Zwischen großem Image und herausfordernder Praxis
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Größe des Unternehmens bringt viele interne Bereiche und damit auch unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten mit sich. Wer sich engagiert, kann sich innerhalb der Organisation in verschiedene Richtungen weiterentwickeln. Positiv ist zudem das vorhandene Weiterbildungsbudget, das Mitarbeitenden grundsätzlich die Möglichkeit gibt, sich fachlich und persönlich weiterzubilden.
Verbesserungsvorschläge
Die Unternehmenskultur ist stark verbesserungsbedürftig. Wer in diesem Umfeld arbeitet, sollte sich bewusst sein, dass man wenig Rückhalt hat und Entscheidungen häufig willkürlich getroffen werden.
Kommunikation
Die Unternehmenskultur ist stark leistungsgetrieben. Die Erwartungen an neue Mitarbeitende sind nicht mehr Marktgerecht angesetzt und dadurch unrealistisch, wodurch viele die Probezeit nicht bestehen. Eine strukturierte Einarbeitung oder ausreichende Unterstützung während dieser Phase war nur begrenzt vorhanden. Zudem gibt es keinen Betriebsrat, wodurch Mitarbeitende nur wenig institutionellen Schutz oder eine unabhängige Interessenvertretung haben. Entscheidungen wirken dadurch teilweise einseitig. Auch einige Arbeits-Challenges und interne Motivationsformate sind nicht mehr zeitgemäß und wirken in ihrer Ausführung maximal unangenehm.
Vorgesetztenverhalten
Nicht selten ist Angstmacherei der Treibstoff gewesen, um im Einzel- oder Gruppengespräch eine schlechte Performance zu rechtfertigen oder Motivation zu erzeugen. Entscheidungen wurden häufig undurchsichtig getroffen, ohne dass nachvollziehbare Begründungen geliefert wurden. Feedback war oft inkonsistent und kam spät, konstruktive Kritik war die Ausnahme, Lob die Seltenheit. Informationen wurden teilweise zurückgehalten oder nur selektiv kommuniziert, sodass ein Gefühl von Unsicherheit und Misstrauen entstand.
Arbeitsbedingungen
Positiv hervorzuheben ist die technische Ausstattung: Neue Laptops und Headsets wurden kürzlich ausgegeben und sind wirklich auf einem sehr guten Niveau. Im Sales besteht zudem grundsätzlich die Option auf einen Firmenwagen. Leider ist das Fuhrparkmanagement eine interne Abteilung, die in der Praxis sehr schwer erreichbar ist. Rückmeldungen dauern oft mehrere Tage, häufig sogar Wochen. Dadurch entsteht viel unnötiger Aufwand und Frust. Einige Kolleginnen und Kollegen verzichten deshalb auf dieses Benefit, um sich den damit verbundenen Stress zu ersparen. Alternativ wird auf die Car Allowance zurückgegriffen.
Image
Das Unternehmen gehört zu den großen Playern der Branche und macht in vielen Bereichen einiges richtig. Sowohl intern als auch extern wird dies durch zahlreiche Auszeichnungen und Pokale in verschiedenen Kategorien unterstrichen. Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass diese Symbolik auch als psychologischer Hebel genutzt wird, um Mitarbeitenden im permanenten Vertriebsdruck Anerkennung zu vermitteln und das eigene Image zu stärken.
Der große Name eines Konzerns allein ist jedoch keine Garantie dafür, dass für Endkund:innen automatisch bessere wirtschaftliche Ergebnisse erzielt werden. In der Praxis arbeiten auch kleinere Personaldienstleister teilweise auf einem identischen Qualitätsniveau. Wer sich also ausschließlich aufgrund der Größe oder des Markenimages mehr Sicherheit oder einen deutlich höheren Leistungsstandard erhofft, könnte feststellen, dass die Unterschiede geringer sind als erwartet.

