„Wenn ein Gesellenbrief für die Produktionsleitung reicht – na dann: Persönliche Beziehungen GmbH“
Gut am Arbeitgeber finde ich
Obst, Kaffee und Getränke werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Das ist ein schönes Angebot und wird von den Mitarbeitern gerne angenommen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Führung und der Umgang mit den Mitarbeitern sind aus meiner Sicht die größten Probleme. Im Management und in der Produktion herrschen meiner Meinung nach zu viele persönliche Beziehungen, unterschiedliche Behandlung und Entscheidungen nach persönlicher Zugehörigkeit. Dazu kommen aus meiner Sicht mangelnde Transparenz, unterschiedliche Behandlung und teilweise fragwürdige Entscheidungen bei Kündigungen. Wer dafür verantwortlich ist, ist für viele Mitarbeiter kein Geheimnis.
Verbesserungsvorschläge
Der Arbeitgeber sollte genauer hinschauen, mehr hinterfragen und sich bei wichtigen Entscheidungen nicht ausschließlich auf die Aussagen des Produktionsleiters und der Personalleitung verlassen. Nach Aussagen mehrerer langjähriger Mitarbeiter, insbesondere von Kollegen, die bereits aus Kirchberg kamen, besteht der Eindruck, dass diese Personen sich gegenseitig unterstützen, Aussagen decken und Vorfälle gegenüber der Geschäftsleitung teilweise anders darstellen oder herunterspielen.
Laut diesen Mitarbeitern soll eine ähnliche Vorgehensweise bereits in Kirchberg bestanden haben. Daher wäre es wichtig, Informationen unabhängig zu prüfen, verschiedene Mitarbeiter anzuhören und sich als Arbeitgeber ein eigenes Bild vom tatsächlichen Arbeitsalltag zu machen.
Arbeitsatmosphäre
Auch wenn man selbst mit guter Laune zur Arbeit kam, wurde die Stimmung leider teilweise durch das Verhalten des Produktionsleiters oder von Kollegen, die aus demselben Land wie der Produktionsleiter stammen, getrübt. Es kam auch vor, dass ohne erkennbaren Grund Unruhe in das Arbeitsumfeld gebracht wurde.
Beispielsweise wurden morgens gegen 6 Uhr Mitarbeiter offenbar unbemerkt aus dem Büro heraus beobachtet und ihre Namen notiert. Dadurch entstand bei den Mitarbeitern der Eindruck, dass gezielt Personen erfasst wurden, die dem Produktionsleiter nicht genehm waren. Einige dieser Mitarbeiter wurden anschließend gekündigt, und bereits eine Woche später wurden neue Mitarbeiter eingestellt, die aus demselben Land wie der Produktionsleiter stammten. Diese Abfolge hat bei den Mitarbeitern den Eindruck von Bevorzugung und fehlender Fairness vermittelt und zu einem Gefühl von Unsicherheit und Misstrauen im Arbeitsumfeld geführt.
Ein weiteres Beispiel war der Umgang mit den Rauchpausen: Bestimmte Mitarbeiter durften gemeinsam mit dem Produktionsleiter zum Rauchen gehen, und er schloss sich ihnen teilweise selbst an. Für andere Mitarbeiter waren solche Rauchpausen hingegen nicht erlaubt.
Kommunikation
Mit dem H3-Meister war die Kommunikation sehr gut. Er war ansprechbar, hilfsbereit und hatte für die Anliegen der Mitarbeiter immer ein offenes Ohr.
Die Kommunikation mit dem Produktionsleiter war dagegen aus meiner Sicht sehr enttäuschend. Wenn man mit ihm über ein Problem oder ein Anliegen sprechen wollte, wurde man teilweise ignoriert oder er versuchte, dem Gespräch auszuweichen bzw. das Thema zu wechseln. Auch Zusagen, die er gegenüber Mitarbeitern gemacht hatte, wurden aus meiner Erfahrung häufig nicht eingehalten.
