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Seibert 
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Bewertung

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Planlos statt strategisch - Organisation im ständigen Richtungswechsel

1,8
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei Seibert Group GmbH in Wiesbaden gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Insbesondere die Geschäftsführung sollte das eigene Führungsverhalten stärker reflektieren und den Umgang mit den Mitarbeitenden kritisch hinterfragen. Wertschätzung, Respekt und ein offener Dialog sollten im Führungsalltag einen höheren Stellenwert einnehmen.

Darüber hinaus wäre es wichtig, sich stärker bewusst zu machen, dass hinter jeder Rolle ein Mensch steht, der auch ein Privatleben und persönliche Verpflichtungen außerhalb des Unternehmens hat. Eine bessere Balance zwischen den Unternehmensinteressen und den Bedürfnissen der Mitarbeitenden würde sich langfristig positiv auf Motivation und Bindung auswirken.

Außerdem sollte das Unternehmen seine strategische Ausrichtung überdenken. Der Eindruck entsteht, dass Entscheidungen zunehmend an den Interessen der Shareholder ausgerichtet werden, während die langfristige Entwicklung des Unternehmens sowie die Interessen der Mitarbeitenden in den Hintergrund geraten. Eine ausgewogenere Strategie, die alle Stakeholder berücksichtigt, wäre aus meiner Sicht nachhaltiger und zukunftsfähiger.

Arbeitsatmosphäre

Die Außenwirkung des Unternehmens unterscheidet sich leider deutlich von dem, was intern tatsächlich gelebt wird. Nach außen versteht man es sehr gut, ein modernes und attraktives Bild zu vermitteln. Marketing und Selbstdarstellung funktionieren hervorragend. Die Realität im Arbeitsalltag sieht jedoch anders aus.

Insbesondere seit der Umstrukturierung des Unternehmens zu einer Unternehmensgruppe hat sich die Arbeitsatmosphäre spürbar verschlechtert. Die Motivation vieler Mitarbeitender ist deutlich gesunken und die allgemeine Stimmung wirkt angespannt und demotivierend. Zahlreiche engagierte und fachlich sehr starke Kolleginnen und Kollegen haben das Unternehmen inzwischen verlassen, was zusätzlich zu Unsicherheit und Mehrbelastung geführt hat.

Darüber hinaus hat sich eine Kultur entwickelt, in der kritische Rückmeldungen oder konstruktiver Widerspruch kaum noch geäußert werden. Viele Mitarbeitende haben den Eindruck, dass offene Kritik nicht erwünscht ist und negative Konsequenzen nach sich ziehen kann. Dadurch sprechen viele Probleme niemand mehr offen an. Eine offene Fehler und Feedbackkultur ist aus meiner Sicht kaum noch vorhanden.

Image

Die Außendarstellung gehört definitiv zu den größten Stärken des Unternehmens. Marketing und Selbstvermarktung werden professionell betrieben und auch vom Management als wesentlicher Erfolgsfaktor hervorgehoben. Dadurch entsteht bei Kunden und potenziellen Bewerbenden ein sehr positives Bild.

Aus meiner Sicht deckt sich dieses Bild jedoch nur bedingt mit der Realität im Unternehmen. Zwischen der Außenwirkung und dem tatsächlichen Arbeitsalltag besteht eine spürbare Diskrepanz.

Ich habe zudem den Eindruck, dass dieses Image zunehmend Risse bekommt. In letzter Zeit höre ich immer häufiger von ehemaligen Kolleginnen und Kollegen sowie von Menschen aus dem beruflichen Umfeld, dass die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit inzwischen stärker wahrgenommen wird.

Work-Life-Balance

Grundsätzlich bietet das Unternehmen gute Möglichkeiten, Beruf und Privatleben miteinander zu vereinbaren. Flexible Arbeitszeiten und mobiles Arbeiten sind vorhanden und ermöglichen im normalen Arbeitsalltag eine ausgewogene Work-Life-Balance.

