Artilleriewerk
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Schichtmodell ist perfekt. Man hat verlässlich pünktlich Feierabend, und wenn privat wirklich etwas Wichtiges ansteht, bekommt man in der Regel frei. Ein weiterer großer Pluspunkt ist der Zusammenhalt in der eigenen Schicht: Man wird auch als Zeitarbeiter komplett ins Team integriert und im Alltag genauso behandelt wie die Festangestellten. Zudem ist das Image stark – wenn man im Bekanntenkreis erzählt, wo man arbeitet, sind die Reaktionen durchweg positiv.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Umsetzung des "Equal Pay" als Zeitarbeiter. Man macht monatelang die exakt gleiche Arbeit, erhält aber nicht dieselben Zuschläge wie die Stammbelegschaft. Der Differenzbetrag (teils 500 bis 1.000 Euro) wird auf der Abrechnung zwar ausgewiesen, aber durch eine Deckelung direkt wieder abgezogen – das hat für mich nichts mit Equal Pay zu tun.
Zudem ist der Übernahmeprozess extrem unrund und bürokratisch: Anstatt einem nach einem Jahr guter Arbeit einfach Feedback zu geben und den Vertrag vorzulegen, wird eine komplette Neubewerbung verlangt. Es gab Fälle, in denen Verträge einfach ausliefen, Mitarbeiter arbeitslos zu Hause saßen und Tage später aus der Firma angerufen wurde, wo man denn bleibe.
Auch die Kommunikation ist oft mangelhaft, es fehlt an einheitlichen Regeln zwischen den Schichten und der Umgangston mancher Büroangestellter ist unnötig grimmig.
Verbesserungsvorschläge
Feste Übernahmen flüssiger gestalten: Nach einem Jahr Zeitarbeit braucht es keine Neubewerbung, sondern einfach ein klares Feedback und den Arbeitsvertrag auf dem Tisch. Das muss reibungslos ablaufen.
Echtes Equal Pay: Die Deckelung abschaffen. Gleiche Arbeit muss auch wirklich gleiches Geld (inklusive aller Zuschläge) bedeuten.
Anlagenführer stärker einbinden: Bei Störungen wäre es motivierend, wenn wir das Panel auch mal selbst bedienen dürfen. Lasst uns von den Programmierern lernen, wie man Fehler künftig selbst behebt. (Wenn es nur mit dem mobilen Panel zu Beheben ist)
Arbeitssicherheit ernst nehmen: Die strikte Regel, dass an den Anlagen mindestens zu zweit gearbeitet wird, darf bei Personalmangel nicht einfach ignoriert werden.
Arbeitsausstattung verbessern: Benötigtes Equipment (wie z. B. eine vernünftige Taschenlampe, um Gravuren richtig erkennen zu können) muss gestellt werden. Um Schwund zu vermeiden, kann man die Ausgabe ja einfach protokollieren.
Einheitliche Regeln schaffen: Vorgaben müssen für alle Schichten gleich gelten (z. B. bei der Protokollpflicht und der Sauberkeit/Vorbereitung der Maschinen bei der Übergabe, Buchungen der Stückzahl). Zudem wäre eine freundlichere Kommunikation auf Augenhöhe seitens des Büros wünschenswert.
Arbeitsatmosphäre
Das Arbeitsklima ist unter den Kollegen ist meistens gut, aber es gab schon Tage wo man selbstständig nicht sagen konnte was jetzt Sache ist, sich Arbeit gesucht hat und dann angemeckert wird das man nur "rumläuft". Kommunikation ist aber ein großes Problem, teils wirkt der Meister sehr abweisend und "schiebt" ein einfach weiter "Keine Zeit für sowas" "Wende dich an X" -> Ich würde gerne einfach meine Arbeit machen, es wird mir nicht klar gesagt was produziert werden soll/darf?
Gehalt/Benefits
Das Gehalt als Zeitarbeiter ist grundsätzlich in Ordnung. Was ich allerdings nicht verstehe, ist die Deckelung durch die Zeitarbeitsfirma, denn das ist für mich kein echtes Equal Pay. Ich weiß nicht, ob hierbei nur der reine Stundenlohn berücksichtigt wird, aber wir erhalten nicht dieselben Zuschläge wie die Festangestellten. Dadurch fehlen einem am Ende 500 bis 1.000 Euro. Dieser Differenzbetrag (Branchenzuschläge) wird auf der Abrechnung zwar ausgewiesen, dann aber direkt wieder abgezogen. Das hat für mich mit Equal Pay nichts zu tun.
Arbeitsbedingungen
Die grundsätzliche Arbeitssicherheit ist gut und man wird mit dem Wichtigsten wie Handschuhen ausgestattet. Allerdings reicht es offenbar nicht für eine vernünftige Taschenlampe, die man dringend braucht, um Gravuren richtig erkennen zu können. Wenn die Sorge besteht, dass Werkzeug verschwindet, sollte man die Ausgabe einfach protokollieren – wer seine verliert, hat dann eben Pech gehabt. Ein absolutes No-Go ist zudem, dass wichtige Sicherheitsregeln bei Personalmangel ignoriert werden: Eigentlich lautet die strikte Vorgabe, dass an den Anlagen immer mindestens zu zweit gearbeitet werden soll. Wenn aber Leute fehlen, ist diese Regel plötzlich völlig egal.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich wird man im Betriebsalltag gleich behandelt. Man merkt aber leider, dass in einigen Punkten völlig "nach Nase" entschieden wird. Wenn persönliche Sympathie bei Entscheidungen eine Rolle spielt, hat das mit echter Gleichberechtigung nichts mehr zu tun und trübt das ansonsten gute Bild.