Noch problematischer war für mich die fehlende fachliche Kompetenz. Für die Position eines Produktionsleiters hätte ich deutlich mehr Fachwissen, Erfahrung und Führungsqualität erwartet. Teilweise hatte ich den Eindruck, dass die Position mehr aufgrund der persönlichen Beziehungen als aufgrund der fachlichen Qualifikation ausgeübt wurde. Für mich hat sich dadurch leider bestätigt, dass nicht jeder gute Geselle automatisch auch ein guter Produktionsleiter ist.
Kollegenzusammenhalt
Mit den Kollegen, die bereits seit längerer Zeit im Unternehmen beschäftigt waren, war der Zusammenhalt gut. Man konnte sich gegenseitig unterstützen und aufeinander verlassen. Insgesamt war der Zusammenhalt unter den langjährigen Mitarbeitern deutlich besser.
Work-Life-Balance
Die normalen Arbeitszeiten waren gut mit dem Privatleben vereinbar. An Wochenenden wurde jedoch trotz angeblich freiwilliger Arbeit teilweise indirekter Druck ausgeübt. Wer nicht kam, musste teilweise in der folgenden Woche mit unangenehmeren Aufgaben oder einer schlechteren Behandlung rechnen. Bei Mitarbeitern, die aus demselben Land wie der Produktionsleiter stammen, war dies hingegen nicht der Fall.
Vorgesetztenverhalten
Der H3-Meister in der Montage und in der Holzabteilung war aus meiner Sicht sehr gut. Er war fair, respektvoll und bei Problemen jederzeit ansprechbar.
Bei Unruhe im Arbeitsumfeld war für mich dagegen häufig klar, woher diese kam: vom Produktionsleiter oder von Mitarbeitern aus seinem Umfeld. Durch deren Verhalten wurden unnötig Spannungen geschaffen und die Stimmung unter den Mitarbeitern belastet. Eine faire und gleichmäßige Behandlung aller Mitarbeiter habe ich leider nicht immer erlebt.
Interessante Aufgaben
Es war ein schönes Gefühl, die eigene Arbeit anschließend im fertigen Projekt wiederzuerkennen.
Gleichberechtigung
Ich könnte noch viele weitere Beispiele nennen, aber dafür würde der Platz hier nicht ausreichen. Leider hatte ich wiederholt den Eindruck, dass Mitarbeiter nicht nach den gleichen Maßstäben behandelt wurden.
Ein Beispiel war die Weihnachtsprämie: Einige Mitarbeiter, die das ganze Jahr über kaum krankheitsbedingt gefehlt hatten, erhielten nur 50 % der Prämie. Gleichzeitig bekamen Freunde des Produktionsleiters bzw. Mitarbeiter, die aus demselben Land wie er stammen, teilweise 100 %, obwohl sie deutlich mehr Krankheitstage hatten.
Auch bei Gehalt und Beförderungen war für mich nicht immer nachvollziehbar, nach welchen Kriterien entschieden wurde. Beispielsweise wurden Mitarbeiter ohne entsprechende fachliche Ausbildung als Maschinenverantwortliche eingesetzt, während Mitarbeiter mit entsprechender Ausbildung und Qualifikation diese Position nicht bekamen. Warum solche Entscheidungen getroffen wurden, blieb für mich schwer nachvollziehbar.
Insgesamt hatte ich leider den Eindruck, dass persönliche Beziehungen teilweise wichtiger waren als Leistung, Qualifikation und Erfahrung.
Umgang mit älteren Kollegen
Mein Eindruck war, dass ältere und langjährig beschäftigte Kollegen nicht immer die Wertschätzung und den Respekt erhalten haben, die sie aufgrund ihrer Erfahrung verdient hätten. Besonders problematisch empfand ich den Umgang durch den Produktionsleiter, den Fertigungsleiter und deren engstes Umfeld.
