Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Branche und die grundsätzliche Ausrichtung des Unternehmens. Die Energiewende bleibt ein spannendes Zukunftsthema mit interessanten Aufgaben und Potenzial. Außerdem gibt es nach wie vor (noch) engagierte, fachlich starke Kolleginnen und Kollegen, die täglich ihr Bestes geben. Positiv hervorzuheben sind zudem einige Zusatzleistungen wie Jobrad, Gesundheitsbudget und Fitnessangebote.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die größten Probleme sind aus meiner Sicht hausgemacht: schlechte Kommunikation, mangelnde Transparenz, fragwürdige Führungsentscheidungen und eine Unternehmenskultur, in der Mitarbeiterbeteiligung häufig eher angekündigt als gelebt wird. Viele der aktuellen Herausforderungen wären leichter zu akzeptieren, wenn offen und ehrlich damit umgegangen würde.
Früher war man stolz darauf, für das Unternehmen zu arbeiten. Heute höre ich deutlich häufiger Sarkasmus als Begeisterung, wenn über den Arbeitgeber gesprochen wird. Das ist vielleicht das deutlichste Zeichen dafür, wie sehr sich das Image verändert hat – zunächst nach innen und irgendwann zwangsläufig auch nach außen.
Verbesserungsvorschläge
Abschließend möchte ich festhalten, dass viele der aktuellen Probleme aus meiner Sicht weder überraschend noch unvermeidbar sind. Die Branche ist noch immer attraktiv, die Produkte sind auch in Zukunft relevant und im Unternehmen arbeiten nach wie vor noch engagierte und fachlich starke Menschen.
An die Unternehmensleitung gerichtet: Die wirtschaftliche Entwicklung ist das eine. Der Umgang mit den Mitarbeitern in dieser Situation ist das andere. Viele der hier beschriebenen Kritikpunkte wären deutlich leichter zu akzeptieren, wenn offen, transparent und auf Augenhöhe kommuniziert würde.
Und noch ein Hinweis für die Verantwortlichen, die diese Bewertung lesen werden: Den mittlerweile üblichen Standardkommentar mit dem Angebot zum persönlichen Austausch können Sie sich in meinem Fall sparen. Das Gespräch wurde bereits gesucht. Das Interesse daran schien allerdings eher einseitig zu sein.
Amüsant ist in diesem Zusammenhang auch der Umgang mit Arbeitgeberbewertungen. Intern wird deren Bedeutung gerne relativiert. Gleichzeitig entsteht regelmäßig der Eindruck, dass positive Bewertungen durchaus erwünscht sind und aktiv gefördert werden.
Das wirft zwangsläufig die Frage auf, warum man so viel Energie auf etwas verwendet, das angeblich niemanden interessiert.
Die Branche bleibt spannend, viele Kolleginnen und Kollegen leisten hervorragende Arbeit. Umso bedauerlicher ist es, wie viel Potenzial derzeit ungenutzt bleibt.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung im Unternehmen ist aktuell spürbar angespannt. In den vergangenen Monaten wurden die meisten Niederlassungen geschlossen, im kaufmännischen Bereich gilt ein Einstellungsstopp. Gleichzeitig werden Ausgaben inzwischen sehr restriktiv gehandhabt, sodass selbst kleinere Anschaffungen oft erst ausdrücklich genehmigt werden müssen.
Vor Kurzem wurde darüber informiert, dass aufgrund der wirtschaftlichen Situation in diesem Jahr keine Gehaltsanpassungen vorgesehen sind. Bereits im vergangenen Jahr wurden verschiedene freiwillige Leistungen gestrichen, darunter die Weihnachtsfeier sowie kleinere Aufmerksamkeiten (Tannenbaum & Weihnachtsgeschenk) für die Belegschaft.
Für das kommende Quartal wurden weitere "Maßnahmen" angekündigt, ohne dass bisher konkrete Informationen vorliegen. Entsprechend groß ist die Unsicherheit innerhalb der Belegschaft.
