Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Akademie war gut organisiert und professionell aufgebaut. Die Mitarbeiterin, die den Unterricht beim Onboadring in der Akademie durchgeführt hat, war fachlich wie menschlich wirklich stark. Sie war verständnisvoll, engagiert und hatte immer ein offenes Ohr.
Auch meine direkten Kollegen waren durchweg freundlich und hilfsbereit und haben mich gut aufgenommen.
Das Karrieremodell und die Provisionsstruktur sind transparent. Wer dauerhaft gute Vertriebszahlen liefert, kann bei SOLCOM tatsächlich sehr gutes Geld verdienen. Das möchte ich ausdrücklich positiv hervorheben.
Auch andere Abteilungen wie HR oder Marketing habe ich deutlich positiver wahrgenommen als den eigentlichen Vertriebsalltag.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der größte Kritikpunkt ist für mich der permanente Leistungsdruck im Vertrieb.
Täglich wurden etwa 100 bis 120 Anrufe erwartet. Dazu kamen ständige Akquise, Vertriebsziele und die Erwartung, permanent Ergebnisse zu liefern. Egal wie viel man gemacht hatte, entstand bei mir schnell das Gefühl, dass es nie genug ist. Selbst nach einem erfolgreichen Abschluss hielt die positive Stimmung häufig nur kurz an, bevor direkt der nächste Druck aufgebaut wurde.
Überstunden wurden aus meiner Erfahrung ebenfalls erwartet. Wenn man nach einem langen Arbeitstag gegen 17 Uhr nach Hause gehen wollte, wurde mir sinngemäß vermittelt, dass man sich das im Hinblick auf die Probezeit gut überlegen sollte. Auch Urlaub während der Probezeit wurde für mich nicht wie etwas Selbstverständliches behandelt.
Besonders belastend empfand ich die Angstkultur, die meiner Wahrnehmung nach dadurch entstanden ist. Aus anderen Niederlassungen bekam man regelmäßig Dinge mit wie: Ein Mitarbeiter sei gekündigt worden, gegenüber den verbleibenden Kollegen werde aber kommuniziert, dass die Person selbst gekündigt habe. Oder man bekam mit, dass Mitarbeiter gerade massiv verbal angegangen würden beziehungsweise ihnen angedroht wurde, man werde sie „rausekeln“, wenn sie ihre Leistung nicht schnell verbessern.
Ich habe nicht jede dieser Situationen selbst miterlebt und kann deshalb nicht beurteilen, ob jede einzelne Geschichte exakt so abgelaufen ist. Die Tatsache, dass man solche Dinge regelmäßig aus verschiedenen Niederlassungen mitbekommen hat, hatte für mich aber trotzdem eine enorme Wirkung.
Irgendwann arbeitet man nicht mehr nur darauf hin, erfolgreich zu sein, sondern auch aus Angst davor, selbst der Nächste zu sein.
Von meinem ursprünglichen Einstellungsjahrgang mit 12 Personen waren nach einigen Monaten nur noch 4 Personen übrig. Der Rest wurde während der Probezeit gekündigt, nicht übernommen oder ist selbst gegangen. Für mich ist diese Fluktuation ein sehr deutliches Warnsignal.
Besonders enttäuschend war für mich außerdem, dass ich während meiner Krankschreibung telefonisch gekündigt wurde.
Verbesserungsvorschläge
Weniger Druck und Mikromanagement, mehr Vertrauen.
Mitarbeiter sollten nicht ausschließlich anhand kurzfristiger KPIs bewertet werden. Gerade neue Mitarbeiter brauchen Zeit, um sich zu entwickeln und ein eigenes Kundenportfolio aufzubauen.
Führungskräfte sollten lernen, Kritik konstruktiv und motivierend zu vermitteln. Wer Schwierigkeiten hat, sollte Unterstützung und Entwicklungsmöglichkeiten bekommen und nicht das Gefühl vermittelt bekommen, dass er jederzeit ersetzt werden kann.
Regelmäßige Führungsgespräche sollten tatsächlich regelmäßig stattfinden und einen konkreten Mehrwert haben.
Wenn psychische Sicherheit und Gesundheit Teil der Unternehmenswerte sind, muss sich das auch im täglichen Arbeitsalltag widerspiegeln.
Außerdem sollte im Bewerbungsprozess klar und ehrlich kommuniziert werden, wie die tatsächlichen Erwartungen an Arbeitszeiten, Homeoffice und Leistung während der Probezeit aussehen.
Arbeitsatmosphäre
Meine direkten Kollegen waren nett und hilfsbereit. Die allgemeine Atmosphäre im Vertrieb habe ich trotzdem als sehr angespannt empfunden.
Der permanente Leistungsdruck war ständig präsent.
Besonders belastend war für mich, dass man auch aus anderen Niederlassungen immer wieder Geschichten über gekündigte Mitarbeiter, massives Anschreien oder Drohungen, Mitarbeiter herauszuekeln, mitbekam.
