Gut am Arbeitgeber finde ich
- Die technische Ausstattung
- die Räumlichkeiten
- den Standort der Geschäftsstelle Erlangen am Siemens-Campus
- dass der Arbeitgeber im Falle des Bezuges von Krankengeld anfangs auf das volle Nettogehalt aufstockt
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Edit nach über einem Jahr:
Jedem der überlegt sich beruflich zu verändern und einen anderen Arbeitgeber zu wählen, kann ich das nur herzlichst empfehlen. Bei der SBK dachte ich jahrelang, dass das Problem die Tätigkeit an sich sei. Nachdem genug Zeit in einem angenehmen Arbeitsumfeld (wohlgemerkt ohne höheres Gehalt) verstrichen ist kann ich sagen, dass die Gründe für diese Zweifel einzig und allein die Kultur und Besetzung von Führungskräften innerhalb der SBK waren.
Es ist unfassbar bezeichnend, dass hier immer wieder auf die gleichen Führungskräfte und deren Verhalten hingewiesen wird, diese als Kündigungsgrund genannt, und deren empathieloses und in Teilen absolut unangemessenes Verhalten direkt adressiert wird - und sich dann absolut nichts ändert. ( und ja, das kann man beurteilen, da man natürlich noch Kontakt zu ehemaligen Kolleg*innen hält und daher aus erster Hand erfährt, ob sich etwas ändert, oder eben nicht)
Des Weiteren möchte ich hier an die Lesenden appellieren, sich nicht von teilweise unrealistisch hohen Bewertungen beeinflussen zu lassen. Die Anzahl der Interaktionen wie "stimmt zu" und "war hilfreich" sind meiner Ansicht nach wesentlich aussagekräftiger als generisch wirkende gute Bewertungen.
Zum einen alles bisher schon erwähnte.
Da es zur Ausbildung keine explizite Fragestellung gibt äußere ich mich hier.
Die SBK bildet Ihre Azubis so aus, dass diese bereits im Laufe des 2ten, spätestens im 3ten Ausbildungsjahr dazu in der Lage sein sollten einen normalen Arbeitsplatz bearbeiten zu können.
Natürlich werden sie dabei teilweise ( wenn auch in vielen Fällen nicht ausreichend) unterstützt.
Im Vergleich zu anderen Betrieben hat man hier schon während der Ausbildung deutlich mehr Verantwortung, aber auch Druck und Erwartungen zu erfüllen. Man taucht schon als Azubi namentlich als Kundenberater und Ansprechpartner für Kunden auf.
Selbst wenn man seine Sache auffällig gut macht und somit eigentlich wie ein vollständiger Mitarbeiter fungiert, darf man die Ausbildung nur dann verkürzen, wenn man die SBK nach der Ausbildung verlässt.
Für Azubis die der SBK nach der Ausbildung treu bleiben gilt insbesondere im dritten Jahr der Ausbildung fast die gleiche Arbeitsmenge und Verantwortung wie die Kollegen, dafür aber Azubi Gehalt.
Während Azubis aus anderen BKKs automatisch zu den Vorbereitungskursen in die Akademie dürfen, darf man das bei der SBK nur, wenn die Vorzensuren so schlecht waren, dass die SBK befürchtet ohne Vorbereitungskurse schafft der Azubi die Prüfung nicht.
Für Azubis mit bisher guten Noten werden sich die Kosten des Kurses gespart.
Ähnlich verhält es sich mit Lernurlaub.
Während die Azubis aus anderen BKKs vor den Abschlussprüfungen `freigestellt` werden um zu Hause zu Lernen, muss man bei der SBK Urlaub nehmen.
Es ist wirklich frustrierend mit anzusehen, dass besonders zum Thema Ausbildung gute Konzepte 8 wie Z.B Lernzeit) entwickelt und auch vorgestellt werden, diese aber in der Realität kaum gelebt oder umgesetzt werden.
Verbesserungsvorschläge
Die SBK sollte die Meinungen und Kritiken ihres größten Organs, den Angestellten in den operativen Einheiten, endlich ernst nehmen und Verbesserungsvorschläge umsetzen.
Wenn die SBK auf dem Arbeitsmarkt eine Zukunft haben will, sollte das Thema Vertrieb für Sachbearbeiter keine Rolle (außer als freiwillige Sonderaufgabe) mehr spielen.
Die Arbeitszeit muss endlich in allen Bereichen zumindest spürbar flexibler werden.