Zur Verunsicherung trägt auch bei, dass immer wieder Informationen aus Bereichen mit Zugang zu vertraulichen Daten die Runde machen. Ob diese Informationen zutreffen oder nicht, spielt dabei fast schon eine untergeordnete Rolle – allein die Gerüchteküche belastet das Betriebsklima zusätzlich.
Image
Auch das Image des Unternehmens hat aus meiner Sicht in den vergangenen Jahren gelitten.
Was einst wie eine überzeugende Erfolgsgeschichte wirkte – ein familiengeführtes Unternehmen mit einer klaren Vision für die Energiewende – verliert zunehmend an Strahlkraft. Problematisch ist weniger die Idee als vielmehr die wachsende Diskrepanz zwischen Außendarstellung und dem, was viele Mitarbeiter im Alltag erleben.
Gleichzeitig präsentiert sich das Unternehmen weiterhin gerne als Sponsor verschiedener Vereine und Sportprojekte. Das sorgt intern gelegentlich für Verwunderung, insbesondere in Zeiten, in denen an anderer Stelle gespart wird und Mitarbeitervorteile entfallen.
Besonders unangenehm wird es, wenn interne Probleme nach außen sichtbar werden und die Mitarbeiter damit konfrontiert werden. Wiederholt kam es im Arbeitsalltag zu Situationen, in denen Lieferanten oder Geschäftspartner Fragen stellten, die man als Mitarbeiter weder beantworten konnte noch beantworten sollte. Solche Situationen sorgen nicht gerade für Vertrauen und hinterlassen bei den Beteiligten regelmäßig ein ungutes Gefühl.
Work-Life-Balance
Bei der Work-Life-Balance hat sich in den vergangenen Jahren durchaus etwas verbessert. Seit Überstunden vergütet werden, wird deren Aufbau deutlich zurückhaltender gehandhabt als früher.
Urlaub zu bekommen, ist derzeit in der Regel kein Problem. Die Zeiten, in denen jede verfügbare Arbeitskraft dringend gebraucht wurde, scheinen fürs Erste vorbei zu sein.
Lediglich die Kolleginnen und Kollegen in den mittlerweile zahlreich eingerichteten Taskforces dürften das teilweise anders sehen. Dort wird aktuell mit hohem Einsatz daran gearbeitet, neue Geschäftsmöglichkeiten zu identifizieren und die wirtschaftliche Entwicklung wieder auf Kurs zu bringen. Angesichts der Erwartungen, die an diese Gruppen geknüpft werden, könnte man den Eindruck gewinnen, dass sie die Zukunft des Unternehmens gleich mit retten sollen.
Karriere/Weiterbildung
Die Möglichkeiten zur Weiterbildung bleiben aus meiner Sicht deutlich hinter dem zurück, was man von einem Unternehmen dieser Größe und in dieser Branche erwarten könnte.
Mit der hauseigenen Akademie existiert zwar ein entsprechendes Angebot. Die Kollegin, die sich darum kümmert, engagiert sich nach meinem Eindruck sehr und versucht, das Beste daraus zu machen. Das Problem ist weniger die Umsetzung als vielmehr der begrenzte Rahmen, in dem sie sich bewegen kann.
Externe Fortbildungen werden nur selten genehmigt. Häufig entsteht der Eindruck, dass Weiterbildungsmaßnahmen vor allem dann unterstützt werden, wenn sie zwingend erforderlich sind – beispielsweise für Zertifizierungen, gesetzliche Anforderungen oder konkrete Kundenprojekte. Persönliche Entwicklung, fachliche Vertiefung oder der Aufbau zusätzlicher Qualifikationen scheinen dagegen keine besondere Priorität zu haben.
