir mehr Rücksicht auf die Produzenten.
Work-Life-Balance
Es gibt keine mehr, da wir 60/40 zurück in die Büros beordert worden sind. Nach dem Sinn soll nicht mehr gefragt werden. Es macht keinen Spaß, in überfüllten Großraumbüros zu sitzen, um schlussendlich in Teams-Meetings abzuhängen. Bedeutet aber auch, dass an drei Tagen nicht gearbeitet wird. Der zeitliche Mehraufwand (Fahrten und Orga mit den Kindern) wurde drastisch durch die Come-back-to-office Ansage erhöht.
Überstunden sind an der Tagesordnung. Durch die 60/40-Regelung denken aber aktuell viele Kollegen um und machen auch nur noch Dienst nach Vorschrift. Dies betrifft auch die Rufbereitschaft. Hier sind Produkte über das Maß hinaus schwer belastet und es wird noch schlimmer werden, da immer mehr Rufbereitschaften abgeschafft werden und man die Arbeit versucht auf andere Produkte umzuwälzen. Die aber auch schon über das Maß hinaus überbelastet sind.
Karriere/Weiterbildung
LinkedIn Learning ist da, aber wenn man mal ein paar von den Einheiten gemacht hat, dann ist es langweilig. Im jährlichen Personalgespräch bekommt man jetzt irgendwelche "Achte auf Dich Selbst"- Kurse aufs Auge gedrückt, weil man angeblich zu unflexibel, zu unsozial und man den Eindruck einer Überforderung hat. Alles natürlich nicht zutreffend, aber auf dem Papier macht sich das vielleicht ganz gut, das der Mitarbeiter x, y so und so viele Seminare hatte. Sinnlose Zeitverschwendung.
Gehalt/Benefits
Liegt im Durchschnitt, würde ich sagen. Aber im Durchschnitt des Handels und nicht des IT-Sektors! Spart ja schließlich auch Geld! Aber was nix kostet, kann auch nix, oder?
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wird immer noch viel zu viel Müll produziert. Jetzt, wo zig tausend Mitarbeiter wieder morgens ins Büro mit dem Auto pendeln müssen, ist das Umweltbewusstsein erst recht dahin.
Kollegenzusammenhalt
Kommt auf die Kollegen an. Wer miteinander kann, der kommt schneller zum Ziel. Unkommunikativere Mitarbeiter haben es da deutlich schwerer. Ein gutes internes Netzwerk zu haben ist mehr als hilfreich, aber ist auch kein Generalschlüssel mehr. Jeder kämpft nur noch ums blanke Überleben.
Umgang mit älteren Kollegen
Nicht einheitlich. Einige wurden regelrecht rausgeekelt, aber andere bis zum Ende geschätzt.
Vorgesetztenverhalten
Ein EM, den ich einmal in die Woche für 20 Minuten sehe, ich für mich keine disziplinarische Führungskraft. Außer meine Urlaubsanträge zu genehmigen und einmal im Jahr ein Gespräch zu führen, macht er nichts weiter. Diese Stelle kann man meines Erachtens gegen Menschen austauschen, die produktiv in den Produkten mitarbeiten.
Arbeitsbedingungen
Die SWOP-Arbeitsplätze sind die reinste Katastrophe. Immer funktioniert irgendwas nicht und sich jeden Morgen einen neuen Arbeitsplatz suchen, nervt einfach nur. Auch kann man keine Plätze mehr buchen.
Die Hardwareauswahl geht in Ordnung.
Aktuell fangen bereits erste Arbeiten für den Abriss zweiter Gebäude statt. Wir sollen dann in mitten des Lärms und des Abrisses in den umliegenden Gebäuden arbeiten. Schlimmer geht es ja wohl kaum.
Kommunikation
Alle wild durcheinander über 358 Kanäle. 1000 Tools und fehlende Prozesse. Alle Produkte machen, was sie wollen und keiner schaut mehr über den Tellerrand hinaus. Die Jira's fallen jede Woche aus und falls nicht, sind sie unfassbar langsam.
Gleichberechtigung
Frauen in Führungspositionen sieht man wirklich selten. Und wenn, dann verhalten sie sich genau so unangemessen, wie ihre männlichen Kollegen.
Interessante Aufgaben
Vereinzelnd kann man noch auf interessante Aufgaben stoßen, aber nicht mehr in unserem Produkt. 1000 neue Prozesse, 500 neue Anforderungen und das mit der Hälfte des Personals im Produkt, da die andere Hälfte in internationalen strategischen Projekten eingebunden ist.



