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digital
Bewertung

Mehrfachbewertung

Es gibt Gutes und Schlechtes. Generell ist eine positive Entwicklung zu sehen, diese Richtung bitte beibehalten.

3,3
Nicht empfohlen
Mehrfachbewertung
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich IT bei REWE Digital GmbH in Köln gearbeitet und diesen Arbeitgeber mehrfach bewertet. (Mitarbeiter:innen dürfen ihren Arbeitgeber einmal im Jahr bewerten.)

Gut am Arbeitgeber finde ich

Mir ist bewusst, dass dies hier Meckern auf hohem Niveau ist und es der Belegschaft der REWE digital im Vergleich zu anderen Unternehmen gut geht, das möchte ich der REWE digital zu Gute halten. Auch ist die Motivation zur Verbesserung der Situation ersichtlich, daher hoffe ich, dass sich auf lange Sicht hauptsächlich Gutes ergibt.

Verbesserungsvorschläge

Auch wenn mir bewusst ist, dass die Führung von über 2.000 Menschen eine Mammut-Aufgabe ist und eine ganze andere Flughöhe benötigt, als sie der durchschnittliche Mitarbeiter kennt: Versucht bitte, das Unternehmen aus allen Richtungen von unten in der Hierarchie zu sehen. Die REWE digital macht als Dienstleister extrem viel, da passiert es verständlicher Weise (unbewusst), dass ein Thema/Unternehmenszweig besser behandelt wird als Andere. Versucht das in der Waage zu halten. Und ja, man kann fehlende Zeit und Leistung/Mannstärke mit Geld bis zu einem gewissen Grad ausgleichen, hier aber bitte darauf achten, dass dies ab einem Punkt zulasten der Mitarbeiter-Motivation geht, beispielsweise wenn ich vom Entwickler zum Dienstleister-/Externen-Verwalter werde und meinem eigentlichen Beruf kaum noch nachgehen kann.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre befindet sich in einem ständigen auf und ab. Die REWE digital tendiert dazu, zu viele strukturelle Änderungen gleichzeitig machen zu wollen bzw. wartet nicht ab, bis die vorherige Änderung umgesetzt wurde um die nächste zu starten. Dies sorgt dafür, dass es bei vielen Themen zu Ungewissheiten kommt, was den Fortschritt der Projekte und die Moral der Mitarbeiter dämpft. Außerdem gibt es einige Entscheidungen, welche sich bei vielen Mitarbeitern nachteilig auswirken (in der Tätigkeit für die REWE digital sowie privat), ohne dass ein Ausgleich oder Anreiz geschaffen wird.

Image

Das Image lässt gerade viel auf der Strecke. Kritik wird zwar meistens angenommen, aber häufig mit Floskeln wie "Andere Unternehmen kochen auch nur mit Wasser" oder Aussagen wie "Dann müsst ihr hier gestalten" abgespeist. Dass es teilweise einfach an Zeit oder Mannstärke für "gestalten" fehlt, wird nicht angegangen. Das sorgt für viele resignierte Blicke anstatt für Motivation.

Work-Life-Balance

An sich macht die REWE digital hier vieles richtig. Es gibt passende Ausstattung, es werden Rahmen und Möglichkeiten geschaffen. Jedoch gibt es aktuell zwei große Probleme: Ein Ungleichgewicht in der Einstellungsstrategie, da manche Produkte zusätzliche "Nicht-Kernkompetenz-Themen" übernehmen können, während andere Produkte teilweise zu 200% überbucht sind, sodass selbst mit Überstunden das geplante Pensum kaum erreicht werden kann. Das zweite Problem ist die aktuelle Umsetzung der "Back to Office"-Strategie: Es ist verständlich, dass eine unvollständige Nutzung der Büroflächen ein Dorn im Auge sein kann, woraufhin man die Anwesenheit wieder steigern möchte. Aber das funktioniert nicht, indem eine Anwesenheitspflicht von 60% nur halbherzig umgesetzt wird. Während einige Produkte dies als Fakt vorgesetzt bekommen, wissen andere Produkte noch nichtmal davon, was zu einem Unfairniss-Gefühl führt.