Teilweise gewinnt man sogar den Eindruck, dass umfangreichere Weiterbildungen eher als Risiko denn als Investition betrachtet werden. Nach dem Motto: Wer zusätzliche Qualifikationen erwirbt, könnte diese möglicherweise auch bei einem anderen Arbeitgeber einsetzen. Ob diese Wahrnehmung zutrifft, kann ich n
Gehalt/Benefits
Positiv sind die Möglichkeit des Jobrad-Leasings, die Bezuschussung beziehungsweise Nutzung eines Fitnessstudios sowie ein Gesundheitsbudget in Höhe von 300 Euro pro Jahr für die meisten Mitarbeitenden. Diese Leistungen gehören zu den besseren Bestandteilen des Gesamtpakets.
Dem gegenüber stehen jedoch Leistungen, die aus meiner Sicht deutlich weniger attraktiv ausfallen. Das Weihnachtsgeld betrug in 2025 0,4 Monatsgehälter, statt wie vorher 0,6. In Zeiten steigender Lebenshaltungskosten und angesichts der Anforderungen, die an die Belegschaft gestellt werden, empfinde ich das als eher überschaubar.
Die im Recruiting häufig erwähnten Diensthandys sind zwar grundsätzlich ein Vorteil. Die tatsächlich bereitgestellten Geräte bewegen sich jedoch eher im unteren Preissegment und entsprechen nicht unbedingt den Erwartungen, die durch die interne Kommunikation teilweise geweckt werden.
Wer seine eigene Vergütung besser einordnen möchte, sollte sich mit den inzwischen bestehenden Auskunftsrechten und Regelungen zur Gehaltstransparenz beschäftigen. Manche Erkenntnisse mögen überraschen, aber Klarheit ist
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb einiger Teams funktioniert der Zusammenhalt nach wie vor gut. Viele Kolleginnen und Kollegen unterstützen sich gegenseitig und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.
Unternehmensweit wird die Stimmung allerdings zunehmend kühler. Die Unsicherheit der vergangenen Monate hat dazu geführt, dass viele Beschäftigte in erster Linie auf die eigene Zukunft schauen. Nicht wenige haben innerlich bereits gekündigt und halten Ausschau nach neuen Herausforderungen. Ehrlicherweise kann ich es niemandem verdenken und wünsche allen Kolleginnen und Kollegen, die diesen Schritt gehen, viel Erfolg.
Wenig hilfreich für den Zusammenhalt ist zudem die teilweise ausgeprägte Selbstwahrnehmung einzelner Bereiche. Aus manchen Abteilungen hört man gelegentlich, man sei der eigentliche wirtschaftliche Motor des Unternehmens und trage die übrigen Bereiche mit. Für ein Wir-Gefühl ist eine solche Haltung jedenfalls nicht förderlich.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten gehört aus meiner Sicht zu den größten Problemen im Unternehmen.
Bei manchen Personalentscheidungen auf Führungsebene fragt man sich unweigerlich, welche Kriterien eigentlich ausschlaggebend waren. Die Diskrepanz zwischen Verantwortung und erkennbarer Führungskompetenz ist teilweise bemerkenswert.
Statt Orientierung zu geben, wirken einige Führungskräfte selbst orientierungslos. Klare Kommunikation, Entscheidungsstärke oder die Fähigkeit, Mitarbeiter mitzunehmen, sind leider nicht durchgängig erkennbar.
Besonders problematisch ist, dass manche Führungskräfte offenbar selbst nur unzureichend informiert sind und dadurch weder Fragen beantworten noch Perspektiven aufzeigen können. Für die Belegschaft ist das in einer ohnehin schwierigen Unternehmensphase besonders belastend.
Es gibt durchaus einige wenige positive Ausnahmen. Insgesamt hinterlässt die Führungskultur jedoch einen Eindruck, der eher zum Kopfschütteln als zum Vertrauen einlädt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen passen leider nicht zu dem Bild eines modernen Unternehmens, das gerne nach außen vermittelt wird.
