People Management wo bist du? Team Spirit wo bist du? Mittlerweile bröckelt es doch enorm an allen Ecken und Kanten.
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Es gibt keinen Stillstand, ich war zwischendrin auch anderweitig beschäftigt und habe mich aktiv für die SAP entschieden weil man hier immer lernen und sich weiterentwickeln muss um am Ball zu bleiben
- Es gibt sehr viele attraktive Benefits wie Aktienprogramme, Firmenwagen für die meisten, gutes Mittagessen für lediglich den geldwerten Vorteil, etc.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Das was die SAP ausgemacht hat geht komplett verloren und aus meiner Sicht sind dies bewusste Entscheidungen von oben gewesen.
- Die Menschen kennen sich nicht mehr, sie trauen sich nicht mehr.
- Change kann nur passieren wenn die soziale Komponente im Team stimmt - dafür wird so gar nichts getan.
- Dass das Sommerfest mit der Familie still und heimlich ohne Kommunikation nie wieder stattgefunden hat seit Covid, finde ich katastrophal. Wenn es aus Gründen nicht mehr geht - alles fine. Aber die Art und weise wie kommuniziert wurde - nämlich so gar nicht, trotz mehrfacher Nachfragen in MItarbeitermeetings geht aus meiner Sicht gar nicht und spricht für die grundsätzliche Art und Weise wie mittlerweile DInge in der Firma gehandhabt werden. Denn dann sollte man auch den Mut haben, dies zu kommunizieren. Das war jahrzehntelang Tradition und hat mich als Kind eines SAP-Vaters geprägt und meine Faszination für die Firma höher schlagen lassen.
Verbesserungsvorschläge
- Qualitativ hochwertiges People Management priorisieren und fokussieren - aktuell frage ich mich ob ich diesen überhaupt brauche?! Die Wertschätzung fehlt komplett für den motivierenden Mitarbeiter der eigentlich gerne arbeiten möchte aber nicht wirklich kann fehlt komplett.
- Soziale Komponente und Teamzusammenhalt als Goal in die People Manager Ziele verankern
- Ein Team Event pro Jahr durch die Firma bezahlen lassen - wir wissen alle, dass der freie "geschenkte" Tag mit dem aktuell beworben wird keiner wirklich ist weil jeder dann am Abend nacharbeitet - was soll ich mehr Zeit investieren und am Ende 100 Euro ärmer sein, wenn ich nicht mal meine Kollegen groß im Büro zu Gesicht bekomme weil alles eingeschlafen ist
- HR ist eine absolute Katastrophe: Wissenslücken, falsche Aussagen, manchmal wird erst gar nicht auf Tickets geantwortet weil vermutlich zu komplex oder Zeitaufwendig, etc. Hier wäre jegliche KI aus meiner Sicht besser, denn es ist einfach nur frustrierend und auch hier wieder alles andere als wertschätzend. Insbesondere wenn man sich bei seiner Krankenkasse fast entschuldigen muss weil HR schon wieder etwas "falsch" gemacht hat oder nicht beantworten kann - ich wurde bspw. kurz als arbeitslos gemeldet obwohl ich nie arbeitlos war.
Arbeitsatmosphäre
Mittlerweile sehr ernüchternd und alles andere als motivierend: neben einem hochmotivierten CEO der nur pusht und das Auge für zwischenmenschliche Beziehungen im Arbeitskontext verloren hat - gibt es genauso wenig Teamzusammenhalt. Jeder kommt irgendwann, sitzt meist alleine in verstaubten, alten, sehr lauten (durch Baustellen und Calls mit Overseas) und sehr stickigen und heißen Büros um seine Arbeitstage abzusitzen. Meine Arbeitsleistung ist an den Bürotagen sehr schlecht aufgrund der stark ausbaufähigen Arbeitsbedingungen. Die Kaffeekultur ist so gut wie verschwunden, oft geht jeder für sich irgendwie essen und das Management bekommt keinerlei Budget oder Ansage, dass Teamevents, Teamspirit Teamlunches oder zwischenmenschliche Beziehungen durch aktives und gutes People Management und Events gefördert und gefordert werden sollten um die Arbeitsmotivation, das "Wir"-Gefühl - und vor allem Leistung zu fördern.
Image
Image ist weiterhin gut, ich denke auch, dass die Firma gerade in jetziger Zeit alles tut um wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben. Was man mit KI tun kann ist faszinierend und ich bin froh, dass wir dies so austesten können. Die SAP ist einer der wenigen deutschen Firmen der es noch gut geht. Ich denke das wird auch weiterhin der Fall sein, die Frage ist nur zu welchem Preis und wieviele Arbeitnehmer es für den Erfolg noch langfristig braucht.
Work-Life-Balance
Kommt sehr auf den Bereich und Rolle drauf an. Arbeitszeitgesetze kennen Firma und Management nicht. Stunden/Pausen etc werden nicht kommuniziert oder aufgeschrieben und jeder arbeitet "krank" dann im Homeoffice. Dass man für die interne Abrechnung Stunden buchen muss ist ein Witz, denn mehr als 8h geht nicht und jegliche Abweichung wäre auch ein Problem. Flexibel ist es aber je nach Meetinglage - eben auch zu seinen ungunsten. Indien/China/Chicago und Westküste von einer Person bspw. abzudecken ist doch schwer an einem offiziell 8h Tag mit 11h Pause zwischen Arbeitsende und Arbeitsstart - wo kein Kläger auch kein Richter. Und am Ende arbeitet man dann eben laut Bewertung wie die meisten im "Durchschnitt"
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach Außen ganz groß... nur die soziale Komponente innerhalb der Firma wird so gar nicht mehr für wichtig gehalten
Karriere/Weiterbildung
Eine reine Lotterie....