Karriere/Weiterbildung

Die Kriterien für den beruflichen Aufstieg sind soweit gut kommuniziert, jedoch mangelt es an den Möglichkeiten, weil alle existierenden Plätze belegt sind und keine neuen geschafft werden (können). Weiterbildung für für allgemeine und berufsspezifische Themen existiert, kann aber von manchen Produkten aus Zeitmangel nur schlecht bis gar nicht angenommen werden.

Gehalt/Benefits

Was Sozialleistungen angeht profitiert die REWE digital extrem von der REWE Group und ihrer genossenschaftlichen Einstellung und lässt kaum Wünsche übrig. Lediglich bei der internen Handhabung von manchen Themen entsteht ab und zu noch der Eindruck, dass der Merger zwischen REWE Systems und REWE digital 2023 noch nicht im Sozialgefüge angekommen ist und manchmal für interne Schieflage sorgt.
Die Gehälter sind durchschnittlich bis etwas über dem Durchschnitt. Hier ist das Manko, dass eine leistungsbasierte Gehaltserhöhung sehr von Eigeninitiative beim Ansprechen, dem Verhandlungsgeschick der Führungskräfte bei der allgemeinen Budget-Verteilung und der relativen Verteilung im eigenen "Staff" (die direkten Kollegen wollen ja vermutlich auch was haben) abhängig ist.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Die REWE Group als ganzes unternimmt viel für Umwelt und Soziales. So auch die REWE digital. Hier kann ich aber nur drei Sterne geben, weil die "Back-to-Office"-Strategie in ihrer aktuellen Form sehr einschneidend und undurchdacht ist. Mal von den tausenden verlorenen Stunden im Auto / ÖPNV abgesehen, sind viele soziale Stukturen und persönliche Umstände mittlerweile an Homeoffice angepasst oder vielleicht sogar davon abhängig. Dies jetzt aus Gründen wie "die Büro-Renovierung muss sich bezahlt machen" oder der fehlenden Führungskompetenz für dezentralisierte/remote Teams ohne irgendeinen gleichwertigen Ausgleich zu schaffen zu stören ist ein ziemlicher Rückschritt. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die meisten Projekte durch die verschiedenen europaweiten Standorte online stattfinden müssen. Und es ist etwas ironisch mit Blick auf die aktuelle Einstellungsstratefgie, die immer mehr auf Nearshoring basiert.

Kollegenzusammenhalt

Generell ist der Zusammenhalt gut. Man merkt zwar, dass der Zusammenhalt an den Produkt- bzw. Abteilungs-Grenzen je nach Thema und Projekt mal mehr und mal weniger starkt ausgeprägt ist, aber das würde ich im gleichen Maße bei anderen Arbeitgebern genauso vermuten. Die Team-Dynamiken reichen von "Wir sind halt Kollegen, nach dem Ausstempeln bin ich in meiner privaten Welt." bis "Lass uns morgen nach der Arbeit zum Sport/Kino/Grillen/Brauhaus/etc. gehen!".

Umgang mit älteren Kollegen

Bei den Neueinstellungen, welche ich bisher mitbekommen habe, ging es immer um die Fähigkeiten der Kollegen, nicht das Alter. Ich kenne mehrere Kollegen, die nach mir eingestellt wurden und im Jahrgang meines Vaters sind. Langdienende Kollegen sind bei uns sehr wichtig, da es immer irgendwelches Systemwissen gibt, was noch nicht dokumentiert ist. Auch sind Kollegen im Ruhestand häufig noch bei privat organisierten Gemeinschaftsabenden dabei.

