Der Anspruch, die Heimat der Besten zu sein, braucht mehr als gute Worte
Gut am Arbeitgeber finde ich
Den Kollegenzusammenhalt und die Qualität der Mitarbeitenden. Die Work-Life-Balance ist für eine Beratung gut. Die direkten Führungskräfte sind meist zugänglich und unterstützend.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Gesamtvergütung hat durch ausgebliebene Gehaltsanpassungen, eine unausgewogene Bonusstruktur deutlich an Attraktivität verloren. Transparenz und Kommunikation durch das Management sind unzureichend. Benefits und Weiterbildungsangebote wurden sukzessive abgebaut, ohne dass adäquater Ersatz geschaffen wurde. Technologisch hat Senacor den Anschluss verpasst.
Arbeitsatmosphäre
Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen ist ein echter Pluspunkt. Allerdings wurden Möglichkeiten zum Vernetzen und Zusammenkommen über die Jahre sukzessive abgebaut. Was bleibt, ist eine Atmosphäre, die eine andere Bewertung hier treffend beschrieben hat: "von Galgenhumor geprägt."
Kommunikation
Entscheidungen des Managements werden regelmäßig umgesetzt, ohne dass Mitarbeitende darüber informiert werden. Es geht dabei nicht um Mitsprache, sondern um grundlegende Transparenz. Für ein Unternehmen, das Offenheit als zentralen Wert kommuniziert, ist das ein spürbarer Widerspruch. Versuche einen Betriebsrat zu gründen werden nach wie vor äußerst kritisch gesehen. Kolleginnen und Kollegen, die sich dafür eingesetzt haben, mussten das Unternehmen zufällig kurz darauf verlassen.
Kollegenzusammenhalt
Einer der stärksten Aspekte bei Senacor. Die Kolleginnen und Kollegen sind talentiert, engagiert und hilfsbereit. Der Zusammenhalt funktioniert vor allem auf Projektebene und im direkten Umfeld sehr gut.
Work-Life-Balance
Im Schnitt rund 45 Stunden pro Woche, projektabhängig. Für eine Unternehmensberatung ist das verhältnismäßig entspannt.
Vorgesetztenverhalten
Glückssache. Manche Führungskräfte sind zugänglich und unterstützend andere nutzen ihre Machtposition aus. Kritik an der Kommunikation und Transparenz betrifft aber eher die übergeordnete Führungsebene.
Interessante Aufgaben
Die Themen sind fachlich teils komplex, technisch jedoch oft ernüchternd. Viele Projekte gleichen eher klassischer Arbeitnehmerüberlassung als echtem Beratungsgeschäft. Den Anschluss an moderne Technologien, insbesondere KI, hat Senacor aus meiner Wahrnehmung verpasst. Wer technisch anspruchsvolle und zukunftsorientierte Projekte sucht, wird hier häufig enttäuscht.
Arbeitsbedingungen
Die Büros sind modern und gut ausgestattet. Allerdings werden aktuell Standorte geschlossen und auch die Versorgung vor Ort, etwa Kaffee, Getränke und Snacks, wurde über die Jahre spürbar reduziert. Insgesamt ein absteigender Trend. Im Branchenvergleich schwach.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt Standardmaßnahmen wie die Erfassung des CO2-Fußabdrucks und die Nutzung der Bahn wird gefördert. Darüber hinaus hat das Thema intern kaum eine Rolle gespielt.
Gehalt/Benefits
Die Gehaltsstruktur hat in den letzten Jahren deutlich an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Gehaltsanpassungen sind seit 2021 ausgeblieben, was in Kombination mit der Inflation für viele einen realen Kaufkraftverlust von bis zu 20 % bedeutet.
Die Bonusstruktur ist amßgeblich von Projektmargen abhängig, auf die Mitarbeitende keinen Einfluss haben. Interne Maßnahmen haben die Margen weiter verschlechtert was sich somit direkt auf die Gehälter der Mitarbeiter auswirkt. "On-Target" Bonus wird nur noch in seltenen Fällen erreicht. Gleichzeitig wurden Benefits wie Veranstaltungen, Office-Versorgung, Hardware und digitale Tools sukzessive abgebaut. Auch ein Sportprogramm gibt es trotz unzähliger Anfragen nicht.
Image
In der Branche und bei bestehenden Kunden genießt Senacor einen guten Ruf. Außerhalb des direkten Marktumfelds ist das Unternehmen jedoch vollkommen unbekannt und es gibt keinerlei Bemühungen dies zu ändern.
Karriere/Weiterbildung
Die Karrieremöglichkeiten sind grundsätzlich vorhanden, die Unterstützung bei Weiterbildungen hat jedoch deutlich abgenommen. Weiterbildung außerhalb der Firma wird weder finanziell noch karriereseitig gefördert. Die Qualität der verfügbaren Schulungsangebote hat nachgelassen. Wer sich aktiv weiterentwickeln möchte, ist zunehmend auf eigene Initiative angewiesen.