Trotz vergleichsweise neuer Bürogebäude wurde auf eine Klimatisierung der Büroflächen verzichtet. Im Sommer sind Temperaturen von deutlich über 25 Grad keine Seltenheit, sondern eher die Regel. Gleichzeitig sind viele Büros für die Anzahl der darin arbeitenden Personen ( vier bis sechs Personen, oft kommt noch ein Vierbeiner dazu) schlicht zu klein dimensioniert.
Auch bei den vermeintlichen Wohlfühlfaktoren zeigt sich Licht und Schatten. Die Gebäude sind zwar miteinander verbunden, für den gesamten Komplex stehen jedoch nur drei Kaffeeautomaten zur Verfügung. Der oft erwähnte Obstkorb scheint ebenfalls Opfer des Unternehmenswachstums geworden zu sein. Falls es ihn noch gibt, ist er jedenfalls häufig leer.
Besonders unerquicklich ist die Parkplatz- und Ladesituation. Für ein Unternehmen aus der Energiebranche ist die vorhandene Ladeinfrastruktur überraschend schwach ausgeprägt. Es gibt zu wenige Ladepunkte, die vorhandenen sind häufig ausgelastet und die Ladeleistung lässt ebenfalls zu wünschen übrig.
Gleichzeitig werden regelmäßig Hinweise verschick
Kommunikation
Beim Thema Kommunikation würde ich am liebsten keinen Stern vergeben. Die Informationspolitik der Geschäftsführung gegenüber der Belegschaft ist aus meiner Sicht einer der größten Schwachpunkte des Unternehmens.
Da offizielle Informationen nur sehr begrenzt fließen, entstehen zwangsläufig Spekulationen. Entsprechend kursieren zahlreiche Gerüchte über die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens und mögliche Veränderungen. Gerade in einer schwierigen Phase wäre eine offenere Kommunikation aus meiner Sicht dringend notwendig.
Auch von vielen Führungskräften erhält man selten klare Aussagen. Häufig wird ausgewichen, beschwichtigt oder auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen. Das schafft wenig Vertrauen und trägt nicht dazu bei, Unsicherheiten abzubauen.
Als Mitarbeiter hat man oft den Eindruck, dass wichtige Entscheidungen in kleinen Runden getroffen werden und die Belegschaft erst dann informiert wird, wenn die Umsetzung bereits beschlossen ist. Von echter Einbindung in die angekündigte Transformation kann daher kaum die Rede sein.
Die Kommunikationsprobleme scheinen zudem nicht bei der Belegschaft zu enden. Zunehmend hört man von Bewerbern, dass Rückmeldungen auf Bewer
Interessante Aufgaben
Das eigentliche Arbeitsfeld ist einer der wenigen Gründe, warum viele Beschäftigte überhaupt noch dabei sind. Die Energiewirtschaft ist eine spannende Branche mit hervorragenden Zukunftsperspektiven.
Leider entsteht nicht der Eindruck, dass die fachliche Entwicklung der Mitarbeiter derzeit eine besondere Priorität hat. Statt Potenziale zu fördern, liegt der Fokus vor allem darauf, dass die Arbeit erledigt wird und wirtschaftliche Ergebnisse erzielt werden.
Besonders kritisch sehe ich den Umgang mit Auszubildenden. Nach meinem Eindruck werden diese teilweise eher für unterstützende Routinetätigkeiten eingesetzt, als systematisch an die Inhalte ihres Berufsbildes herangeführt zu werden. Gerade im kaufmännischen Bereich habe ich erhebliche Zweifel daran, ob die Ausbildung den Anspruch erfüllt, den man an einen modernen Ausbildungsbetrieb stellen sollte.
Aktuell hat man eher den Eindruck, dass Eigeninitiative, kritische Fragen oder neue Ideen nicht besonders gefragt sind. Die Erwartung scheint vielmehr zu sein, dass alle ihren Beitrag leisten, Umsätze generieren und ansonsten möglichst wenig Aufmerksamkeit erzeugen.