Vorgesetztenverhalten

Sehr durchwachsen. Und so leid es mir für die guten Führungskräfte tut, aber die Hindernisse, Missverständnisse, Diskussionen und Verzögerungen, welche sowohl bei den disziplinarischen sowie technischen Vorgesetzten entstehen, sorgen für Unmut, verlangsamen das Arbeiten und verursachen manchmal Streit zwischen Produkten. Daher ist hier nicht mehr als drei Sterne oder ein "Meh" drin.

Arbeitsbedingungen

An der Ausstattung ist nichts auszusetzen. Notebooks und Smartphones sind mittlerweile als Device as a Service umgesetzt und daher maximal ein bis zwei Generationen alt. Jeder Schreibtisch ist mit zwei Monitoren ausgestattet und höhenverstellbar. Da wir keine festen Plätze mehr haben gibt es Spinde für persönliche Sachen und Ausrüstung. Lediglich an der Verfügbarkeit von Orten für Online-Termine muss noch gerabeitet werden, da teilweise vier oder sechs Kollegen in einem Büro in unterschiedlichen Meetings sitzen und sich gegenseitig stören.

Kommunikation

Die Kommunikation hat sich über die letzten Jahre sehr verbessert. Hier kommt es jedoch stark darauf an, wie gut die Kommunikationswege funktionieren. Mittlerweile sind einige Formate eingeführt worden, womit die Geschäftsführung und die jeweiligen Leitungsebenen wichtigere Themen an die Belegschaft transportieren können, sodass die allgemeine Beantwortung von Fragen wie "Was machen wir überhaupt?" und "Wo soll es hingehen?" besser geworden ist (ob man nun mit den Antworten auf diese Fragen zufrieden ist oder nicht mal dahingestellt). Es gibt auch einige Versuche den Rückweg zu verbessern, sodass die Geschäftsführung direkte Rückmeldung von den Mitarbeitern erhält. Dies ist auch wichtig, da einige wichtige Themen, vor allem Priorisierungs- und Arbeitslast-Themen, gefühlt nicht durch die "Lehmschicht" des Mittleren-Managements hindurchkommen. Hier stellt sich jedoch die Frage, wie ehrlich und ohne Zurückhaltung hier gesprochen wird, weil auf der einen Seite keiner der "Buh-Mann" sein will und auf der anderen Seite mit (bewusst oder unbewusst) zu generalisierten Aussagen und Floskeln geantwortet wird.

Gleichberechtigung

Bei den Aufstiegschancen, sollte es mal welche geben, kann ich kein Urteil fällen, ich hoffe hier sind Leistung und Fähigkeit das einzige Maß der Dinge. Aber bei dem Thema Wertschätzung kann ich sagen, dass wir mit ziemlichen Power-Frauen zusammenzuarbeiten, die Leistung ohne Ende bringen und daher allgemein eine hohen Stellenwert einnehmen.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben und Projekte sind definitiv interessant und vielfältig. Vielleicht an manchen Stellen zu vielfältig.

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Arbeitgeber-Kommentar

Felipe Moroder-Bendyk, Senior Expert Employer Branding
Felipe Moroder-BendykSenior Expert Employer Branding

Vielen Dank für deine ehrliche und authentische Bewertung!

Deine Bewertung lese ich 0,0 als "Meckern auf hohem Niveau", sondern als konstruktive Kritik, die absolut berechtigt und wertvoll ist. Ja, das Gras auf der anderen Seite mag vielleicht ab und zu mal grüner erscheinen, aber ich sehe es wie du: Unser ist schon ziemlich saftig-grün und die Entwicklung geht auch in der Transformation in die richtige Richtung.

