Viel Freiheit und gutes Miteinander im direkten Umfeld, aber strukturelle Themen bei Fairness, Entwicklung und Orga
Gut am Arbeitgeber finde ich
Sehr positiv empfinde ich die große Flexibilität und den Vertrauensvorschuss, den man hier bekommt. Die Arbeit kann weitgehend selbstständig gestaltet werden, solange die vereinbarten Ziele erreicht werden. Das ermöglicht eigenverantwortliches Arbeiten und schafft viel Gestaltungsspielraum.
Die Kantine vor Ort ist ebenfalls ein großer Pluspunkt. Qualität und Auswahl sind wirklich gut und gehen über das hinaus, was man in vielen anderen Unternehmen findet.
Außerdem schätze ich die Kaffeebar sehr. Wenn man die Zeit findet, dort kurz vorbeizuschauen, entstehen oft abteilungsübergreifende Gespräche, die fachlich und menschlich wertvoll sind und den Austausch im Unternehmen fördern.
Verbesserungsvorschläge
Nach längerer Beobachtung habe ich den Eindruck, dass in einigen Bereichen sehr gewachsene, teilweise enge persönliche Strukturen bestehen. Es arbeiten vergleichsweise viele Personen aus dem gleichen familiären oder privaten Umfeld zusammen. Das ist an sich nicht problematisch, kann aber die Wahrnehmung von Neutralität bei Entscheidungen erschweren und macht sachlich-konstruktive Diskussionen im Arbeitsalltag teilweise schwieriger.
In einzelnen Fällen wirken Einstellungs- oder Rollenentscheidungen von außen nicht immer transparent nachvollziehbar. Hier würde aus meiner Sicht mehr Transparenz und klarere Kriterien helfen, um Vertrauen in die Fairness von Entscheidungen zu stärken.
Außerdem nehme ich ein Ungleichgewicht in der Arbeitslast wahr. Kolleginnen und Kollegen mit kürzerer Betriebszugehörigkeit tragen teilweise eine sehr hohe operative Last, während andere, die sehr lange im Unternehmen sind, stärker entlastet wirken. Unabhängig von den Gründen wäre es sinnvoll, die Verteilung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten regelmäßig zu überprüfen, um Überlastung zu vermeiden und Wissen breiter zu verteilen.
Austattung im Allgemeinen: Gerade vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und sich verändernder Märkte halte ich es für sinnvoll, die Beschaffungsstrategie für IT-Ausstattung breiter aufzustellen. Mehr Flexibilität und Diversifizierung könnten helfen, Risiken zu reduzieren und unabhängiger zu werden.
Dienstwagenpolitik: Schließlich erscheint mir die derzeitige Dienstwagenpolitik nicht mehr ganz zeitgemäß. Viele Abstimmungen und Termine finden inzwischen digital statt, sodass sich die Frage stellt, ob Umfang und Kriterien für Dienstwagen noch zum tatsächlichen Bedarf passen oder ob hier modernere, flexiblere Lösungen sinnvoll wären.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre in meinem direkten Umfeld empfinde ich als gut. Kolleginnen, Kollegen und auch die Vorgesetzten in meinem Bereich sind sehr angenehm im Umgang, und ich arbeite gerne mit ihnen zusammen.
Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass Transparenz und Fairness im Unternehmen als Werte unterstützt werden. Aus meiner Sicht fehlt es dabei jedoch noch an einer durchgängigen Routine und konsequenten Umsetzung im Alltag.
Work-Life-Balance
In meinem Bereich hängt die Work-Life-Balance stark von der eigenen Organisation und Priorisierung ab. Durch die vorhandene Flexibilität ist es grundsätzlich gut möglich, Arbeit und Privatleben in ein vernünftiges Gleichgewicht zu bringen.
Karriere/Weiterbildung
Für mich ist derzeit schwer nachvollziehbar, wie eine konkrete berufliche Weiterentwicklung im Unternehmen aussehen kann. Es gibt zwar Gespräche und entsprechende Leitfäden, dennoch bleibt der Weg zu möglichen nächsten Schritten oft unklar und wenig greifbar.
Außerdem habe ich den Eindruck, dass Mitarbeitende, die überwiegend vor Ort arbeiten, bei Sichtbarkeit, Austausch und damit auch bei Entwicklungsmöglichkeiten im Vorteil sind. Kolleginnen und Kollegen mit Homeoffice-Arbeitsvertrag geraten aus meiner Sicht leichter aus dem Blickfeld, und der fachliche sowie informelle Austausch findet deutlich seltener statt, wenn man nicht regelmäßig im Büro ist.
Ich würde mir wünschen, dass Karriere- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten stärker unabhängig vom Arbeitsort gestaltet werden und der Austausch mit Remote-Mitarbeitenden aktiver gefördert wird.
Vorgesetztenverhalten
Zu meinen direkten Vorgesetzten und auch zu den nächsthöheren Führungsebenen habe ich ein gutes Verhältnis. Ich habe jederzeit das Gefühl, mit Anliegen oder Problemen ein offenes Ohr zu finden, und erlebe den Umgang als respektvoll und konstruktiv.
Arbeitsbedingungen
Durch umfangreiche Unterstützung seiner Tätigkeit im Homeoffice nachgehen zu können und Vertrauensarbeitszeit ist das für mich ein Traum. Ich kann mir die Zeit selber gestalten, hauptsache ich liefer wie vereinbart ab und das ist in der heutigen Zeit sehr viel Wert.
Gehalt/Benefits
Gehalt und Sozialleistungen empfinde ich aktuell als fair. Für die Zukunft bleibt für mich jedoch offen, wie sich die Entwicklung gestaltet, da Aufstiegsmöglichkeiten aus meiner Sicht nicht immer klar erkennbar sind.
Mein Eindruck ist außerdem, dass eine Tätigkeit mit wechselnder Präsenz vor Ort und im Homeoffice die Sichtbarkeit und damit möglicherweise auch Entwicklungsperspektiven erschwert.
Gleichberechtigung
Einen Punkt muss ich leider schlechter bewerten. Nicht, weil Frauen hier grundsätzlich unwillkommen wären, sondern weil es in einigen, vor allem größeren Abteilungen noch immer Verhaltensweisen gibt, die ich als problematisch empfinde. Dazu gehören abwertende oder herablassende Sprüche, über die teilweise offen gelacht wird. Meiner Wahrnehmung nach würde ein solches Verhalten in anderen Unternehmen deutlich konsequenter adressiert. Hier besteht aus meiner Sicht noch Verbesserungsbedarf, damit ein respektvoller Umgang selbstverständlich wird und nicht davon abhängt, welches Geschlecht man hat.


