Ihr Unternehmen?

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Seibert 
Group
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Lass mal.

2,4
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 bei Seibert Group GmbH in Wiesbaden gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Das Potenzial. Es gibt haufenweise kompetente und charakterstarke Menschen in diesem Unternehmen, die vieles möglich machen könnten. (Wohl nicht mehr allzu lange. Die guten gehen gerade.)

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Viele schrieben das schon vor mir: Die nicht vorhandene Führung. Die bekannten Makel, die ein ums andere Mal ignoriert werden. Das Sugarcoating mit Benefits und die Darstellung als liebevoller Arbeitgeber, der sich um Menschen kümmert, während Menschen hier je nach Abteilung unter äußerst widrigen Umständen arbeiten.
Ein Unternehmen, das sich selbst als der Hafen für Agilität, Partizipation und neues Arbeiten darstellt und mit den Worten "Wir lieben Veränderung" vorstellt, sollte dazu in der Lage sein entsprechend zu handeln und Veränderung auch zu gestalten und durchzuführen. All das ist nicht der Fall und war es, seitdem ich dort arbeitete, auch nicht, aber irgendwann in der grauen Vergangenheit wohl mal eher.
Stattdessen wird ständig von ganz oben reinregiert, was auch ok wäre, wenn man nicht genau das Gegenteil predigen würde, und Veränderungskompetenzen sind fast nirgends vorhanden, obwohl man sogar eine ganze Abteilung beschäftigt, die sich dessen annehmen soll. Man rüttelt ganz gerne mal am Kasten und macht Drama mit bedeutungsvollen Meetings, wenn der Leidensdruck zu groß wird, aber im Anschluss bleibt dann alles bitte so, wie es war.

Verbesserungsvorschläge

Ich schließe mich diesbezüglich den vorangegangenen Bewertungen an und ergänze, dass man diesen Punkt einfach sein lassen kann. Ich denke wirklich, dass das nichts bringt.
Es gibt mehr als genug Quellen für Verbesserungen, die sehr gerne ignoriert wurden und werden. Veränderung ist nicht erwünscht.

Arbeitsatmosphäre

Auf Teamebene: Meistens solide.
Auf Unternehmensebene oder übergeordnet: Fast grundsätzlich mies. Es mangelt an Vertrauen, an Struktur und an Führung. Gerade wird viel "umstrukturiert".

Image

Gut. Man gilt als eines der agilen Vorzeigeunternehmen und inszeniert sich entsprechend. Das dürfte sich bald allerdings erledigt haben.

Work-Life-Balance

Schwierig. Man wird oft sich selbst überlassen, was zu Überlastung führen kann. Darüber hinaus wird nicht auf Leistung geschaut, sodass einzelne Menschen mehr Aufgaben erfüllen (müssen), damit der Laden läuft. Auch hier: Sehr abteilungsabhängig.

Karriere/Weiterbildung

Keine. Karriere wird hier über Beziehung und auch nur über Beziehung gemacht, Kompetenz ist bestenfalls sekundär. Weiterbildungen gibt es manchmal, aber das ist eher willkürlich und die Personalentwicklung, die das begleiten soll, ist dabei eher Deko.

Gehalt/Benefits

Unterdurchschnittlich und nicht branchenüblich. Auch mit all den Benefits, die andere Unternehmen im Übrigens auch haben.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Man legt wert auf Umweltbewusstsein, allerdings zeigt sich davon nicht sonderlich viel und es wird viel Geld für Luxus ausgegeben, das man effizienter nutzen könnte. Das Thema Nachhaltigkeit wird auch fast nur mit Ökologie in Verbindung gebracht, aber da gibt es ja noch mehr.

Kollegenzusammenhalt

Das kommt auf die Abteilung an. Während im Unternehmenskern stärkerer Zusammenhalt spürbar ist, ist das in den Tochterunternehmen definitiv nicht der Fall.

