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Bewertung

Return-to-Office - Moderne Fassade, veraltete Ansichten

2,5
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich IT bei REWE Digital GmbH in Köln gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die Kernaufgaben sind nach wie vor spannend und das Team hält trotz der aktuell schwierigen Stimmung zusammen. Es gab eine Zeit, in der man das Gefühl hatte, bei einem modernen Arbeitgeber zu sein, der die Zeichen der Zeit (Remote Work, Vertrauenskultur) erkannt hat – dieses Fundament ist theoretisch noch vorhanden, wird aber gerade mutwillig eingerissen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Der Rückfall in veraltete Denkmuster ist extrem enttäuschend. Die Einführung einer 60%-Präsenzpflicht ohne erkennbaren betrieblichen Nutzen wirkt wie ein Misstrauensvotum gegenüber der gesamten Belegschaft.

Besonders kritisch sehe ich die Ignoranz gegenüber den äußeren Umständen: Bei Benzinpreisen von weit über 2€ die Leute grundlos zum Pendeln zu zwingen, ist weder ökonomisch noch ökologisch vertretbar.

Verbesserungsvorschläge

Vertrauen statt Kontrolle: Kehren Sie zurück zu einer flexiblen Homeoffice-Regelung, die sich an Ergebnissen und nicht an abgesessener Zeit orientiert. Wenn Strukturen nachweislich funktionieren, ist eine starre 60%-Quote kontraproduktiv.

Arbeitsatmosphäre

Die Stimmung im Unternehmen ist spürbar gekippt. Der plötzliche und unbegründete Zwang zur Rückkehr ins Büro (60% Anwesenheitspflicht) drückt massiv auf die Motivation. Obwohl die Strukturen im Homeoffice einwandfrei funktioniert haben, fühlt sich diese Rolle rückwärts eher nach Misstrauen und Kontrolle an als nach moderner Arbeitskultur. Das Vertrauen in die Belegschaft scheint verloren gegangen zu sein.

Image

Nach außen hin versucht sich das Unternehmen weiterhin als moderner und zukunftsorientierter Arbeitgeber zu verkaufen. Intern bröckelt diese Fassade jedoch gewaltig. Der Rückfall in die Kontrollkultur und die starre Präsenzpflicht zeigen, dass man im Kern sehr konservativ geblieben ist.

Work-Life-Balance

Ein absoluter Rückschritt in die Steinzeit. Die starre Vorgabe von 60% Büropräsenz zerstört jegliche Flexibilität, die wir uns in den letzten Jahren erfolgreich aufgebaut hatten. Dazu kommt eine enorme finanzielle und zeitliche Belastung durch das unnötige Pendeln. Bei aktuellen Benzinpreisen von weit über 2€ pro Liter ist diese erzwungene Fahrerei ein massiver Einschnitt in den Geldbeutel und die private Lebensqualität – und das alles völlig ohne Not bei funktionierenden Remote-Strukturen.

Gehalt/Benefits

Das Grundgehalt ist an sich branchenüblich und okay.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Wer Nachhaltigkeit predigt, aber gleichzeitig seine Belegschaft völlig ohne Not und bei funktionierenden Remote-Strukturen zurück auf die Straße zwingt, hat nichts verstanden. Der völlig unnötige CO2-Ausstoß durch das erzwungene Pendeln entlarvt jedes "grüne" Firmen-Image als reines Greenwashing. Zudem ist es sozial extrem rücksichtslos, die Mitarbeiter bei Benzinpreisen von über 2€ so einer finanziellen Belastung auszusetzen, die schlichtweg vermeidbar wäre.

Kollegenzusammenhalt

Im direkten Team funktioniert der Zusammenhalt noch ganz gut und man unterstützt sich gegenseitig. Allerdings leidet das Miteinander aktuell stark unter der allgemeinen Unzufriedenheit über die neuen Arbeitsrichtlinien. Der Frust über die starre Präsenzpflicht ist allgegenwärtig und überschattet den eigentlich guten Teamgeist.

Vorgesetztenverhalten

Es mangelt an einem zeitgemäßen Führungsverständnis. Anstatt auf Ergebnisse und Eigenverantwortung zu setzen, wird wieder auf eine veraltete Präsenzkultur gepocht. Man vermisst Führungskräfte, die sich kritisch vor ihre Teams stellen und sinnlose Vorgaben wie die 60%-Quote hinterfragen, anstatt sie einfach unreflektiert durchzudrücken

Arbeitsbedingungen

Das Büro an sich bietet keinen echten Mehrwert gegenüber dem heimischen Arbeitsplatz. Im Gegenteil: Die erzwungene Anwesenheit verschlechtert die Arbeitsbedingungen massiv. Man tauscht die Ruhe und Effizienz des Homeoffices wieder gegen Lärm, ständige Unterbrechungen im Großraumbüro und den täglichen Stress im Berufsverkehr ein – und das völlig ohne sachlichen Grund

Kommunikation

Entscheidungen werden zunehmend von oben herab kommuniziert, ohne den echten Dialog zu suchen. Bestes Beispiel ist die aktuelle RTO-Ansage: Statt nachvollziehbarer Gründe und echter Argumente für den Bürozwang werden irgendwelche nicht belastbaren Studien herangezogen, um die Entscheidung zu rechtfertigen.

