Neue Führung, neue Kultur und viele Versprechen, leider keine Besserung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Mittlerweile leider kaum noch etwas. Das gratis Obst und Wasser ist gut, aber leider ist das auch immer das Gleiche und es wirkt nur noch so, als würde man das heute einfach machen, weil es dazugehört, und nicht, weil man den Mitarbeitern wirklich etwas Gutes tun möchte.
Früher gab es hier einmal einen besonderen Zusammenhalt und man hatte das Gefühl, Teil eines Unternehmens zu sein, das seine Mitarbeiter ernst nimmt. Davon ist heute leider nicht mehr viel übrig.
Traurig, wenn man weiß, dass es hier einmal wirklich ganz anders war.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Eigentlich alles seit dem Führungswechsel. Vorher war sicher auch nicht alles perfekt, aber seitdem hat sich die Firma massiv zum Schlechteren verändert. Es herrschen Angst, Unsicherheit und Misstrauen und als normaler Mitarbeiter fühlt man sich teilweise einfach nur noch vorgeführt und überhaupt nicht mehr wertgeschätzt.
Man hat immer mehr das Gefühl, dass man nur noch genau das machen soll, was die neuen Vorgesetzten wollen, egal ob das Sinn macht oder nicht. Wenn man das nicht macht oder eine andere Meinung hat, hat man schnell das Gefühl, als schwieriger Mitarbeiter hingestellt zu werden. Andere Meinungen oder Kritik sind zwar angeblich erwünscht, aber wirklich trauen tut sich kaum noch jemand, etwas zu sagen.
Gleichzeitig wird einem ständig erzählt, was mit dem neuen Management jetzt alles besser werden soll, wie erfolgreich man ist und was sich alles positiv entwickeln wird. Von den angekündigten Verbesserungen kommt bei den normalen Mitarbeitern aus meiner Sicht jedoch kaum etwas an. Im Gegenteil, das Vertrauen ist mittlerweile weitgehend verloren gegangen. Das will da oben aber niemand wissen oder hören. Eine gute Unternehmenskultur sieht für mich anders aus.
Verbesserungsvorschläge
Früher hat man es noch verstanden, den eigenen Mitarbeitern zuzuhören und ihre Erfahrung auch zu nutzen. Verbesserungsvorschläge wurden ernst genommen und man hatte zumindest das Gefühl, mit seiner Meinung etwas bewirken zu können, auch wenn vieles nicht sofort umgesetzt wurde.
Von Wertschätzung und dem Einbinden der Mitarbeiter ist mittlerweile kaum noch etwas übrig. Die Kollegen, die seit vielen Jahren ihre Arbeit machen und genau wissen, wo die Probleme liegen, werden kaum noch gehört.
Vielleicht einfach mal weniger Zeit damit verbringen, sich selbst zu feiern und auf die eigene Schulter zu klopfen und stattdessen wieder anfangen, den eigenen Mitarbeitern zuzuhören. Die wissen nämlich oft ziemlich genau, wo die wirklichen Probleme liegen.
Arbeitsatmosphäre
Das Arbeitsklima ist mittlerweile einfach nur noch schlecht. Es herrschen Angst um den eigenen Arbeitsplatz, Unsicherheit und Misstrauen. Viele überlegen sich ganz genau, ob sie überhaupt noch etwas sagen und vor allem zu wem.
Wenn selbst auf Betriebsversammlungen der Eindruck vermittelt wird, dass man es sich besser nicht mit dem Management verscherzen sollte, braucht man sich über die aktuelle Stimmung eigentlich nicht zu wundern. Vertrauen und offene Kommunikation fördert man damit jedenfalls nicht.
In den vergangenen Monaten waren plötzlich Kollegen, die teilweise schon viele Jahre im Unternehmen waren, nicht mehr da oder mussten gehen. Natürlich fragt man sich irgendwann, wer als Nächstes dran ist. Viele machen deshalb mittlerweile einfach nur noch ihre Arbeit, halten den Mund und versuchen, nicht negativ aufzufallen. Von der offenen Unternehmenskultur, die es früher einmal gab, ist jedenfalls nichts mehr übrig.
Image
Nach außen wird weiterhin versucht, ein sehr positives Bild zu vermitteln und ständig erzählt, wie gut sich alles entwickelt. In der Firma sieht es aber anders aus.
