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Bewertung

Die SBK verliert ihre Identität – ein Rückblick aus der Sicht eines KB-L

1,9
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 im Bereich Administration / Verwaltung bei SBK in Stuttgart gearbeitet.

Arbeitsatmosphäre

Die Atmosphäre bei der SBK lässt sich am besten als „tiefgreifende Ernüchterung“ beschreiben. Was früher einmal ein wirklich inspirierender, dynamischer und schlichtweg „geiler“ Arbeitsplatz mit einer starken Identität war, ist heute nur noch ein Schatten seiner selbst. Besonders für Mitarbeiter, die bereits mehrere Jahre dabei sind, ist die tägliche negative Stimmung belastend, da man den schleichenden Zerfall der Unternehmenskultur live miterleben muss.

Anstatt das riesige Potenzial des Unternehmens zu nutzen und die motivierte Belegschaft mitzunehmen, wurde die negative Entwicklung der letzten Jahre einfach laufen gelassen. Das führt dazu, dass die Atmosphäre heute von Frust und einer spürbaren Resignation geprägt ist. Die Leichtigkeit und der Stolz, für die SBK zu arbeiten, sind dem Gefühl gewichen, nur noch in einem starren System zu funktionieren wie ein Roboter, in dem Probleme eher verwaltet als gelöst werden. Viele Kollegen vermissen die „alte SBK“ schmerzlich, was die tägliche Zusammenarbeit oft schwermütig und angespannt macht.

Kommunikation

Die Kommunikation ist von einer Art „Toxic Positivity“ geprägt. Nach außen und intern wird alles krampfhaft positiv dargestellt, während die echten Probleme totgeschwiegen werden. Kritische Themen werden erst aufgegriffen, wenn der Unmut zu groß wird, aber selbst dann folgen nur Standardfloskeln. Es folgen jedoch keine Taten, die die Situation ins Positive verändern. Anstatt die Mitarbeiter ehrlich abzuholen und offen über Missstände zu sprechen, wird eine Scheinwelt aufrechterhalten. Diese mangelnde Transparenz und die fehlende Offenheit führen dazu, dass man sich als denkender Mitarbeiter absolut nicht ernst genommen fühlt.

Kollegenzusammenhalt

Hier muss man leider eine sehr traurige Entwicklung von ehemals 5 Sternen auf heute nur noch 2 feststellen. Früher war der Zusammenhalt das Herzstück der SBK – man hat fachbereichsübergreifend an einem Strang gezogen, selbst wenn man sich nur vom Telefon kannte. Davon ist heute kaum noch etwas übrig.

Innerhalb der letzten Jahre hat sich die Kultur massiv zum Negativen verändert. Es herrscht oft eine Ellenbogen-Mentalität, bei der gefühlt „jeder jeden opfern würde“, nur um vor der Führungsebene besser dazustehen oder den eigenen Stress abzuwälzen. Es gibt zwar noch einen harten Kern an Kollegen, mit denen man offen reden kann und die zusammenhalten, aber das Klima wird zunehmend vom Überlebensdenken vergiftet. Das Wir-Gefühl der „alten SBK“ wurde durch eine stressbedingte „Jeder-für-sich“-Haltung ersetzt, da der hohe Druck kaum noch Raum für echtes Miteinander lässt.

Work-Life-Balance

Die beworbene Gleitzeit existiert in der Realität kaum. Bei einer Kernarbeitszeit von 9 bis 16 Uhr und der ständigen Vorgabe, dass eine maximale Anzahl an Mitarbeitern am Telefon sein muss, bleibt kein großer Spielraum. Aufgrund der vielen Telefonate (Call-Center Niveau) muss man oft viel früher anfangen oder deutlich länger sitzen bleiben, um die Sachbearbeitung zu schaffen. Es fühlt sich eher an wie ein fester Dienstplan, bei dem man kaum flexibel ist, was für das Privatleben echt schwierig ist.
Wegen hohem Krankenstand und Fluktuation war ein Einspringen für Dienste (Früh, Spät) normal.
Anmerken muss ich, dass diese Situation vor der Einführung der bundesweiten Telefonie solche Ausmaße nicht angenommen hatte.

Vorgesetztenverhalten

Es gibt klare Lieblinge der Führungskraft, die bevorzugt werden, während man als kritischer Mitarbeiter, der Dinge hinterfragt oder Missstände anspricht, schnell ausgebremst wird. Viele Vorgesetzte schauen bei Problemen lieber weg oder sitzen Dinge aus, anstatt wirklich die Reißleine zu ziehen oder die Basis zu unterstützen. Echte Wertschätzung für die harte Arbeit am Limit fehlt an vielen Stellen komplett. Führung nach Leitfaden ohne Charakter wird zur Regel. Eine echte Unterhaltung ist dadurch nicht mehr möglich.

Interessante Aufgaben

Das und der damalige Zusammenhalt der Mitarbeiter ist der Grund, der mich so lange gehalten hat. Die Arbeit an sich ist hervorragend, vielseitig und mit viel Substanz. Es wird nie langweilig, und man hat mit vielen unterschiedlichen Themen zu tun. Fachlich ist die SBK ein toller Ort mit riesigem Potenzial – umso trauriger ist es, dass der Rahmen drumherum so zerfällt, dass die Freude an der eigentlich vielfältigen Aufgabe irgendwann komplett überschattet wird.