Ob jede dieser Geschichten genauso passiert ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber wenn man regelmäßig hört, dass Mitarbeiter unter massivem Druck stehen oder plötzlich nicht mehr da sind, entsteht irgendwann automatisch die Angst, selbst der Nächste zu sein.
Für mich war das keine Atmosphäre, in der man sich langfristig sicher und psychologisch geschützt fühlt.
Image
Hier sehe ich eine starke Diskrepanz.
Die Außendarstellung vermittelt ein modernes Unternehmen mit Karrierechancen, Entwicklungsmöglichkeiten und einem starken Bewusstsein für psychische Gesundheit.
Meine persönliche Erfahrung im Vertrieb war deutlich weniger modern. Ich habe vor allem Druck, Kennzahlen, Kontrolle und eine hohe Fluktuation erlebt.
Gerade beim Thema psychische Gesundheit klaffen Anspruch und Realität für mich besonders weit auseinander.
Thema psychische Sicherheit (Einer der Werte von SOLCOM): Kurz nach Einreichung meiner Krankmeldung für einen längeren Zeitraum, wurde auf den gängigen Jobportalen meine Stelle ausgeschrieben. Wieso ich weiß, dass es meine Stelle war? Weil meine Führungskraft nach meiner Frage "Suchen wir aktuell noch jemanden? Ich hätte einen guten Vertriebler." einen Monat vorher zu mir sagte "Nein, erst wieder Ende des Jahres."
Ab diesem Zeitpunkt fühlte ich mich endgültig abgeschrieben, und auf keinen Fall "psychisch gesichert".
Work-Life-Balance
Für mich sehr schlecht.
Überstunden wurden aus meiner Wahrnehmung heraus erwartet. Wenn man nach einem langen Arbeitstag gegen 17 Uhr gehen wollte, wurde einem vermittelt, dass man sich das wegen der Probezeit gut überlegen sollte.
Auch beim Thema Urlaub während der Probezeit entstand bei mir nicht der Eindruck, dass dieser selbstverständlich genommen werden kann.
Ich habe teilweise nach Feierabend zu Hause weitergearbeitet, um mich auf den nächsten Tag vorzubereiten und nicht das Gefühl zu haben, zu wenig gemacht zu haben.
Wenn man regelmäßig nach Feierabend weiterarbeiten muss, um den nächsten Arbeitstag ohne Angst vor zu wenig Leistung antreten zu können, läuft aus meiner Sicht etwas grundsätzlich falsch.
Karriere/Weiterbildung
Die Karrierewege und Provisionsstufen sind transparent und nachvollziehbar. Wer dauerhaft erfolgreich verkauft, kann schnell aufsteigen und sehr gut verdienen.
Die Akademie war ebenfalls ein klarer Pluspunkt.
Allerdings sehe ich die hohe Fluktuation kritisch. Von 12 Personen aus meinem Einstellungsjahrgang waren nach wenigen Monaten nur noch 4 übrig.
Bei einem Unternehmen, das regelmäßig neue Mitarbeiter einstellt, gleichzeitig aber einen großen Teil nach wenigen Monaten wieder verliert, stellt sich für mich die Frage, wie nachhaltig die Mitarbeiterentwicklung tatsächlich ist.
Gehalt/Benefits
Das Verdienstpotenzial im Vertrieb ist tatsächlich gut.
Wer dauerhaft hohe Abschlusszahlen liefert, kann bei SOLCOM sehr gutes Geld verdienen. Das Provisionsmodell ist transparent und die Voraussetzungen sind grundsätzlich nachvollziehbar.
Das ist einer der wenigen Punkte, bei denen ich klar sagen kann, dass SOLCOM etwas richtig macht.
Für mich persönlich war das hohe Verdienstpotenzial allerdings nicht ausreichend, um den permanenten Leistungsdruck auszugleichen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier sehe ich einen besonders großen Widerspruch zwischen Anspruch und Realität.
Das Thema psychische Gesundheit wird meiner Wahrnehmung nach stark kommuniziert. Im tatsächlichen Vertriebsalltag habe ich davon allerdings wenig gespürt.
Ich habe versucht, mich über mehrere Monate durch dieses Arbeitsumfeld zu kämpfen. Der permanente Druck hat mich letztendlich gesundheitlich so stark belastet, dass ich längere Zeit krankgeschrieben war.
Dass ich während dieser Krankschreibung telefonisch gekündigt wurde, empfand ich persönlich als besonders enttäuschend.
Gerade deshalb fällt es mir schwer, die kommunizierte psychische Sicherheit als tatsächlich gelebten Bestandteil des Arbeitsalltags wahrzunehmen.
Kollegenzusammenhalt
Gut.
Meine direkten Kollegen waren freundlich, hilfsbereit und haben mich gut aufgenommen.