Interessante Aufgaben

Die eigentlichen Tätigkeiten sind durchaus in Ordnung, abwechslungsreich und bieten fachliche Herausforderungen. Leider rückt der Spaß an der Arbeit völlig in den Hintergrund, wenn die Rahmenbedingungen so demotivierend gestaltet werden und man durch starre Büro-Regeln in seiner Autonomie eingeschränkt wird.


Karriere/Weiterbildung

Umgang mit älteren Kollegen

Gleichberechtigung

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Arbeitgeber-Kommentar

Felipe Moroder-Bendyk, Senior Expert Employer Branding
Felipe Moroder-BendykSenior Expert Employer Branding

Hey du, vielen Dank für deine ehrliche und schonungslose Bewertung!

Ich lese in jedem Punkt heraus, dass der 60/40-Orientierungswert für dich und dein Team absolut nicht funktioniert. Und ganz ehrlich: Ich verstehe dich. Trotzdem möchte ich versuchen, das Thema etwas einzuordnen.

Zuallererst: Das 60/40 ist nicht in Stein gemeißelt, sondern wirklich ein Orientierungswert. Diesen gibt es in der gesamten REWE Group bereits seit "DNA" (Deine neue Arbeitswelt). Klar, während der Pandemie gab es keinerlei Möglichkeit für Arbeiten im Büro, aber die Zeiten sind (zum Glück) vorbei.

Lass uns nun noch kurz auf zwei weitere Punkte schauen. "Orientierung" verstehen wir wirklich als das, was das Wort aussagt. Das offizielle Statement kennst du, oder?
"Die 60/40-Regel verstehen wir als Orientierungsrahmen, der eine faire und transparente Zusammenarbeit über alle Bereiche hinweg unterstützt. Gleichzeitig gehört für uns zu moderner Zusammenarbeit auch gegenseitige Flexibilität: Mobiles Arbeiten ist für uns ebenso selbstverständlich wie die gemeinsame Verantwortung, Präsenz dort zu ermöglichen, wo sie für Teamarbeit, Austausch oder Business-Anforderungen wichtig ist. Die konkrete Ausgestaltung wird dabei im Dialog zwischen Team und Führungskraft abgestimmt. Unser Ziel ist es, ein modernes Arbeitsumfeld zu schaffen, das Zusammenarbeit, individuelle Bedürfnisse und unternehmerische Anforderungen bestmöglich verbindet."

Darin steckt, dass die individuellen, persönlichen Anforderungen mit den Anforderungen im Team sowie im Bereich/der Domäne sowie den allgemeinen Anforderungen der REWE digital als Organisation übereinander gelegt werden sollen. Wichtig dabei ist, wie du auch schreibst, dass dies auch hinsichtlich der Produktivität passiert. Und die ist in manchen Bereichen mal remote, mal im Büro höher.

Jetzt stehen wir natürlich vor der Herausforderung, dass jede:r von uns anders arbeitet und andere Präferenzen hat. Und allen können wir es nicht gleich gerecht machen, das ist leider schlichtweg nicht möglich.

Wo ich dir aber auf jeden Fall Recht gebe: Das alles hat auch etwas mit Vertrauen zu tun, die Basis unserer Zusammenarbeit. Ich nehme hier wahr, dass dies einer der größten Werte ist, der bei uns gelebt wird; wie du siehst, beschäftige ich mich ja auch hier auf kununu fast täglich mit unserer Kultur. Vetrauen wirkt aber bekanntlich in beide Richtungen: Das Leadership muss Vertrauen haben, Vertrauen bevorschussen und wir Kolleg:innen müssen untereinander durch Bereitschaft, Engagement und Leistung entsprechendes Vertrauen natürlich auch zurückzahlen.

Ganz einfach gesprochen, dann komme ich auch zum Ende, versprochen: Wenn diese drei Eigenschaften z.B. in erstklassiger Softwarequalität münden, perfekt. Leider gibt es aktuell aber an der ein oder anderen Stelle etwas Luft nach oben. Das ist ganz normal und hängt eventuell auch mit unserem Change zusammen und hey, wir sind auch nur alle Menschen.

Lass uns aber einen konstruktiven Abschluss finden:
1. Wenn du Lust hast, lass doch gerne mal von Kollege zu Kolleg:in schnacken. Du liest hier bestimmt auch heraus, dass ich nicht aus meiner Rolle schreibe, sondern ganz menschlich.
2. Hast du die Themen schon adressiert? Und wenn ja, wie? Mein Tipp: Nutze den Pulse Check. Wenn's nach den kununu-Bewertungen geht, müsste das Thema ganz oben sein. Und wenn dem so ist, dann ist es weit mehr als ein Zeichen. Aber so oder so: Das Thema habe ich, HR oder unsere Geschäftsführung im Blick.

Das hier war jetzt wahrscheinlich meine längste Antwort jemals. Ich hoffe, sie hat dir zumindest etwas geholfen. In jedem Fall wünsche ich dir einen grandiosen Sommer, keine unnötigen oder unproduktiven Fahrten ins Büro und immer Rückenwind! :-)

digitale Grüße aus dem - heute mal - Carlswerk
Felipe

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.