Gleichberechtigung

Gleichberechtigung wird nach außen hin großgeschrieben, aber intern sieht die Realität anders aus. Es herrscht eine ausgeprägte „Ja-Sager-Kultur“: Wer alles abnickt und keine kritischen Fragen stellt, wird deutlich eher gefördert. Zudem fällt auf, dass das letzte Jahr in dem ich dabei war Frauen oft bevorzugt werden, was nicht immer nach objektiver Leistung, sondern eher nach Quote oder Sympathie wirkt. Wer hingegen fachlich top ist, aber auch mal Missstände anspricht, wird systematisch ausgebremst. Die Förderung hängt also weniger vom Können ab, sondern eher vom Geschlecht und davon, wie gut man sich der Führung anpasst.

Umgang mit älteren Kollegen

Der Umgang mit langjährigen Mitarbeitern ist ein zweischneidiges Schwert und hängt massiv von der jeweiligen Führungskraft ab. Positiv hervorzuheben ist, dass es durchaus Vorgesetzte gibt, die ein Auge auf ihre älteren Kollegen haben und bei denen, die kurz vor der Rente stehen, auch mal sagen: „Das Pensum schaffen wir gemeinsam.“ Dieser menschliche Rückhalt ist viel wert.

Allerdings ist das reines Glücksspiel und kein Verdienst der Unternehmensstrategie. Im Großen und Ganzen wird auf die natürliche Veränderung der Belastbarkeit im Alter kaum Rücksicht genommen. Dass man bei ständigen technologischen Neuerungen, Änderung der Bearbeitungsweise und Zunahme an Telefonie im Alter nicht mehr dasselbe Tempo wie ein Berufseinsteiger gehen kann, wird oft ignoriert. Ein Unternehmen wie die SBK sollte hier systemseitig entlastete Arbeitsplätze oder spezielle Modelle für langjährige Stützen des Hauses schaffen. Wer Jahrzehnte sein Bestes gegeben hat und mit seiner Erfahrung unterstützt, verdient mehr als nur die Hoffnung auf einen verständnisvollen Chef.

Arbeitsbedingungen

Hier gibt es absolut nichts zu bemängeln. Die technische Ausstattung ist auf einem sehr hohen Niveau. Jeder Mitarbeiter hat einen modernen Laptop, hochwertige Headsets und alles, was man für ein effizientes Arbeiten braucht. Auch die Räumlichkeiten sind top: Moderne Büros mit höhenverstellbaren Tischen und einer guten Belüftung sorgen für einen ergonomischen und angenehmen Arbeitsplatz. In die physische Arbeitsumgebung wird definitiv investiert.
Lediglich an den zu häufigen technischen Ausfällen sollte gearbeitet werden, da der Arbeitsalltag solche Ausfälle nicht verzeiht und die Mitarbeiter, diejenigen sind, die es mit Überstunden wieder ausbügeln.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Die SBK achtet nach außen hin stark auf Nachhaltigkeit und soziale Themen. Intern würde man sich wünschen, dass dieses Bewusstsein auch im Umgang mit der „Ressource Mensch“ (Stichwort: Belastungsgrenzen, Gleitzeit, Multitasking) noch konsequenter gelebt wird.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt ist nach Tarif pünktlich und solide. Ob es im Verhältnis zum Arbeitsplatz und der täglichen psychischen Belastung steht, muss jeder für sich selber entscheiden. Frustrierend ist das interne Ungleichgewicht: z.B. Dass der Vertrieb höher vergütet wird als die Leistungsabteilung/Kundenberatung, ist für die Mitarbeiter an der Basis nicht nachvollziehbar. Beide leisten einen essenziellen Teil für das Unternehmen: die einen gewinnen die Kunden und die anderen geben alles dafür, dass die Kunden bleiben, zufrieden sind und uns empfehlen.

Image

Die Realität und das Image liegen leider weit auseinander. Nach außen wirbt die SBK mit dem persönlichen Kundenberater. Die Kunden erreichen ihren persönlichen Kundenberater nur noch in wenigen Fällen. Weiterhin ist die Qualität der Beratung und Bearbeitung massiv gesunken. Das sorgt bei den Versicherten und den Mitarbeitern für Frust. Intern ist die Stimmung am Boden: Viele Kollegen haben innerlich bereits gekündigt und warten nur noch auf den richtigen Moment, um zu gehen.

Karriere/Weiterbildung

Es wird zwar aktiv mit Weiterbildungen geworben, aber die tatsächliche Umsetzung ist stark vom jeweiligen Standort und der dortigen Führung abhängig. Befördert und gefördert werden vorrangig Personen, die wenig hinterfragen und kein Kontra geben. Zwar gibt es vereinzelt mutige Führungskräfte in höheren Positionen, die versuchen, aktiv gegenzusteuern und Dinge zu verbessern, doch der allgemeine Fokus liegt spürbar auf „Ja-Sagern“.

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Arbeitgeber-Kommentar

Lieb*r Bewerter*in,

vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre Erfahrungen so ausführlich zu schildern. Schade, dass Sie Ihre Zeit bei der SBK so wahrgenommen haben.
Die geschilderten Eindrücke spiegeln Ihre persönliche Perspektive wider, die wir selbstverständlich respektieren und ernst nehmen, auch wenn sie sich nicht mit den Erfahrungen deckt, die wir aus vielen anderen Rückmeldungen unserer Mitarbeitenden kennen.
Ein offener Austausch, wertschätzende Zusammenarbeit und eine gute Arbeitsumgebung bleiben für uns wichtige Anliegen, an denen wir kontinuierlich gemeinsam arbeiten.
Für Ihren weiteren privaten und beruflichen Weg wünschen wir Ihnen alles Gute und viel Erfolg.

Herzliche Grüße,
Ulrich Winkler

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.