Kollegenzusammenhalt
Welche Kollegen? Viele Teammitglieder sitzen meist zuhause und arbeiten für sich. Man sitzt an seinen office Tagen oft alleine im Büro und hört noch andere irgendwo auf dem Gang. Viele verabreden sich mittlerweile zum essen um nicht alleine gehen zu müssen, gehen "schnell" alleine und fragen nicht oder fahren vorher heim. Kollegenzusammenhalt, persönlicher Austausch, Team-Lunches etc. gibt es so gar nicht mehr - es ist mittlerweile kein alleinstellungsmerkmal mehr (das war es früher) und ist mittlerweile ähnlich zu anderen Firmen. Die Kaffeeecken sind mittlerweile auch sehr leer und werden oft für Meetings aufgrund von fehlenden Meetingräumen genutzt.
Umgang mit älteren Kollegen
Alter spielt zum Glück keinerlei Rolle
Vorgesetztenverhalten
Finde ich Katastrophe und immer ernüchternder. Ich frage mich mittlerweile warum ich überhaupt einen Manager habe, wenn jegliche Frage und Bitte immer wieder an mich zurückgespielt wird und ich entweder alles regeln und organisieren soll, oder es durch das Team kommen muss weil die Führungskraft sich nie verantwortlich für sieht, möchte oder kann. Das ist für mich Unterdurchschnittlich. Ich finde mich nun damit ab, dass meine Führungskraft dazu da ist mir mein Gehalt und Bonus zu nennen, Änderungen von oben zu mir durchdrückt sowie zwei mal meine SAP Talks runterbetet - mehr aber auch nicht.
Nicht mein Verständnis von Führung, Motivation und Entwicklung aber das Thema People Management wird leider in dieser Firma für nicht wichtig angesehen und läuft immer schon so nebenbei, hat aber aktuell seinen Tiefpunkt erreicht...so demotiviert man auf jeden fall
Arbeitsbedingungen
Rückkehr aus meiner Elternzeiten und ich hatte nichts. Irgendwann habe ich dann einen alten Bildschirm bekommen. Es gibt kein Budget. Büros sind sehr alt und verstaubt, sehr laut und stickig. Lüften ist kaum möglich wenn man direkt neben einer der Baustellen sitzt. Die alten Teppichfliesen im Flur werden regelmäßig angeklebt, die Toiletten sind zwar sauber aber so alt dass diese stinken, Kopfhörer gibt es mittlerweile nur noch mit Kabel und decken den Lärm auch nur teilweise ab. Motivation gleich null, ich weiss nicht worauf ich hinarbeite - jeder tümpelt so vor sich her
Kommunikation
Es gibt wahnsinnig viele (amerikanisierte Marketing) Worte von ganz Oben und sehr viele Mails - Kommunikation und Aktionen vom direkten Management ist so gut wie nicht da, es sei denn es geht um die SAP Talks da wird das nötigste gemacht um seinen Hintern zu retten. Der People Manager ist mehr fachlicher Umsetzer und "Kollege" und arbeitet einfach mit als dass dieser managed - die POs braucht es nicht mehr aber die People Manager die eigentlich keine sind,wohl weiterhin schon und diese machen nun teilweise die PO/PM Aufgaben mit. Warum nicht diese durch KI ersetzen dann ist die Erwartung wenigstens nicht so hoch und kann nicht ständig enttäuscht werden. Man möchte sich verbessern und weiterentwickeln und fragt nach Feedback - Feedback soll wie eigentlich alles bitte durch das Team kommen, da ist die Führungskraft nicht tief genug drin. Wie am ende die Bewertungen für Bonus und co dann durch die Führungskraft getätigt werden soll ist fraglich...
Allerdings ist eigentlich eh fast 'jeder' durchschnitt es sei denn man beweist aktiv und sehr überzeugend warum man "besser" ist. Alles sehr schlüssig und logisch?!
Gehalt/Benefits
Gehalt und Benefits sind okay - die Firma bietet viel drumherum um es dem Arbeitnehmer schwer zu machen zu gehen. Einer der wenigen Ansagen die es dann doch mal von der direkten Führungskraft gab - alles über durchschnitt muss der Arbeitnehmer dem Manager beweisen, alles unter durchschnitt muss andersrum bewiesen werden. Da ist eben nicht viel zu holen und man hängt viel in der Luft...
Gleichberechtigung
Wenn man immer "available" ist dann passt es. Arbeitet man Teilzeit und legt Handy und PC wirklich mal weg, hat man so gut wie keine Chance - mir wurde in einem Mitarbeitergespräch von einer anderen Führungskraft mal gesagt, dass Teilzeit in der Firma laut ihrer Meinung nur ginge wenn man sich einen langweiligen Job suche...Motivation pur.