Irgendwann hilft es auch nichts mehr, sich selbst immer wieder zu erzählen, wie toll alles ist. Mitarbeiter bekommen mit, was im Unternehmen passiert, und natürlich wird darüber auch außerhalb gesprochen.
Ein guter Ruf muss von innen kommen. Genau daran fehlt es aus meiner Sicht mittlerweile.
Work-Life-Balance
Kommt wohl sehr darauf an, auf welcher Position man sitzt. Manche Vorgesetzte können sich ihre Arbeit scheinbar so einrichten, wie es gerade am besten passt. Teilweise sieht man bestimmte Führungskräfte so selten vor Ort, dass man sich schon fragt, ob sie überhaupt noch zur Firma gehören. Interessanterweise klappt die Anwesenheit immer dann ganz gut, wenn Besuch von weiter oben da ist. Bei anderen Mitarbeitern wird dagegen genau darauf geachtet, wann und wie oft sie vor Ort sind. Da gelten scheinbar andere Maßstäbe. Work-Life-Balance kann gut sein. Man muss anscheinend nur auf der richtigen Position sitzen. Es gibt keine Schichtarbeit, dass ist gut.
Karriere/Weiterbildung
Die gibt es so gut wie gar nicht. Weiterbildungen gibt es, aber gefühlt immer nur für bestimmte Leute und Bereiche. Für die meisten gibt es kaum Möglichkeiten, sich wirklich weiterzuentwickeln. Gerade in der Produktion oder im Service kann man motiviert sein und mehr machen wollen, wirkliche Perspektiven bekommt man trotzdem kaum gezeigt. Dabei wird ständig erzählt, wie stark die Firma wächst und was in Zukunft alles möglich sein soll. Aber in die Mitarbeiter investieren will man scheinbar auch nicht, lieber in das Management.
Mittlerweile hat man sowieso das Gefühl, dass weniger zählt, was man kann, wie lange man dabei ist oder was man geleistet hat. Wichtig ist eher, ob man ins aktuelle Bild passt und zu den richtigen Personenkreis gehört.
Für die Entwicklung der normalen Mitarbeiter scheint jedenfalls nicht besonders viel übrig zu sein. Bei manchen anderen funktioniert die Karriere dagegen erstaunlich gut, was bei vielen für Verwunderung sorgt.
Gehalt/Benefits
Sehr unterschiedlich, richtig nachvollziehen kann das keiner. Gleichzeitig wird einem immer wieder erzählt, dass die Gehälter von einer externen Firma geprüft und marktüblich sein sollen. Komisch nur, dass andere Unternehmen für vergleichbare Arbeit teilweise deutlich besser bezahlen. Wenn das alles so fair und marktgerecht sein soll, fragt man sich schon, wie das zusammenpasst. Über Gehälter soll man am besten sowieso nicht reden. Warum wohl?
Der Betriebsrat versucht, für mehr Gleichheit und einheitliche Regeln für die Mitarbeiter zu sorgen. Man hat allerdings den Eindruck, dass das von der neuen Führung eher nicht gewollt ist. Zumindest kommt das Geld immer pünktlich. Fairness und Gleichheit gibt es aus meiner Sicht aber nicht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mülltrennung gibt es, aber selbst die funktioniert nicht überall konsequent. Ansonsten hat man vor allem das Gefühl, dass es darum geht, irgendwelche Vorgaben zu erfüllen und nach außen gut darzustehen. Beim Thema Sozialbewusstsein sollte man vielleicht erstmal bei den eigenen Mitarbeitern anfangen. Immer davon zu reden, wie wichtig die Mitarbeiter sind, und dann zu sehen, wie teilweise mit den eigenen Leuten umgegangen wird, passt einfach nicht zusammen. Beim Thema Sozialbewusstsein scheint man sich selbst oft näher zu sein als den eigenen Mitarbeitern
Kollegenzusammenhalt
Zusammenhalt gibt es kaum noch. as war einmal etwas, was die Firma ausgemacht hat: der Zusammenhalt unter den Kollegen. Heute traut man sich vieles nicht mehr, weil man Angst um den Job hat. Es gibt immer mehr Grüppchenbildung und jeder erzählt teilweise seine eigene Wahrheit.
Manche verbreiten irgendwelche Geschichten und treten dabei auf, als wüssten sie über alles Bescheid. Teilweise geht es scheinbar mehr darum, sich selbst gut darzustellen und bei den richtigen Leuten gut anzukommen.
Auf einige Kollegen kann man sich trotzdem verlassen. Man sollte nur mittlerweile sehr genau wissen, wem man was erzählt.