Aus meiner Sicht wurde deren Verhalten teilweise von höheren Stellen geschützt oder unterstützt, selbst wenn es aus meiner Wahrnehmung klare Widersprüche oder unterschiedliche Darstellungen gab. Dadurch entstand bei mir der Eindruck, dass bestimmte Personen unabhängig von ihrem Verhalten oder ihren Entscheidungen Rückendeckung bekamen.
Gerade gegenüber älteren und erfahrenen Mitarbeitern halte ich einen fairen, respektvollen und gleichberechtigten Umgang für besonders wichtig. Leider habe ich diesen in manchen Situationen vermisst.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt in Ordnung, allerdings gab es einige Verbesserungsmöglichkeiten. Da die Produktionshalle aus Glas besteht, war es im Sommer teilweise extrem heiß. Bei einigen Maschinen fehlte zudem eine ausreichende Absaugung, was die Arbeitsbedingungen zusätzlich erschwerte. Darüber hinaus gab es noch einige kleinere Mängel und fehlende Ausstattungen, die im Arbeitsalltag störend waren.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim Umwelt- und Sozialbewusstsein sehe ich noch deutlichen Verbesserungsbedarf. Ein Beispiel ist die Halle 1: Wenn die Chiron-Maschine im Winter lief, konnten die Fenster wegen der Kälte kaum geöffnet werden. Dadurch waren wir teilweise den Kühlmitteldämpfen in der Halle ausgesetzt. Eine ausreichende Absaugung bzw. Belüftung wäre hier aus meiner Sicht dringend notwendig gewesen.
Auch beim Umgang mit den Mitarbeitern hätte ich mir mehr Rücksicht auf Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden gewünscht.
Gehalt/Benefits
Das Einstiegsgehalt lag nach meinem Kenntnisstand bei etwa 2.900 € brutto. Nach sechs Monaten war grundsätzlich eine Gehaltsanpassung vorgesehen, allerdings hatte ich den Eindruck, dass diese nicht nach einheitlichen Kriterien erfolgte, sondern teilweise davon abhing, ob man zum näheren Umfeld des Produktionsleiters gehörte.
Auch bei Schulungen entstand bei mir der Eindruck, dass bestimmte Mitarbeiter aufgrund persönlicher Beziehungen bevorzugt wurden. Teilweise wurden Mitarbeiter gezielt zu Schulungen geschickt, obwohl sie keine entsprechende fachliche Ausbildung hatten, offenbar um anschließend eine höhere Gehaltssteigerung oder bessere Position zu ermöglichen.
Für mich waren die Kriterien für Gehaltserhöhungen, Schulungen und Entwicklungsmöglichkeiten daher nicht immer transparent und nachvollziehbar.
Image
Nach außen macht das Unternehmen einen professionellen Eindruck und arbeitet an interessanten und teilweise sehr hochwertigen Projekten. Intern war mein Eindruck jedoch teilweise ein anderer. Besonders die unterschiedliche Behandlung von Mitarbeitern und die aus meiner Sicht nicht immer transparenten Entscheidungen haben das interne Bild des Unternehmens für mich deutlich verschlechtert.
Karriere/Weiterbildung
Wie bereits erwähnt, hatte ich auch bei Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten den Eindruck, dass nicht immer nach Leistung und fachlicher Qualifikation entschieden wurde, sondern teilweise danach, zu wem man einen guten Draht hatte.
Insbesondere in der Produktion hatte ich den Eindruck, dass bestimmte Mitarbeiter gezielt gefördert (H1 H2 ) und mit Schulungen oder Verantwortungsbereichen ausgestattet wurden, während andere trotz entsprechender Ausbildung und Erfahrung weniger Möglichkeiten erhielten. Teilweise entstand für mich der Eindruck, dass bestimmte Personen bewusst unterhalb des Produktionsleiters gehalten wurden, damit diese Personen fachlich unterhalb des Produktionsleiters bleiben.
Insgesamt waren die Kriterien für Aufstieg, Weiterbildung und die Übernahme von Verantwortung für mich daher nicht transparent und nicht immer nachvollziehbar.