Die Erwartungshaltung der Kunden an die Bearbeitungszeit von Anliegen und Poststücken muss realistisch und machbar gesteuert werden.
Es darf nicht mehr sein, dass man von der Führungskraft dafür kritisiert wird, sich auszuloggen, nachdem die Sollarbeitszeit erfüllt ist. Auch dann, wenn noch Aufgaben zu erledigen wären.
Man wird nach Stunden und nicht nach abgeschlossenen Aufgaben bezahlt. Sind die Aufgaben für die Mehrheit der Belegschaft während dieser Zeit nicht zu stemmen, muss es an der Planung liegen und nicht an der Belegschaft.
Arbeitsatmosphäre
Ein Wenig Licht - mehr Schatten
Ich kann hier nur für meinen ehemaligen Standort sprechen, an dem es durchweg eine hohe Fluktuation gab und die Frustration der Kolleg*innen täglich spürbar war.
Ich habe mehrmals erlebt, das Kolleg*innen während, vor oder nach der Arbeit weinen mussten.
An anderen Standorten soll es laut Kollegen angenehmer sein. Der Druck und die hohen Arbeitsmengen sind dort zwar auch Thema, werden allerdings durch die dortigen Standortleitungen/ Bereichsleitungen besser gemanagt.
Die Räumlichkeiten hingegen sind top ausgestattet und auch die Ausrüstung für das mobile Arbeiten ( Laptop + 2 Monitore ) ist absolut ausreichend.
Image
Das Ansehen der SBK ist im Laufe meiner Betriebszugehörigkeit deutlich gesunken.
Die SBK hat dem Kunden gegenüber jahrelang eine Erwartungshaltung geschaffen, die sie jetzt nicht mehr einhalten kann.
Dies führt natürlich zu vermehrt frustrierten Anrufen und Mails durch Kunden. Den Zusatzbeitrag innerhalb eines Kalenderjahres 2x anzuheben kommt auch nicht gut an.
Die Frustration dieser Entscheidungen spüren natürlich in erster Linie die operativen Einheiten, die als Reaktion auf Kündigungswellen aufgrund einer Zusatzbeitragserhöhung mit noch mehr Vertriebsaufgaben `belohnt` werden.
Work-Life-Balance
Überstunden werden erwartet. Flexibel sind die Arbeitszeiten nur auf dem Papier.
Sind die Teams aufgrund schlechter Planung unterbesetzt heißt es man solle "Haltung zeigen" was gleichbedeutend mit `jeder macht Überstunden` und unrealistischer Erwartungshaltung ist.
- Und macht man dennoch Dienst nach Vorschrift, was die vertraglich vereinbarten Stunden betrifft, hält einem die TL schlechte Teamfähigkeit und mangelnde Haltung vor.
In der Stellenausschreibung wird mit flexibler Arbeitszeit geworben. Zumindest in den operativen Einheiten entspricht dies allerdings nicht der Realität. Es gibt feste Telefonzeiten zwischen 8:00 Uhr und 16:00 Uhr. Hinzu kommen in regelmäßigen Abständen Spätdienste die bis maximal 18:00 Uhr gehen. Auch an Freitagen.
In einigen Abteilungen kommt es zudem zu sog. Vertriebsabenden, bei denen auch in Abteilungen bei denen man eigentlich als Sachbearbeiter fungiert abends telefonisch versucht wird neue Kunden zu gewinnen.
Die aufgebauten Überstunden abzubauen ist aufgrund der knappen Personalplanung kaum möglich. Während meiner Zeit bei der SBK habe ich allerdings auch kein einziges Mal erlebt, dass sich jemand die Überstunden auszahlen lassen konnte.
Karriere/Weiterbildung
Es ist aufgrund der Struktur sehr schwierig aufzusteigen. Versucht man dies, sollte man auf jeden Fall Geduld oder eine gute Beziehung zu Führungskräften mitbringen. Durch Kompetenz allein macht man nur in Ausnahmefällen Karriere.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist für die Branche überdurchschnittlich. Allerdings ist die Arbeitslast im Vergleich zur Konkurrenz (die teilweise auch bereit ist ein überdurchschnittliches Gehalt zu bezahlen) so hoch, dass es sich aus meiner Sicht nicht lohnt. Des weiteren gibt es auch nach langer Betriebszugehörigkeit im Vergleich zu anderen Arbeitgebern als Sachbearbeiter keine großen Möglichkeiten, ohne einen höheren Posten zu bekleiden, sein Gehalt merklich zu erhöhen.