Umgang mit älteren Kollegen
Erfahrung und langjährige Betriebszugehörigkeit scheinen nicht mehr besonders viel zu zählen. Kollegen, die lange im Unternehmen waren und das gesamte Unternehmen kannten, sind plötzlich nicht mehr da. Die älteren Kollegen, die noch da sind, werden kaum noch gefragt, weil man den Eindruck hat, dass das neue Führungsteam ohnehin glaubt, alles zu wissen. Man hat den Eindruck, dass immer stärker auf die Kosten geschaut wird. Gleichzeitig feiert man langjährige Betriebszugehörigkeit und erzählt, wie stolz man auf solche Mitarbeiter ist. Passt irgendwie nicht zusammen.
Erfahrung und Treue zur Firma sind scheinbar vor allem dann etwas wert, wenn es gerade ins aktuelle Bild passen muss und man damit schöne Geschichten erzählen kann.
Vorgesetztenverhalten
Teilweise einfach nur eine Katastrophe. Manche Vorgesetzte sind scheinbar mehr damit beschäftigt, nach oben gut dazustehen und sich selbst möglichst gut zu verkaufen, als sich um die eigenen Leute zu kümmern. Nach unten wird Druck gemacht und nach oben sieht natürlich alles super aus.
Kritik und andere Meinungen sind angeblich willkommen. Man merkt aber ziemlich schnell, dass es einfacher ist, das zu sagen, was gehört werden will.
Für manche Vorgesetzte gelten scheinbar auch ganz andere Regeln als für normale Mitarbeiter. Gleichzeitig erwartet man Respekt, Vertrauen und Loyalität, bekommt davon andersherum aber nichts zurück. Man hat teilweise den Eindruck, dass vieles so ausgelegt wird, wie es gerade passt. An unangenehme Dinge kann man sich dann plötzlich nicht mehr erinnern. Vielleicht sollten manche weniger darauf achten, wie sie selbst dastehen, und wieder mehr darauf, wie sie mit ihren Mitarbeitern umgehen.
Arbeitsbedingungen
Keine Klimaanlage, im Sommer viel zu warm und im Winter teilweise zu kalt. Dazu Lärm und Gerüche von Lackier- und Schweißarbeiten, die teilweise durch die Räume ziehen. Konzentriert arbeiten ist auch kaum möglich, weil es meistens Büros mit vielen Kollegen gibt oder die Wände sehr dünn sind.
Für das neue Managementteam werden dagegen offenbar keine Kosten und Mühen gescheut. Man trifft sich in klimatisierten Hotels, für Meetings, außerdem spart man wo man kann bei Mitarbeitern. Was bei diesen ganzen Treffen am Ende wirklich herauskommt oder sich für die Mitarbeiter verbessert, merkt man allerdings kaum.
Kommunikation
Geredet wird viel, wirklich informiert fühlt man sich trotzdem oft nicht. Vieles erfährt man eher über Kollegen oder den Flurfunk. Kommunikation findet mittlerweile überwiegend von oben nach unten statt. Zu hören soll man, aber echter Austausch findet nicht mehr statt.
Gleichberechtigung
Kommt ganz darauf an, wer man ist und wie gut man bei den richtigen Leuten darsteht. Wer ins aktuelle Bild der Führung passt und genau das macht, was erwartet wird, scheint bessere Chancen zu haben.
Für manche ist vieles möglich, bei anderen gelten plötzlich ganz andere Maßstäbe. Mit wirklicher Gleichbehandlung hat das aus meiner Sicht nicht viel zu tun.
Interessante Aufgaben
Interessante Aufgaben landen meistens bei den gleichen wenigen Leuten, denen man scheinbar etwas zutraut. Oder man macht es lieber gleich selbst, weil man den eigenen Mitarbeitern anscheinend nicht genug vertraut. Für viele andere bleibt immer wieder das Gleiche. Teilweise beschäftigt man sich ständig mit denselben Themen. Es wird besprochen, diskutiert, wieder besprochen und irgendwann fängt man einfach wieder von vorne an.
Bestimmte Personen werden auch regelmäßig in die USA geschickt. Welche konkreten Aufgaben die dort haben, bekommt man als Mitarbeiter trotz der kleinen Betriebsgröße in der Regel nicht mit. Veränderungen aus den Reisen die einen Mehrwert für die Firma bringt bekommt man als normaler Mitarbeiter generell nicht mit.