Your happy Monday does not start here.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Nette Kollegen.
Verbesserungsvorschläge
Ich wünsche mir eine offene, direkte und vor allem verlässliche Kommunikation, bei der Erwartungen klar benannt werden und man sich darauf verlassen kann, dass Aussagen auch im Nachhinein Bestand haben. Genau diese Verlässlichkeit und Transparenz habe ich hier leider wiederholt vermisst.
Insgesamt habe ich die Führung und den Umgang mit Mitarbeitern als sehr belastend empfunden. Gerade die fehlende Klarheit in der Kommunikation und die wiederholte Fokussierung auf persönliche Eigenschaften anstatt der fachlichen haben bei mir zu einem Arbeitsumfeld geführt, in dem ich mich extrem unwohl gefühlt habe.
Das Versprechen eines „happy Monday“ wirkt aus meiner persönlichen Erfahrung daher leider eher wie Marketing als wie etwas, das ich im Arbeitsalltag tatsächlich erlebt habe.
Arbeitsatmosphäre
Insgesamt habe ich die Arbeitsatmosphäre als für mich stark belastend und teilweise toxisch empfunden.
Besonders kritisch sehe ich den Umgang der Geschäftsleitung mit Persönlichkeit und Auftreten (damit meine ich nicht das äußere Auftreten wie Hygiene oder Kleidung). Ich habe wiederholt erlebt, dass Mitarbeiter auf ihre Stimmung angesprochen wurden. Dabei fielen beispielsweise Hinweise, man solle besser gelaunt sein oder mehr lächeln. Auch mein persönliches Auftreten wurde von der Führungsebene wiederholt zum Thema gemacht und anhand vermeintlicher Eigenschaften wie Zurückhaltung oder einer angeblich unzureichend positiven Ausstrahlung bewertet. Insgesamt empfand ich diese Vermischung von beruflicher und persönlicher Ebene sowie die wiederholten persönlichen Bewertungen als unangemessen, unangenehm und belastend. Für mich ist entscheidend, ob die fachlichen Aufgaben erfüllt werden, Ziele erreicht werden und die vereinbarten Arbeitszeiten eingehalten werden und nicht, ob jemand den ganzen Arbeitstag über besonders extrovertiert oder gut gelaunt ist.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance empfinde ich auch als einen der kritischeren Punkte.
Durch die vergleichsweise langen Kernarbeitszeiten sehe ich nur begrenzte Möglichkeiten, angesammelte Mehrarbeit tatsächlich wieder abzubauen. Während der Aufbau von Überstunden als selbstverständlich gesehen wird, wird deren Abbau deutlich weniger positiv aufgenommen.
Die Führungsebene betont gerne, dass zusätzliche Arbeitszeit grundsätzlich möglich bzw. erwünscht ist. Das erzeugt bei mir eher zusätzlichen Druck als eine gesunde Work-Life-Balance.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt zwar ein Budget für Weiterbildungen, das laut Aussage der Geschäftsleitung nicht vollständig von den Mitarbeitern ausgeschöpft wird. Aus meiner Erfahrung liegt das jedoch nicht ausschließlich am fehlenden Interesse der Mitarbeiter. Wenn konkrete Weiterbildungswünsche geäußert werden, werden diese teilweise mit Argumenten wie „das kann dir auch jemand intern beibringen“ oder dem Hinweis zurückgewiesen, dass der entsprechende Kurs aufgrund der schnellen technischen Entwicklung schnell obsolet werden könnte.
So entsteht erneut der Eindruck, dass die Ursache für eine ausbleibende Entwicklung letztlich beim Mitarbeiter gesucht wird, obwohl entsprechende Weiterbildungswünsche teilweise nicht unterstützt bzw. abgelehnt werden.
Für mich sind echte Weiterentwicklungsmöglichkeiten daher nur eingeschränkt vorhanden. Wer sich fachlich weiterentwickeln möchte, muss aus meiner Erfahrung zu einem gewissen Teil selbst dafür sorgen und darf nicht unbedingt damit rechnen, dass entsprechende, auch gut nachvollziehbare Weiterbildungswünsche vom Unternehmen unterstützt werden.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist überwiegend gut und viele Mitarbeiter sind fachlich wie menschlich sehr angenehm. Der positive Kollegenzusammenhalt konnte aus meiner Sicht jedoch die Schwierigkeiten im Bereich Führung und Kommunikation nicht ausgleichen.
Vorgesetztenverhalten
Seit dem Führungswechsel hat sich aus meiner Sicht nicht alles zum Positiven verändert. Ich erlebe die Kommunikation der Führungsebene häufig als unklar und teilweise widersprüchlich. Erwartungen werden nicht eindeutig kommuniziert und können sich kurzfristig ändern. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Mitarbeiter häufig selbst herausfinden müssen, was gerade erwartet wird.
Besonders schwierig empfinde ich den Umgang mit Freigaben und Entscheidungen. Es fehlt hier teilweise an der notwendigen Verantwortungsübernahme auf Führungsebene: Entscheidungen werden getroffen oder freigegeben, die daraus entstehenden Konsequenzen werden im Nachhinein jedoch nicht immer gleichermaßen mitgetragen und liegen beim Mitarbeiter.