Umgang mit älteren Kollegen

Ich würde sagen, dass ältere Kolleg*innen, die in dem Unternehmen älter geworden sind, gut behandelt werden, aber neue Seniorität und neue Mitarbeiter*innen mit Erfahrung werden oftmals mit Argwohn betrachtet, weil die ja die Unternehmenskultur verändern könnten.

Vorgesetztenverhalten

Kurz und knapp: Weitestgehend miserabel. Die Geschäftsführung agiert oft sprunghaft und reaktiv. Viele Führungskräfte sind in dieser Position, weil ihnen vertraut wird, und nicht, weil sie das können, und verfügen in den seltensten Fällen über Führungskompetenzen.

Arbeitsbedingungen

Es kommt drauf an. Die Ausstattung ist modern, aber das Office bietet nicht wirklich ideale Arbeitsplätze, die oft auch offen sind und nicht immer Möglichkeit für Ruhe bieten. Doch die Küche ist exzellent.

Kommunikation

Nonexistent bis fragmentiert. Der (sehr laute) Buschfunk ist eine bessere Quelle als das Intranet oder sonst eine Ressource. Das Thema Kommunikation wurde jahrelang vernachlässigt, obwohl das Defizit sehr wohl bekannt war, weil es jahrelang andauernd als eben dies bezeichnet wurde.

Gleichberechtigung

Man schreibt Gleichberechtigung groß auf die Fahnen, aber das ist eher ein hehrer Wunsch. Allerdings läuft das hier dennoch besser als anderswo.

Interessante Aufgaben

Es wird nicht langweilig, je nach Bereich. Eventuell sollte es mal ein wenig langweilig werden, damit die Leute ihren Job machen können.

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Arbeitgeber-Kommentar

Manuel Wüst, Recruiter
Manuel WüstRecruiter

Manche Bewertungen beginnen mit einer konkreten Kritik. Deine beginnt mit einer Haltung. Und diese Haltung sagt mehr als jeder einzelne Punkt, der danach folgt. Sie zeigt, dass jemand aufgehört hat zu glauben, dass es sich lohnt, gehört zu werden. Das nehme ich ernst. Und deshalb lese ich diese Bewertung nicht quer, sondern genau.

Was du über die Aufgaben und die Gestaltungsmöglichkeiten schreibst, deckt sich mit dem, was wir als echte Stärke kennen und auch kennen sollten: Arbeit, bei der man sich inhaltlich einbringen kann, ein Umfeld, das Raum lässt. Das freut mich zu lesen, auch in einer Bewertung, die insgesamt so klar benennt, was nicht gestimmt hat.

Denn das, was nicht gestimmt hat, ist genauso real. Die Diskrepanz zwischen dem, was wir nach außen kommunizieren, und dem, was intern erlebt wird. Die Fragen rund um Kommunikation und Entwicklungsperspektiven, die zu oft ohne befriedigende Antwort bleiben. Das Gefühl, dass Gehaltsstrukturen zwar erklärbar sind, aber nicht immer wirklich nachvollziehbar erlebt werden. Das sind keine Randthemen, und ich behandle sie nicht als solche.

Ich erlaube mir hier keine schnelle Antwort, weil mir eine schnelle Antwort genau das wäre, was du mit „Lass mal." schon vorwegnimmst: etwas, das man sagt, um etwas gesagt zu haben. Was ich stattdessen sagen kann: Wir befinden uns als Unternehmen in einer Phase, in der viele dieser Spannungen besonders sichtbar werden. Das macht sie nicht akzeptabler, aber es erklärt, warum sich so vieles gleichzeitig unfertig anfühlt. Für Menschen, die mittendrin arbeiten oder gearbeitet haben, ist das kein Trost, das weiß ich.

Wenn sich das „Lass mal." irgendwann in ein „eigentlich hätte ich doch noch was zu sagen" verwandelt, bin ich erreichbar. Ohne Erwartung, aber mit echtem Interesse.

Viele Grüße
Manuel

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.