Viel Potential, aber mit Toxischer Führungskultur - enttäuschender Umgang mit Feedback
Verbesserungsvorschläge
Eindeutige Aufgabenverteilung und nachvollziehbare Datenablagen, um Doppelarbeit, Missverständnisse und Frust zu vermeiden
• Schulung von Führungskräften im Umgang mit Feedback, Kommunikation auf Augenhöhe und wertschätzender Führung
• Klare Abgrenzung zwischen konstruktiver Kritik und persönlichen Bewertungen
• Förderung echter Teamkultur: Integration neuer Kolleg:innen aktiv unterstützen, soziale Ausgrenzung vermeiden
• Raum schaffen für Eigeninitiative und kreative Beiträge, statt ausschließlich auf reine Ausführung zu setzen
• Interne Kommunikation transparenter und weniger hierarchisch gestalten – weniger Rechtfertigung, mehr Dialog
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war für mich persönlich schwierig. Es gab wenig echte Integration ins Team, teilweise fühlte ich mich übergangen oder sozial ausgegrenzt – selbst bei einfachen Situationen wie einem gemeinsamen Mittagessen.
In kreativen Prozessen fehlte der Raum für Austausch auf Augenhöhe, stattdessen herrschte häufig Druck und Unsicherheit – vor allem bei Rückfragen oder wenn Aufgaben nicht eindeutig beschrieben waren.
Insgesamt entstand kein Klima, in dem man sich willkommen, sicher oder respektiert fühlte.
Work-Life-Balance
Auf dem Papier war eine gute Work-Life-Balance denkbar – in der Realität war sie kaum umsetzbar. Arbeitsaufträge waren oft zu eng getaktet, Aufgaben nicht klar definiert und durch fehlende Strukturen entstand zusätzlicher Mehraufwand.
Ich habe regelmäßig außerhalb der Arbeitszeit weitergearbeitet, um Deadlines zu halten oder unklare Aufgaben selbst aufzulösen. Die psychische Belastung war entsprechend hoch – nicht durch das Pensum an sich, sondern durch das ständige Gefühl, nicht hinterherzukommen oder nicht gesehen zu werden.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im Team war für mich schwer greifbar. Innerhalb kleiner, eingespielter Gruppen funktionierte vieles gut, als neuer Kollege war es jedoch schwer, Anschluss zu finden.
Es gab kaum informellen Austausch oder aktive Einbindung, vieles lief über bestehende Verbindungen. Einzelne Kolleg:innen waren hilfsbereit, aber insgesamt fehlte eine offene, inklusive Teamkultur.
Besonders bei physischen Treffen im Büro fiel auf, dass soziale Interaktion stark gruppendynamisch geprägt war – wer nicht schon dazugehört, bleibt schnell außen vor.
Vorgesetztenverhalten
Der Umgang durch die direkte Führungskraft war für mich enttäuschend. Rückfragen wurden häufig als Kritik oder Unfähigkeit gewertet, statt als Teil eines professionellen Arbeitsprozesses.
Feedbackgespräche liefen oft einseitig und ohne Vorwarnung ab, mit starkem Rechtfertigungsdruck. In mehreren Situationen wurde ich bloßgestellt oder sozial ausgegrenzt – sowohl im digitalen Raum als auch vor Ort.
Eigeninitiative wurde als störend empfunden, Kritik schnell persönlich genommen. Der Stil war eher kontrollierend als unterstützend. Konstruktive Führung auf Augenhöhe habe ich nicht erlebt.
Arbeitsbedingungen
Technisch waren die Arbeitsplätze gut ausgestattet, die Infrastruktur grundsätzlich modern. Was jedoch fehlte, waren klare Prozesse, nachvollziehbare Ablagestrukturen und ein effizienter Workflow – insbesondere bei der Projekt- und Datenorganisation.
Viel Zeit ging dadurch verloren, dass Dateien unübersichtlich oder unvollständig abgelegt waren, Zuständigkeiten unklar blieben oder Standards nicht definiert waren. Diese fehlende Struktur wirkte sich direkt negativ auf die Arbeit aus.
Kommunikation
Die Kommunikation war insgesamt unausgewogen und häufig von Missverständnissen geprägt. Aufgaben wurden oft unklar formuliert oder ohne Kontext verteilt, Nachfragen wurden gelegentlich als Kritik oder Inkompetenz gewertet.
Rückmeldungen – selbst sachlich gemeinte – führten regelmäßig zu Rechtfertigungsdruck oder persönlicher Interpretation durch die Führungskraft.
Statt lösungsorientiertem Austausch auf Augenhöhe herrschte oft eine einseitige Kommunikation mit stark hierarchischer Färbung.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt im branchenüblichen Durchschnitt für den Standort – ohne nennenswerte Zuschläge oder Zusatzleistungen.
Es gibt kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, auch weitere Benefits wie Zuschüsse, Boni oder Zusatzversicherungen sind nicht vorhanden. Insgesamt funktional, aber nicht besonders attraktiv oder motivierend gestaltet.
Gleichberechtigung
Auf dem Papier wird Gleichbehandlung betont, in der Praxis war sie für mich nicht durchgängig spürbar. Neue Kolleg:innen wurden unterschiedlich eingearbeitet und integriert – während einzelne strukturierte Unterstützung erhielten, wurde anderen deutlich weniger Hilfestellung angeboten.
Auch im alltäglichen Umgang gab es Unterschiede in der Kommunikation und Wertschätzung, abhängig von persönlicher Nähe zur Führungskraft. Eine echte, gleichwertige Einbindung in Entscheidungsprozesse oder Teamkultur fand nicht statt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren überwiegend eintönig und boten wenig kreativen Spielraum. Gestaltungsspielräume wurden eher eingeschränkt als gefördert, eigene Ideen waren kaum gefragt oder wurden abgelehnt.
Es ging meist darum, bestehende Formate auszuführen, nicht weiterzuentwickeln. Kreative oder konzeptionelle Mitgestaltung war nicht vorgesehen oder nicht erwünscht. Das Potenzial, Neues einzubringen oder Prozesse zu verbessern, blieb weitgehend ungenutzt.