Ich fange direkt oben an: Deine Hinweis zur richtigen Austarierung unserer mittlerweile ja sogar eher 2.500 Personen großen Organisation ist wahrlich nicht einfach. Wir sind gerade dabei, das Leadership für die Zukunft aufzustellen und zu befähigen, sodass wir bestmöglich gewappnet sind. Einiges hast du in der Zwischenzeit bereits schon mitbekommen, anderes verändert sich zum neuen Jahr. Wo du dir sicher sein kannst: REWE digital entwickelt zwar vorrangig Technologien, aber wir setzen den Menschen in den Mittelpunkt. Denn machen wir uns nichts vor: Motivierte, glückliche und befähigte Kolleg:innen bauen die besten Technologien überhaupt, oder?! Wir arbeiten auf jeden Fall hart daran, dass aus deinem "meh" ein "jeij" oder "yeah" wird.

Wie du bereits schreibst, ist der Kontext häufig entscheidend, daher auch die konkrete Frage an dich: Hast du in den letzten Monaten eine Veränderung wahrgenommen? Gibt es in deinem oder einem anderen Bereich konkrete Dinge, bei denen wir unterstützen können? Falls ja, melde dich bitte auch z.B. direkt bei mir!

Hinsichtlich der Arbeitsatmosphäre hast du Recht, dass wir in den letzten Jahren eine Transformation nach der nächsten durchgemacht haben und diese teilweise nahtlos ineinander übergegangen sind. Das ist nicht ideal, wurde aber gesehen und gehört und ist in unserer aktuellen Veränderung weiter im Fokus. Persönlich glaube ich, dass wir aktuell die größte, aber auch erstmal die "letzte" große Veränderung dieser Art durchleben.

Schön, dass du schreibst, dass sich unsere Kommunikation verbessert hat. Hierbei ist es auch immer ein Geben und Nehmen: Feedback wie deines wird aufgenommen, Formate vertestet, verbessert, verändert und am Ende geht es auch darum, dass diese genutzt werden. Ein Tipp für ein relativ neues Format: Unsere Connect Circles. Hier kannst du wirklich direkt in kleinerer Runde in den Austausch gehen ohne die Lehmschicht durchdringen zu müssen.

Zum Zusammenhalt unter uns Kolleg:innen kann ich nur sagen: Stimmt, sehe ich und nehme ich genau so wie du wahr. Und wie du schreibst: Ein bisschen "subjektiv" sind wir ja dann doch alle in Bezug auf unseren eigenen Bereich oder unser Produt. Und wie sagt es sich in Köln sowieso so schön: jede Jeck ist anders, oder? Unterschiede machen bei uns keinen Unterschied; egal nach welchen Kriterien. Danke, dass du dies auch hinsichtlich Gleichberechtigung und dem Umgang mit älteren Kolleg:innen so nennst.

Ich komme mal zum Ende, sonst wird es hier wirklich zu lang: Oben haben du und ich über das Thema Leadership, Top-Bottom bzw. Bottom-Up ein bisschen philosophiert. Tatsächlich schlägt dein Punkt zu begrenzten Aufstiegsmöglichkeiten ein bisschen in diese Kerbe, denn: Es ist immer ein zweischneidiges Schwert zwischen horizontaler und vertikalen Führungsrollen sowie der individuellen Karriere. Konkret kannst du dich hier aber auch jederzeit an unser HR, konkret das Learning & Development-Team, wenden.

Nun aber "last, but not least": Dein Umwelt-/Sozialparadoxon mit unserem Remote Work-Orientierungswert ist aufgenommen, bekannt und hiermit erfasst. Das Thema ist weiter in ständiger Betrachtung. Legitim übrigens, dass du hier auch eine Leadership-Befähigung für "remote Führung" als mögliche Option siehst. Diese Perspektive betrachten wir ebenfalls.

So, du hast dir viel Zeit genommen, ich mir ebenfalls. Wenn du trotzdem nochmal konkret(er) werden möchtest, einen Kaffee und Kasino-Besuch nutzen möchtest, melde dich gerne jederzeit bei mir. Ich behandle deine Nachricht so oder so zu 100 % vertraulich.

Danke nochmal und einen guten Wochenstart dir
Felipe

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.