Problematisch wird es jedoch, wenn man intern in Ungnade fällt oder stärker im Fokus der Führungsebene steht. Dann entsteht der Eindruck, dass genau diese Freiheiten gezielt hinterfragt oder als Druckmittel eingesetzt werden. Aus einer zuvor selbstverständlichen Flexibilität wird plötzlich ein Thema, das kritisch betrachtet wird. Dadurch verliert die eigentlich gute Work-Life-Balance an Glaubwürdigkeit, weil sie nicht für alle Mitarbeitenden gleichermaßen gilt.

Eine gute Work-Life-Balance sollte unabhängig von persönlichen Beziehungen oder der aktuellen Wahrnehmung durch Vorgesetzte sein. Aus meiner Sicht war das leider nicht immer der Fall.

Karriere/Weiterbildung

Möglichkeiten zur Weiterentwicklung sind grundsätzlich vorhanden, wirken jedoch nicht immer transparent oder nachvollziehbar. Der Eindruck entsteht, dass gute Beziehungen und ein starkes internes Netzwerk bei Karriereentscheidungen eine größere Rolle spielen als Leistung oder fachliche Qualifikation.

Dadurch entsteht bei vielen Mitarbeitenden das Gefühl, dass Entwicklungschancen nicht für alle gleichermaßen zugänglich sind. Eine transparente und nachvollziehbare Personalentwicklung würde das Vertrauen in Karriereentscheidungen deutlich stärken.

Gehalt/Benefits

Die Vergütung ist nicht wettbewerbsfähig und liegt spürbar unter dem Niveau vieler vergleichbarer Arbeitgeber. Erst nachdem ich mich intensiver mit marktüblichen Gehältern beschäftigt und vergleichbare Positionen angesehen habe, wurde mir bewusst, wie groß die Gehaltslücke tatsächlich ist. Der Unterschied zu gleichwertigen Stellen bei anderen Unternehmen hat mich schockiert.

Kollegenzusammenhalt

Der Kollegenzusammenhalt war früher eine der großen Stärken des Unternehmens. Man hat sich gegenseitig unterstützt, gemeinsam an Lösungen gearbeitet und konnte sich aufeinander verlassen. Davon ist heute leider nicht mehr viel übrig.

Mit den Veränderungen der letzten Jahre hat sich auch das Miteinander spürbar verändert. Statt eines ausgeprägten Teamgedankens herrscht zunehmend eine Atmosphäre, in der viele in erster Linie auf ihre eigene Position bedacht sind. Ellenbogenmentalität ist deutlich stärker geworden und gegenseitige Unterstützung kommt aus meiner Sicht deutlich seltener vor als früher.

Das ist besonders schade, weil ein guter Zusammenhalt lange Zeit ein wesentlicher Grund war, gerne dort zu arbeiten. Heute wirkt das Arbeitsumfeld deutlich individualistischer und weniger von gegenseitigem Vertrauen geprägt, was sich letztlich auch negativ auf die Zusammenarbeit und die Stimmung im Team auswirkt.

Umgang mit älteren Kollegen

Langjährige Mitarbeitende werden nach außen gerne als Beleg für die Attraktivität des Unternehmens präsentiert. Tatsächlich gibt es einige Kolleginnen und Kollegen, die seit vielen Jahren dort tätig sind und sich entsprechend etabliert haben. Diese Fälle sind jedoch eher die Ausnahme als die Regel.

Vorgesetztenverhalten

Das Vorgesetztenverhalten gehört aus meiner Sicht zu den größten Schwächen des Unternehmens. Der Begriff "Vorgesetzter" trifft es leider oft besser als "Führungskraft". Echte Führung bedeutet, Mitarbeitende zu fördern, Potenziale zu erkennen, Orientierung zu geben und ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Menschen weiterentwickeln können. Genau das habe ich in vielen Bereichen vermisst.