Allerdings darf man nicht vergessen, dass im Vertrieb jeder stark auf seine eigenen Zahlen schauen muss. Dadurch entsteht automatisch eine gewisse Konkurrenzsituation.
Man hilft sich untereinander, gleichzeitig muss aber jeder auf seine eigenen Ergebnisse achten.
Umgang mit älteren Kollegen
Hier kann ich aufgrund meiner eigenen Erfahrung keine faire Bewertung abgeben
Vorgesetztenverhalten
Für mich einer der größten Kritikpunkte.
Meine Führungskraft habe ich über weite Strecken eher als demotivierend empfunden.
Ich hatte teilweise den Eindruck, dass keine wirkliche eigene Führung stattfindet, sondern Vorgaben der nächsthöheren Führungsebene einfach nach unten weitergegeben werden.
Wenn etwas nicht gut lief, empfand ich das verwendete Wording teilweise als unangemessen und zusätzlich demotivierend.
Besonders widersprüchlich war für mich das Probezeitgespräch. Dort wurde ich ausdrücklich gelobt und es wurden keinerlei Bedenken hinsichtlich meines Bestehens geäußert. Im Gegenteil. Ich ging aus diesem Gespräch mit dem Eindruck heraus, dass meine Leistung grundsätzlich positiv gesehen wird.
Danach hatte ich zunehmend das Gefühl, dass meine Führungskraft keine Lust mehr auf mich hatte, weil ich die erwarteten Vertriebsleistungen nicht schnell genug erbringen konnte.
Die wöchentlichen Gespräche fanden aus meiner Erfahrung außerdem häufig nicht zuverlässig statt. Sie wurden verschoben oder fielen aus. Wenn sie stattfanden, empfand ich sie teilweise als wenig hilfreich. Die Ziele waren im Grunde immer wieder dieselben: bestimmte Kunden anrufen und eine bestimmte Anzahl
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen im Vertrieb empfand ich als extrem leistungsorientiert.
100 bis 120 Anrufe am Tag, permanente Akquise, Vertriebsziele und ständige Erfolgskontrolle gehören aus meiner Erfahrung zum Alltag.
Dazu kommt die Erwartungshaltung hinsichtlich Arbeitszeit.
Das Thema Homeoffice wurde im Bewerbungsprozess für mich als grundsätzlich möglich dargestellt. Nach meinem Einstieg wurde mir dann gesagt, dass ich ins Büro kommen müsse, mit der Begründung „selbe Regeln für alle“.
Für mich war das eine klare Abweichung von dem Eindruck, der während des Bewerbungsprozesses vermittelt wurde.
Kommunikation
Die Kommunikation empfand ich teilweise als widersprüchlich und wenig professionell.
Besonders auffällig war für mich der Widerspruch zwischen dem positiven Feedback im Probezeit(zwischen)gespräch und der späteren Entwicklung.
Auch die Kommunikation über privates WhatsApp gehörte für mich zum Alltag. Das empfand ich als unprofessionell und als unnötige Vermischung von Arbeits und Privatleben.
Die regelmäßigen Weekly/Bi-Weekly mit der Führungskraft wurden außerdem häufig verschoben oder fielen aus.
Auch die Kommunikation über ausgeschiedene Mitarbeiter fand ich teilweise problematisch. Wenn man aus anderen Niederlassungen mitbekommt, dass jemand offensichtlich gekündigt wurde, während gegenüber den verbleibenden Mitarbeitern kommuniziert wird, die Person habe selbst gekündigt, entsteht kein besonders vertrauenswürdiges Bild.
Gleichberechtigung
Die Karriere und Provisionsstruktur ist grundsätzlich transparent und für alle nachvollziehbar.
Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass diejenigen Mitarbeiter besonders viel Aufmerksamkeit und Anerkennung bekommen, die ohnehin bereits sehr gute Zahlen liefern.
Wer Schwierigkeiten hat, sich im Vertrieb zu etablieren, steht meiner Wahrnehmung nach dagegen sehr schnell unter erheblichem Druck.
Interessante Aufgaben
Die Tätigkeit an sich kann durchaus interessant sein.
Kundenakquise, Gespräche, Verhandlungen und erfolgreiche Abschlüsse können Spaß machen und motivieren.
Leider wird dieser Aspekt durch die extreme KPI Orientierung stark überschattet.
Wenn ein großer Teil des Tages daraus besteht, eine bestimmte Anzahl an Nummern anzuwählen und Vertriebs Gespräche zu produzieren, verliert die eigentliche Tätigkeit für mich irgendwann ihren Reiz.
Dazu kommt, dass der Erfolg aus meiner Sicht auch stark davon abhängt, welche Kunden man zugeteilt bekommt. Man kann einen Kunden bekommen, bei dem bereits zahlreiche Mitarbeiter erfolglos akquiriert haben, oder einen Kunden mit enormem Bedarf. Dadurch fühlt sich der Vertrieb teilweise wie Glückssache an.