Ein ehemaliger Kollege der von der Konkurrenz kam sagte mir mal: " Ich bin wegen des besseren Gehalts zur SBK gewechselt aber die paar hundert Euro mehr sind mir den Stress nicht wert."
-Das erklärt natürlich, weshalb viele der Kolleg*innen, die in den vergangen Jahren von anderen Kassen zur SBK kamen, mittlerweile wieder gekündigt haben.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es ist teilweise immer noch nötig Dokumente auszudrucken, zu beschriften um sie danach wieder einzuscannen und dann digital zu versenden.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist differenziert zu betrachten.
Einerseits schweißen die hohe Arbeitslast und die, oftmals schwierig nachzuvollziehenden, Entscheidungen von der Führungsetage die Kollegschaft was gewisse Themen betrifft zusammen.
Andererseits wurde dieser Zusammenhalt im Laufe der Jahre aufgrund des hohen Drucks immer kleiner. So werden Aufgaben die während des eigenen Urlaubes oder krankheitsbedingtem Ausfall anfallen von einigen Kollegen nicht abschließend bearbeitet sondern weiterterminiert. - Darüber kann man den Kollegen angesichts der hohen Arbeitsmenge, die während der Urlaubszeiten anfällt eigentlich nicht böse sein, mit sich gegenseitig unterstützen hat das allerdings auch wenig zu tun.
Zusammengefasst, schaut hier meistens jeder vor allem auf sich, weil für Altruismus keine Kapazitäten vorhanden sind.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleg*innen findet respektvoll und auf Augenhöhe statt. Natürlich gibt es ältere Kolleg*innen, die vielleicht technisch nicht so versiert sind wie jüngere. Hier unterstützt man sich aber beiderseits, da die älteren Kolleg*innen natürlich im Laufe der Jahre mehr Fachwissen sammeln konnten, dass sie im Normalfall auch gerne teilen.
Vorgesetztenverhalten
Ich hatte hier ursprünglich noch 2 Sterne vergeben, würde diese aber nach gut einem Jahr und meinen Erfahrungen beim neuen Arbeitgeber gerne beide abziehen. Es ist im Nachhinein erschreckend, was man bei der SBK als ´normales´Vorgesetztenverhalten empfindet.
Es gibt Führungskräfte bei der SBK, die Ihre Angestellten auch im Jahr 2025 noch mit Kosenamen wie Engelchen, Schnuffelhase, Schätzelein ansprechen und den Angestellten im Krankheitsfall vorhalten ihr Team im Stich zu lassen. Und das ist nur, was man auf den ersten Blick sieht.
Arbeitsbedingungen
Modernes Bürogebäude, gute technische Ausstattung. Der Lärmpegel kann aufgrund von hohem Telefonaufkommen im Team und Großraumbüro aber von der Arbeit ablenken.
Kommunikation
Die SBK wirbt mit flachen Hierarchien und offener Kommunikation.
Der Realität entspricht das meiner Ansicht nach nicht.
Wer wissen möchte, wie gut auf Kritik von Angestellten eingegangen wird muss sich nur die Antworten auf wirklich kritische Bewertungen hier durchlesen.
Als ehemaliger Angestellter der SBK kann ich sagen, dass die negativen Bewertungen hier nicht, wie überwiegend dargestellt, aufgrund von falscher Selbstwahrnehmung und mangelnder Selbstreflexion geschrieben werden. Dies könnte man bei einer solchen Antwort auf stichhaltige Kritik eher der "Gegenseite" unterstellen.
Gleichberechtigung
Eigentlich gut und in den Teams selbst auf jeden Fall gegeben.
In den höheren Positionen sind im Vergleich zur gesamten Belegschaft, prozentual die Männer aber häufiger vertreten.
Interessante Aufgaben
Das Aufgabengebiet ist breit gestreut und für jeden, der den Beruf Sozialversicherungsfachangestellter gerne ausübt auf jeden Fall abwechslungsreich genug.
Man sollte sich allerdings damit abfinden, dass man sowohl Sachbearbeiter, "Callcenter" und Vertrieb in Personalunion darstellt.
Heißt also: Berät man gerne zu Leistungen oder Beitragsfestsetzung, muss man akzeptieren, dass Vertrieb auch zu den täglichen Aufgaben zählt und dieses Thema in jeder Besprechung omnipräsent ist.