Besonders kritisch sehe ich den Umgang mit Feedback. Die Führungsebene erlebe ich als ausgesprochen kritikresistent. Selbst bei konkreter und sachlich vorgetragener Kritik entsteht kaum der Eindruck, dass eigenes Handeln tatsächlich hinterfragt wird. Stattdessen werden Probleme häufig relativiert, anders dargestellt oder die Verantwortung an anderer Stelle gesucht. Eine offene Feedbackkultur, wie sie nach außen vermittelt wird, habe ich daher persönlich nicht erlebt.
Arbeitsbedingungen
Positiv finde ich die Möglichkeit, bis zu drei Tage pro Woche im Homeoffice zu arbeiten. Gleichzeitig habe ich jedoch die Erfahrung gemacht, dass trotz dieser Regelung eine gewisse Erwartung besteht, viel häufiger im Büro zu sein. Diese Erwartung wird aus meiner Sicht nicht immer ausdrücklich kommuniziert, ist im Arbeitsalltag aber durchaus spürbar.
Besonders widersprüchlich empfinde ich, dass angesammelte Überstunden offenbar keine entsprechende Flexibilität bei der Arbeitszeit ermöglichen. Auch wenn bereits zahlreiche Überstunden aufgebaut wurden, müssen die regulären Kernarbeitszeiten weiterhin eingehalten werden. Private Termine, wie bspw. ein Behördengang, die innerhalb dieser Zeiten liegen, lassen sich nicht einfach über das vorhandene Überstundenkonto ausgleichen, sondern müssen über Urlaub abgedeckt werden. Die Einstellung der Führungsebene zu Arbeitszeit und Anwesenheit empfinde ich daher als wenig zeitgemäß. Aus meiner Sicht werden zusätzliche Arbeitszeit und Präsenz im Büro teilweise stärker gewichtet, als ich es für ein modernes Arbeitsumfeld (inbesondere in IT/Digitalisierung als besonders flexible Branche) erwarten würde.
Kommunikation
Welche Kommunikation? Leider kann man keine 0 Sterne vergeben. Aus meiner persönlichen Erfahrung ist die Kommunikation der Führungsebene einer der größten Schwachpunkte.
Meistens weiß man nicht, woran man ist. Erwartungen werden aus meiner Sicht weder klar noch einheitlich kommuniziert, und auch auf konkrete Nachfragen erhält man nicht immer die notwendige Klarheit. Stattdessen hatte ich wiederholt den Eindruck, dass Probleme oder kritische Situationen zunächst relativiert oder positiv dargestellt werden, während sich die Haltung oder Erwartungshaltung im weiteren Verlauf deutlich verändert. Teilweise hatte ich dabei das Gefühl, dass Aussagen und Erwartungen erst im Nachhinein anders dargestellt oder bewertet wurden.
Besonders problematisch empfinde ich, dass dadurch ein Eindruck von fehlender Offenheit und Verlässlichkeit entsteht. Was im direkten Gespräch vermittelt wird, deckt sich aus meiner Erfahrung nicht immer mit dem, was später tatsächlich erwartet oder kommuniziert wird. Das erschwert eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erheblich und führt bei mir zu einem deutlichen Vertrauensverlust.
Gehalt/Benefits
Insgesamt sind die Benefits sehr überschaubar und kein wesentlicher Grund, sich für diesen Arbeitgeber zu entscheiden. Positiv hervorzuheben sind der monatliche Sachbezug von 50€ sowie das JobRad-Angebot. Darüber hinaus habe ich keine nennenswerten bzw. für mich relevanten Benefits wahrgenommen.
Das Gehalt ist marktüblich bis gut. Allerdings hatte ich wiederholt den Eindruck, dass die Vergütung im Arbeitsalltag nicht immer als selbstverständliche Gegenleistung für die erbrachte Leistung betrachtet wird. Dadurch wird der grundsätzlich positive Aspekt für mich etwas relativiert. Gehaltserhöhungen werden aus meiner Erfahrung auch bei entsprechender Leistung kaum in Aussicht gestellt bzw. wiederholt abgelehnt.
Gleichberechtigung
Ich hatte den Eindruck, dass Mitarbeitenden, die besonders gut mit der Führungsebene harmonieren und einen positiven, überaus glücklichen und extrovertierten Eindruck vermitteln, größere Freiheiten eingeräumt wurden. Bei anderen werden kleinere Abweichungen dagegen deutlich kritischer wahrgenommen. Dadurch entsteht bei mir der Eindruck, dass nicht nur Leistung und die Einhaltung vereinbarter Rahmenbedingungen entscheidend sind, sondern auch, wie gut man bei der Führungsebene persönlich ankommt.
Insgesamt empfinde ich die Behandlung daher nicht als durchgehend gleichberechtigt oder konsistent. Für mich sollte es weniger darauf ankommen, wie sympathisch jemand auf die Führungsebene wirkt, sondern darauf, ob die vereinbarten Rahmenbedingungen eingehalten und die fachlichen Aufgaben zuverlässig erfüllt werden.
Interessante Aufgaben
Interessante Aufgaben habe ich persönlich kaum erlebt. Aus meiner Sicht werden viele ambitionierte Vorhaben angekündigt, deren tatsächliche Umsetzung ich jedoch nur sehr eingeschränkt erlebt habe. Dadurch hatte ich zunehmend das Gefühl, mein fachliches Potenzial und meine Zeit nicht so einsetzen zu können, wie ich es mir von meiner Tätigkeit erhofft hatte.
