Finanzziele, Micromanagement und Personalabbau zerstören SICKs Unternehmenskultur. Wertschätzung ist passé.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gehalt und die Möglichkeit, aus dem Homeoffice zu arbeiten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Micromanagement durch den Leitungskreis
- Kommunikation ist unzureichend, sofern es überhaupt vorhanden
- High-Level-Strategie, die weder für die Arbeit der Beschäftigten konkretisiert werden kann noch hinterfragt werden darf
- Vorgesetzte, die opportunistisch handeln und Weiterentwicklung verhindern
Verbesserungsvorschläge
- Mehr Respekt für Menschen
- Beschäftigte wieder als zentralen Erfolgsfaktor anerkennen und wertschätzen
- Offene, konkrete und verständliche Kommunikation statt oberflächlicher Managementfloskeln
- Walk the talk: Taten statt blumiger Phrasen
Arbeitsatmosphäre
Viele haben Angst um ihren Arbeitsplatz. Kritik wird nur noch im Kollegenkreis geäußert, nicht mehr gegenüber Managementmitgliedern. Vorgesetzte kuschen, folgen opportunistisch dem wechselnden Kurs des Managements und geben Druck an die Mitarbeiter weiter. Die Leitungseben betreibt Mikromanagement nach dem Motto „Ich will aber“ und ignoriert die Anregungen und Bedenken der Fachexperten. Wer Strategie oder Entscheidungen kritisch hinterfragt fliegt raus.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Management schreibt sich dieses zwar gerne auf die Fahnen, doch meist endet es dort, wo Kosten entstehen. Das einst familiengetriebene Engagement für Umwelt und Menschen ist heute kaum noch erkennbar.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung fällt der Kosteneinsparung zum Opfer, ist jedoch über Aufgaben- oder Abteilungswechsel möglich. Wer sich opportunistisch am Management ausrichtet und Selbstmarketing betreibt, kommt weiter – fachliche Kompetenz zählt nicht mehr.
Kollegenzusammenhalt
War schon einmal deutlich besser. Einzelkämpfertum und Ellbogenmentalität nehmen zu, das Interesse am Miteinander schwindet. Im Vordergrund stehen die eigenen Aufgaben und Interessen.
Umgang mit älteren Kollegen
Unverantwortlich! Sie werden aufs Abstellgleis gestellt, erhalten keine interessanten Aufgaben oder Projekte mehr, und ihr Wissen sowie ihre Erfahrung werden nicht geschätzt. Insbesondere im letzten Jahr wurden viele zum Gehen gedrängt. Das Management signalisiert Zustimmung zu jedem, der geht.
Vorgesetztenverhalten
Vorgesetzte zeigen zu wenig Rückgrat und orientieren sich meist daran, was im Management gefällt. Vereinbarungen mit Mitarbeitern werden dadurch häufig unterlaufen, und gute Arbeitsergebnisse werden mitunter sogar konterkariert. Statt Orientierung und Unterstützung zu geben, dominieren opportunistisches Verhalten und Handeln im Eigeninteresse.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung entspricht dem Standard. Zunehmend entstehen Großraumbüros ohne feste Arbeitsplätze, jedoch mit zeitgemäßer Ausstattung. Hohe Lautstärke und häufige Unterbrechungen erschweren konzentriertes Arbeiten.
Kommunikation
Sehr schlecht, unzureichend und zunehmend unpersönlich. Wichtige Informationen werden nur noch über anonyme Blogs verbreitet, oft ohne ausreichende Details. Fragen bleiben meist unbeantwortet, und Vorgesetzte wissen selten mehr als im Blog steht. Oft werden Managementphrasen wiederholt, aber nicht erläutert. Argumentation und Sprache sind eher für das Topmanagement geeignet, wirken abgehoben und haben kaum konkreten Bezug zur Arbeit der Beschäftigten. Die Strategiekommunikation bleibt auf Helikopterebene stecken. Offene, respektvolle und mitarbeiternahe Kommunikation sieht anders aus.
Gehalt/Benefits
Wie viele andere Kollegen bleibe auch ich (noch) vor allem wegen des Gehalts, das dank Tarifbindung weiterhin gut ist. Allerdings erleben wir ein Downgrading, eine rückläufige Gehaltsentwicklung sowie den sukzessiven Abbau von Sozialleistungen.
Interessante Aufgaben
Interessante Aufgaben gibt es viele, kommen jedoch wegen vermeintlich dringender Themen oder fehlenden Kapazitäten oft zu kurz. Da das Management Prioritäten laufend und rasch ändert und Fachexperten ignoriert, landet viel gute Arbeit im Papierkorb.