Der Eindruck entstand häufig, dass Führungspositionen nicht in erster Linie aufgrund von Führungskompetenz vergeben werden. Vielmehr wirkte es so, als hätten sie aufgrund guter Beziehungen oder interner Netzwerke erhalten. Entsprechend fehlte es den Führungskräften an den notwendigen Fähigkeiten im Umgang mit Mitarbeitenden, Konflikten und Veränderungen.

Besonders problematisch wurde es, wenn Personen eine Führungsrolle anstrebten oder gerade erst übernommen hatten. Statt sich durch fachliche Kompetenz, Vertrauen und Vorbildfunktion zu etablieren, hatte ich in einigen Fällen den Eindruck, dass versucht wurde, Autorität über Macht und Abgrenzung zu demonstrieren. Dadurch entstand nicht selten eine ausgeprägte Ellenbogenmentalität.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen sind insgesamt in Ordnung. Die Büros wirken modern, gepflegt und die technische Ausstattung ist grundsätzlich gut.

Allerdings sind die vorhandenen Möglichkeiten aus meiner Sicht stark eingeschränkt. Trotz der guten Ausstattung gibt es viele Vorgaben und Begrenzungen, die ein flexibles und effizientes Arbeiten unnötig erschweren. Dadurch bleibt ein Teil des Potenzials der ansonsten guten Arbeitsumgebung ungenutzt.

Kommunikation

Auch bei der internen Kommunikation entsteht der Eindruck, dass das vermittelte Bild deutlich positiver ist als die tatsächliche Situation. Das Unternehmen versteht es sehr gut, durch Storytelling und eine professionelle Kommunikation ein überzeugendes Narrativ zu schaffen. Die Botschaften sind oft schlüssig und nachvollziehbar formuliert, spiegeln aus meiner Sicht jedoch nicht immer die Realität wider.

Dadurch entsteht innerhalb der Belegschaft ein Bild des Unternehmens, das viele zunächst gerne glauben möchten. Wer jedoch Einblicke hinter die Kulissen erhält oder Entscheidungen und interne Diskussionen näher mitverfolgt, stellt häufig fest, dass die tatsächlichen Hintergründe von der offiziellen Kommunikation abweichen. Zwischen dem, was intern besprochen wird, und dem, was anschließend an die Mitarbeitenden kommuniziert wird, besteht aus meiner Sicht teilweise eine erhebliche Diskrepanz.

Das führt langfristig dazu, dass Vertrauen verloren geht. Transparenz bedeutet nicht nur, positive Entwicklungen hervorzuheben, sondern auch Herausforderungen offen anzusprechen. Genau diese Offenheit habe ich im Unternehmen häufig vermisst.

Interessante Aufgaben

Früher waren die Aufgaben abwechslungsreich und boten viele Möglichkeiten, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Mit den Veränderungen im Unternehmen hat sich das jedoch deutlich gewandelt.
Heute wirken viele Tätigkeiten standardisiert und wenig herausfordernd. Eigene Ideen oder die Übernahme von Verantwortung sind nur noch eingeschränkt möglich. Dadurch geht ein großer Teil der Motivation verloren und der Arbeitsalltag fühlt sich deutlich weniger spannend an als früher.


Umwelt-/Sozialbewusstsein

Gleichberechtigung

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Arbeitgeber-Kommentar

Manuel Wüst, Recruiter
Manuel WüstRecruiter

Hallo liebe*r (Ex-)Kolleg*in,

danke für deine klare Einschätzung. Der Satz, dass „Vorgesetzter" oft besser passt als „Führungskraft", macht nachdenklich. Dass Kritik bei uns nicht immer ohne Risiko ist, nehme ich ernst. Deine Definition von Transparenz teile ich: Sie muss auch unbequeme Themen einschließen.
Melde dich gern bei mir, ich würde es gern besser verstehen.

Viele Grüße.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.